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Hochseeangeln - aber sicher!




(Foto: 2 alte Seebaeren)

Viel zu oft müssen Seenotrettungskreuzer bei stürmischer See ausrücken, um in Not geratene, verirrte oder vermisste Angler zu suchen und zu bergen. Tragisch ist es, wenn diese Fälle für die Betroffenen einen tödlichen Ausgang nehmen. Um solche Situationen zu vermeiden, empfiehlt es sich, einige Regeln zu beachten sowie Tipps und Ratschläge zu vorbeugenden Vorsichtsmaßnahmen zu beherzigen.

Die Liste der Ratschläge ist lang; es sollte jeder für sich entscheiden, was er bereit ist, für die Sicherheit seiner Person, mitfahrender Kollegen und ggf. seines Bootes zu tun. Nicht zuletzt ist die Anschaffung von Rettungsmitteln und entspr. Ausrüstungsgegenständen natürlich auch eine Frage des Geldes. Doch sollte jeder seefahrende Angler bedenken, dass bei der Frage, wie man Leib und Leben schützen kann, das Portemonnaie nicht allein über die Frage der Sicherheit entscheiden darf und stattdessen überlegen, ob man nicht z.B. auf die neueste Angelrute oder Rolle verzichten kann und sich dafür eher eine gute Schwimmweste oder einen Radarreflektor für sein Angelboot zulegen sollte.
Nachfolgend sind eine Vielzahl von Punkten genannt, die zur Vollständigkeit allesamt bei diesem Thema genannt werden müssen. Der verantwortungsbewusste Hochseeangler wird eigenverantwortlich urteilen, welche Dinge hiervon für seine Zwecke sinnvoll sind und worauf auch verzichtet werden kann. In einigen Angelrevieren/Fahrtgebieten sind zudem manchmal Vorschriften zu beachten, die bestimmte Ausrüstungsgegenstände und Verhaltensweisen vorschreiben, die dort von fischenden Skippern erwartet werden.


Unten stehende, zusammenfassende Aufzählungen werden nicht mit erhobenem Zeigefinger angemahnt. Sie sind eher als unterstützende Erinnerungshilfe für jeden interessierten "Meeresangler zur See" gedacht, der sich auf den nächsten Angeltörn vorbereiten möchte und demnächst und auch noch in Zukunft eine unbeschwerte und sichere Fischwaid auf der unendlichen Weite unserer Meere erleben möchte!


(Foto mit freudlicher Genehmigung der DGzRS)


Kutterangeln



(Foto: Lotse Spodsbjerg)

 

  • kurz vor Fahrtbeginn im Radio oder Internet Seewetterbericht einholen
  • bei unsicherer Wetterlage ggf. beim Veranstalter tel. anfragen, ob die Fahrt stattfindet. Das erspart Zeit, Geld und Ärger
  • - an Land eine geeignete Person über die Kutterfahrt informieren (Datum, Schiffsname, Hafen u. voraussichtl. Fahrtgebiet, Abfahrt- und Rückkehrzeit)
  • wetterfeste, warme, regen- und winddichte Kleidung, rutschfeste Schuh-/Stiefelsohlen
  •  in der kalten Jahreszeit: vorzugsweise Floatation Suit (Rettungs-, Schwimm-, Isolier-Overall oder 2-Teiler) anziehen
  • keinen Alkohol vor oder während der Fahrt trinken (trotz aller Tradition!)
  • voll aufgeladenes Handy (vorteilhaft ist eine wasserdichte Hülle, notfalls in Gefriertüte mit Tütenöffnung nach unten einschweißen; Telefonieren funktioniert auch durch die Tüte)
  • Notruf- und Seenotruf-Nummer(n) in Handy speichern (siehe Ende des Artikels)
  • wenn schon im eigenen Besitz vorhanden, bei rauhem Wetter für alle Fälle ruhig eine ohnmachtsichere Rettungsweste (vorzugsweise Automatikweste) mit auf den Kutter nehmen (nichts um die Macho-Sprüche der "mutigen" Mitangler ohne Rettungsweste geben!)
  • wenn kein Ausschank an Bord: 1L Trinkwasser mitnehmen
  • Sprühpflaster
  • Seitenschneider für Angelhaken-/Finger-Operation
  • gleich zu Fahrtbeginn nach Rettungsmitteln an Bord umsehen (wo sind Rettungsring, -insel, -westen, Feuerlöscher, Bergeleine)
  • wenn Kapitän trotz Sturm und hohem Seegang weiterangeln lässt, ihn ohne Scheu um Abbruch der Tour und Rückkehr in den Hafen bitten, wenn man es selbst oder andere Passagiere mit der Angst zu tun bekommen

Bootsangeln vom kleinen Boot



(Foto:Rettungsring Hoervik)


 

  • kurz vor Fahrtbeginn im Radio oder Internet Seewetterbericht einholen
  • nochmals vor Ort im Hafen am Hafenmeistergebäude den Aushang/die Anzeige der aktuellen Wettervorhersage prüfen
  • bei Nebel oder unsicherer Wetterlage auf Ausfahrt verzichten
  • an Land eine geeignete Person über die Bootstour informieren (Datum, eigener Bootsname und kurze Beschreibung des Bootes, Hafen u. voraussichtl. Fahrtgebiet, Abfahrt- und Rückkehrzeit)
  • wetterfeste, warme, regen- und winddichte Kleidung, rutschfeste Schuh-/Stiefelsohlen
  • in der kalten Jahreszeit: vorzugsweise Floatation Suit (Rettungs-, Schwimm-, Isolier-Overall oder 2-Teiler) anziehen
  • voll aufgeladenes Handy (vorteilhaft ist eine wasserdichte Hülle, notfalls in Gefriertüte mit Tütenöffnung nach unten einschweißen; Telefonieren funktioniert auch durch die Tüte)
  • Notruf- und Seenotruf-Nummer(n) in Handy speichern (siehe Ende des Artikels)
  • in jedem Fall eine ohnmachtsichere Rettungsweste (vorzugsweise Automatikweste) pro Person mit auf das Boot nehmen (nichts um die Macho-Sprüche der "mutigen" Mitangler ohne Rettungsweste geben!). Die Rettungswesten anziehen, auch wenn die See nach eigener Einschätzung ruhig erscheint. Beim Hantieren während des Angelns kann man leicht herausfallen!
  • vor Fahrtantritt Bordbatterie(n) überprüfen
  • mit vollem Tank losfahren
  • Ersatzkanister mit Einfüllhilfe (Trichter, Stutzen, ...) mitnehmen
  • Autoverbandskasten an Bord (zusätzlich: Kopfschmerztabletten, Desinfektionsspray, Sprühpflaster, Wundcreme, Sonnencreme, Mückenschutzmittel, Seitenschneider für Angelhaken-/Finger-Operation
  • pro Person mindestens 1L Trinkwasser mitnehmen
  • auf Booten mit Benzinmotor: freiwillig ein Rauchverbot einhalten; grosse Brand- und Explosionsgefahr!
  • keinen Alkohol vor oder während der Fahrt trinken
  • vorausschauend Fahren, um Gefahrensituationen mit anderen Booten wie Seglern oder (teilweise auch schleppenden) Fischerbooten von vornherein zu vermeiden
  •  Angelausrüstung nicht auf dem Boden herumliegen lassen, um Stolper- und Rutschfallen zu vermeiden
  • mindestens eine 2. Person in die wichtigsten Dinge einweisen (Boot manövrieren, Motor ausschalten und starten, wichtigste Sicherheitseinrichtungen, etc.); der Kapitän könnte auch einmal selbst über Bord fallen!

 

Seenotausrüstung auf dem kleinen Boot

 

  • Ösfaß (Wasserschöpfkelle)
  • kleine Pütz  (Eimer an kurzem Seil)
  • Rettungsring oder schwimmendes Sitzkissen
  • Handlenzpumpe
  • "Pinkel"-Gefäß an Bord, um beim "kleinen Freihand-Geschäft" nicht auszurutschen und über die Bordwand zu stürzen
  • pyrotechnische Rettungssignale (rote Seenotraketen, Nico-Signalgeber mit mehrschüssigem Magazin roter Patronen, Rauchfackeln orange)
  • bei noch ruderbaren Außenborderbooten (bis 5m): 2 stabile Holz- oder Aluruder mit Dollenhalterungen
  • Wasserfärbemittel orange (Pulver, Tabletten)
  • rote Hand-Signalflagge oder geeignetes rotes Objekt (z.B. Plastikwanne oder Eimer) zum Überkopfschwenken und Aufmerksammachen
  • bei genügend Stauraum auf dem Boot: Markierungsboje für Mann-über-Bord- Fall
  • UKW-Funkgerät mit Seenot-Kanal 16-Bereitschaft (Nutzung nur mit Funksprechzeugnis gestattet! - Ideal: UKW-Funkgerät der neuesten Generation mit DSC-Controler und UKW-DSC-Seenotkanal 70; aber Funklizenzvorschriften beachten, Zusatzprüfung erforderlich)
  • falls finanzierbar: personentragbare EPIRB (Emergency Position Indicating Radio Beacon). Dies ist ein satellitengestützer (halb-)automatischer Notfunkpeilsender (Seenotbake), etwa so groß wie ein großes Handy. Die Ortung einer im Wasser treibenden Person ist damit möglich; alle Seenothilfestationen werden über Satellit automatisch beim Eintauchen im Wasser oder per einfachem Knopfdruck informiert und umgehend eine große Suchaktion zu Wasser und zu Luft gestartet. - Daher ist ein verantwortungsvoller Umgang mit so einem Gerät notwendig! - Ein sehr hilfreiches, aber leider sehr teures Gerät
  • Radarreflektor (nur ein passiver Gegenstand, kein elektr. Gerät, preiswert und sehr nützlich!), um bei Nebel, Dunkelheit und unsichtigem Wetter von anderen Schiffen, die ein Radargerät besitzen, auf deren Geräten erkannt zu werden
  • falls finanzierbar und bautechnisch an Bord möglich: eigenes Radargerät
  • falls bautechnisch möglich: geprüfte Positionslampen (rot/weiß/grün)
  • Schallsignalgerät (elektrisches Nebelhorn oder mechanische "Tröte", auch Handkompressor oder Luftdruckfanfare bzw."Fußballsirene", Schreckschusspistole etc.)
  • Treibanker/-sack (notfalls Wanne, Eimer, Jacke, Hose o. ä. sperrigen Gegenstand an langer Leine einfach ins Wasser hängen, um bei Motorausfall ein zu schnelles Abtreiben zu verhindern)
  • GPS-Gerät zur Satellitennavigation; für die Standort- und Kursbestimmung sowie Anzeige anderer gewünschter Ortspunkte (idealerweise elektron. Seekartenplotter)
  • Papier-Seekarte (empfehlenswert: wasserdichte Kartenhülle oder einlaminieren)
  • Kompass
  • starker (Hand-)Scheinwerfer oder Taschenlampe mit frischen (!) Ersatzbatterien
  •  Echolot
  •  Bergegurt mit langer Leine (notfalls wenigstens 1 lange Festmacherleine an Bord, mind. 15m, die außer zum Bergen von über Bord gegangenen Personen auch als Abschleppseil zum Verbinden mit einem anderen Boot genutzt werden kann)
  • möglichst schwerer Anker mit möglichst langer Leine (mind. 25m) und idealerweise kurzem Kettenvorlauf als Beschwerung vor dem Anker)
  •  Feuerlöscher
  • kleine Badeleiter an Bord; es ist fast unmöglich, allein aus dem Wasser wieder ins Boot zu gelangen oder eine andere Person aus dem Wasser nur mit Körperkraft wieder ins Boot hineinzuziehen!
  • Radio für aktuellen Wetterbericht
  • - kleiner Handwindmesser



(Foto: Rettungsjet)

Das Boot sollte konstruktionsbedingte Mindesteigenschaften aufweisen

 

  • Länge mind. 5m (nur bei ruhiger See mind. 4m)
  • ausreichend hohes Freibord (ideal mind. 60cm, besser höher!)
  • eine optimale Bauweise besitzen voll ausgeschäumte Boote, die unsinkbar sind und im Havariefall zwar vollaufen, aber nicht untergehen und der Besatzung noch als Insel dienen können
  • Außenbordermotorisierung von mindestens 10-15 PS, je nach Bootsgröße und -gewicht; besser 25 PS und mehr, um bei Wellen, Strömung oder aufziehendem Schlechtwetter schneller in Sicherheit zu gelangen

 

Abschließend sollte verantwortungsbewusst und ganz ohne mutige(?) "Macho"- Gedanken über eine Ausfahrt auf das Meer entschieden werden; im Zweifel sollte man darauf wirklich verzichten, wenn man sich nicht sicher ist, wie sich das Wetter/die See in den nächsten Stunden entwickeln wird! Nach Möglichkeit sollte man mindestens mit 2 Booten hinausfahren. Dies ist nicht nur sicherer, sondern macht auch mehr Spaß. Ab Windstärke 4 Bft. ist besonders vorsichtig über eine Ausfahrt zu entscheiden (nur bei Landschutz, ablandigem Wind, immer noch kleinem Wellengang usw.), über 4 Bft. sollte man darauf verzichten. Es ist gut und auch notwendig, sich vorher ausreichend über sein Fahrtgebiet zu informieren. Hierbei erhält man wichtige Kenntnisse über Besonderheiten wie z.B. Untiefen, Militär-Übungsgebiete, Anker-/Angelverbote (z.B. bei Alt-Munition auf dem Meeresgrund), etc., aber auch viele Hinweise über die Unterwasserbeschaffenheit für ein erfolgreiches Angeln!)

 

 

Bellyboot-Angeln

 

Hierbei handelt es sich zwar nicht gerade um den Inbegriff des klassischen Hochseeangelns, wie es sich im allgemeinen jeder vorstellt. Aber auch Bellyboot-Angler, die sich ja nur in relativ naher Entfernung zum Ufer auf dem Meer bewegen, werden durchaus oft genug mit vergleichbaren Gefahrensituationen konfrontiert, wie die "echten Hochsee"-Angler weiter draußen auf See. Daher gilt auch hier:

 

  • kurz vor Fahrtbeginn im Radio oder Internet Seewetterbericht einholen
  • eine Ausfahrt nur bei sicherer Wetterlage, in der Regel höchstens bis Windstärke 3
  • eine Ausfahrt bei ablandigem Wind: dann nur bei wirklich schwachem Wind und geringer Strömung
  • bei Nebel oder unsicherer Wetterlage auf Ausfahrt verzichten
  • an Land eine geeignete Person über die Bellyboot-Tour informieren (Datum, Strandabschnitt, den man befahren möchte, Abfahrt- und Rückkehrzeit)
  • arme Kleidung unter die Neoprenwathose, regendichte Watjacke überziehen
  • voll aufgeladenes Handy (vorteilhaft ist eine wasserdichte Hülle, notfalls in Gefriertüte mit Tütenöffnung nach unten einschweißen; Telefonieren funktioniert auch durch die Tüte)
  • Notruf- und Seenotruf-Nummer(n) in Handy speichern (siehe Ende des Artikels)
  •  in jedem Fall eine ohnmachtsichere Rettungsweste (vorzugsweise Automatikweste) anziehen
  • keinen Alkohol vor der Fahrt trinken
  • kleinen Anker mit mindestens 15m langer Leine mitnehmen
  • Kompass oder/und Hand-GPS mitnehmen, um bei plötzlich aufkommendem Nebel wieder in Richtung Ufer zu finden
  • kleine Taschenlampe
  • Nico-Signalgeber mit mehrschüssigem Magazin roter Patronen

Seekrankheit

 

Es betrifft nicht direkt die Sicherheit, macht aber ein Wohlbefinden auf See erst rundum vollständig: Das Vermeiden der Seekrankheit. Wird man davon auf einem Kutter überrascht, empfiehlt es sich, sich mittschiffs oder im hinteren Drittel (dort, wo sich unter Deck die schwere Maschine befindet) draußen an der frischen Luft aufzuhalten. Dort macht das Schiff die geringsten Auf- und Ab- Eigenbewegungen. Auf einem kleinen Angel- oder Bellyboot hat man diese Möglichkeit natürlich nicht. Anschließend sollte man sich weit in der Ferne einen imaginären Punkt am Horizont aussuchen und diesen ständig beobachten, auch wenn da gar nichts ist. Man mag es nicht glauben, aber dies beruhigt den Magen tatsächlich meistens. Außerdem ist es gut, vor der Fahrt ausreichend geschlafen zu haben; ein müder Körper rebelliert eher. Vor Fahrtantritt nicht zuviel Kaffee trinken, Alkohol vermeiden und nicht übermäßig fette Speisen zu sich nehmen. Eine Bootsfahrt nach einem ausgiebigen Grillnachmittag mit allem Drum und Dran ist tödlich für den Magen!

 

Hat man nicht mit dem Übel der Seekrankheit zu kämpfen, kommt das auch der übrigen Sicherheit auf dem Wasser zugute. Denn einen Seekranken interessiert im Moment des Unwohlseins so gut wie gar nichts, dies kann an Bord gefährlich werden.

 


Sicheres Angeln




(Foto: Sturm 11 Bft))

 

Ein vorsichtiger Umgang mit Fischen und Gerät ist manchmal etwas umständlicher und dauert länger, ist aber auf jeden Fall mehr oder weniger schweren Verletzungen oder einem Überbordgehen vorzuziehen. Hat z.B. ein Boot nur ein geringes Freibord (innere Bordwandhöhe) bis etwa zu den Knien, ist es besser, seine Angelaktivitäten im Sitzen auszuüben, statt dabei im Drill zu stehen. Fische, die zur Verwertung mitgenommen werden sollen, werden von vornherein gegafft oder gekeschert, um ein plötzliches Ausschlitzen und Herausfliegen des Köders und folgenschwere Verletzungen beim Herausheben nur an der Schnur zu vermeiden. Ein Gesicht oder eine Anglerhand sehen schlimm aus, wenn bspw. ein schwerer Pilker mit großem Drillingshaken ruckartig aus dem Fischmaul reißt und mit voller Wucht ins Fleisch oder in die Augen saust! Ebenso ist beim Werfen auf Angelkuttern mit den schweren Ködern darauf zu achten, dass man nicht in Ohren, Nasen oder sonst welchen Teilen seiner Mitangler hängen bleibt. Ein gewisses Maß an Rücksicht für die angelnden Nachbarn auf dem Schiff sollte schon sein. Auch bestimmte Fische haben mitunter unangenehme Waffen, mit denen sie sich verteidigen: So haben barschartige Fische spitze, lange Rückenstacheln und Kiemendorne. Bei manchen Fischarten sind zudem einige Flossenteile mehr oder weniger giftig und verursachen höllische Schmerzen. Vor den scharfen Kiemenbögen anderer Fische, z.B. der Hechte,  ist ebenfalls Vorsicht geboten. Daher ist es nützlich, für alle Fälle immer ein paar feste Lederhandschuhe beim Bootsangeln dabeizuhaben.

 

Kinder an Bord

 

  • Kinder sollten schwimmen können!
  • grundsätzlich immer auf dem Boot und am Wasser (Hafen, Steg, etc.) Rettungswesten tragen!
  • für Kinder immer Stiefel oder Schuhe mit absolut rutschfester Sohle! Ideal sind Sohlen aus Naturkautschuk/-gummi
  • kleine Kinder mit Lifebelt im Boot so festbinden, dass sie zwar Bewegungsfreiheit haben, aber nicht über Bord fallen können
  • bei An- und Ablegemanövern sowie größeren Arbeiten oder umfangreicheren Angelaktivitäten und Hantieren auf dem Boot Kinder in eine geschütztere und ruhigere Ecke im Boot setzen; wenn vorhanden, in diesen Momenten in den Unterdecksbereich
  • gefährliche Gegenstände außerhalb der Reichweite der Kinderhände: Angelhaken, Gaff, Totschläger, Messer, Scheren, Köderfischnadeln, schwere Bleie, aber auch kleine Kunststoffperlen oder Bleischrote!

 


Sportbootführerscheine Binnen und See

 

Sehr zu empfehlen ist das Ablegen der Bootsführerscheinprüfung(en): Abgesehen davon, dass die Scheine in mittelfristiger Zukunft wohl mehr oder weniger in ganz Europa zur Pflicht beim Motorbootfahren werden, wird bei den Ausbildungskursen eine ganz Menge Wissen über Bootfahren, Navigieren und Arbeiten mit Kompass und Seekarten, Sicherheit, Verkehrsvorschriften, Signale, Lichterführung auf See, Wetter, Naturschutz, Ausrüstung und nautische Seemannschaft vermittelt. Weitergehende sinnvolle Ausbildungen und Prüfungen zur Bedienung von UKW-Funk-Geräten und der richtigen Anwendung von starken, großkalibrigen pyrotechnischen Seenotrettungsmitteln werden ebenfalls in den Sportbootschulen, Segelschulen, Volkshochschulen usw. (s. Anzeigenteile der Fachzeitschriften und Suchmaschinen im Internet) angeboten.

 

 

Wichtigste Notsignale




(Foto: Schwed. Seenotkreuzer)


 

Um sich im Notfall selbst bemerkbar zu machen, aber auch, um die Notsituation anderer Personen auf See erkennen zu können:

  • tags: rote Flagge oder Gegenstand im Kreis schwenken; nachts: ein Licht im Kreis schwenken
  • wiederholt lange Schallsignale/Töne in Zwischenräumen von ca. 1 Minute
  • Dauerton eines Nebelschallsignalgerätes
  • Leuchtrakete mit jeweils 1 roten Leuchtstern oder rote Handfackeln
  • SOS-Zeichen (3x kurz, 3x lang, 3x kurz) durch Schall- oder Lichtsignal (Hupe, Taschenlampe)
  • Meldung durch UKW-Sprechfunk Kanal 16 "MAYDAY" oder entsprechende Signalgebung an Geräten mit DSC-Controler Kanal 70
  • Ball über oder unter (irgend-)einer 4-eckigen Flagge
  • orangefarbenes Rauchsignal
  • Flammensignal (Fackel)
  • langsames Heben und Senken der seitlich ausgestreckten Arme
  • automatische Funksignale einer Seenotfunkbake
  • Seewasserfärber

 


Wetterberichte - Sturmwarndienst – Radiofrequenzen




(Foto: Sturmwarnung)



 

(ohne Gewähr auf Vollständigkeit u. Aktualität)

Sender-Angaben auf Kurz-, Ultrakurz-, Mittel- u. Langwelle in KHz

Abkürzungen: DLF = Deutschlandfunk, DLR = Deutschlandradio, DW = Deutsche Welle

 

00:05 h   -     NDR 4    ( 702 + 972 )

01:05 h   -     DLF        ( 1269 + 6190 )  DLR ( 177 +  6005 )

06:40 h   -     DLF        ( 1269 + 6190 )  DLR ( 177 + 6005 )

08:20 h   -     RSH       ( 102,9 ) nur vom 01.05. bis 30.09.

08:30 h   -     NDR 4    ( 702 + 972 )

11:05 h   -     DLF        ( 1269 + 6190 )  DLR ( 177 + 6005 )

13:55 h   -     DW         ( 6075 + 9545 )

14:50 h   -     RSH       ( 102,9 ) nur vom 01.05. bis 30.09.

21:05 h   -     DLF        ( 1269 + 6190 )  DLR ( 177 + 6005 ) beide nur vom 30.03. bis 26.10.

22:05 h   -     NDR 4    ( 702 + 972 )

 

Besonderheit: 20:30h Schwedenwetter in Deutsch auf Radio Sölvesborg ( 1179 ) nur vom 14.06. bis 27.08.

 

Folgende norddeutsche UKW-Sender senden immer im Anschluss an die Nachrichten, also teilweise auch halbstündlich, einen (sehr kurzen) Seewetterbericht:

88,7 - 92,8 - 97,6 - 97,7 - 101,8 - 101,9 - 103,3 - 104,3 - 107,1

 

Man sollte sich den Sender mit dem besten Empfang für seinen Aufenthaltsort heraussuchen.

 

Wichtige Telefonnummern

(ohne Gewähr auf Vollständigkeit u. Aktualität)

Deutschland

  • SAR (Search and Rescue) SEENOTLEITUNG (MRCC) BREMEN Deutschland, DGzRS, Leitstelle Bremen, Alarmierung vom Handy: 124 124 für deutsche Nord- u. Ostseeküste (24 Std - Hörwache)
  • SAR (Search and Rescue) SEENOTLEITUNG (MRCC) BREMEN Deutschland, DGzRS, Leitstelle Bremen:  +49 421536870 (24 Stdn - Hörwache)
  • Seewetter telefonische Ansage Deutschlandradio: +49 1803254608
  • Polizei: 110
  • Feuerwehr: 112
  • Hafen Burgtiefe (Fehmarn): +49 4371500560

 

Dänemark

SAR (Search and Rescue) Seenot / Rettungsdienst Dänemark: +45 89433099

FALCK-Rettungsdienst Dänemark: +45 70102030

Polizei: 112

Meteorolog. Institut Dänemark - Melden von Wasserverschmutzung: +45 38383663

Meteorolog. Institut Dänemark - Melden von Wasserverschmutzung; Handy-Nr.: +45 1020

Fünen - Wetter auf Deutsch: +45 38383663

ADAC-Notruf Ausland: +49 89222222

 

Region Langeland

  • Polizeidienststelle Rudköbing: +45 62511448
  • Polizeidienststelle Svendborg: +45 62211448
  • Hafen Spodsbjerg: +45 62501126
  • Hafen Lohals: +4562551385
  • Hafen Rudköbing: +45 62511339
  • Hafen Dagelökke: +45 62591730

 

Region Lillebelt

  • Hafen Middelfart: +45 64412965
  • Hafen Middelfart, Gule: +45 64410253
  • Hafen Strib: +45 64402886
  • Hafen Kongebro: +45 64412965

 

Norwegen

  • SAR (Search and Rescue) Seenot / Rettungsdienst Norwegen: +47 51646061 Notruf an: +47 67577777
  • Polizei: 112
  • Rettungsdienst: 113
  • ADAC-Notruf Ausland: +49 89222222

 

Schweden

  • SAR (Search and Rescue) Seenot / Rettungsdienst Schweden: +46 87445600
  • Polizei: 112
  • Rettungsdienst: 112
  • ADAC-Notruf Ausland: +49 89222222

 

übriges Europa

  • ADAC-Notruf Ausland: +49 89222222
  • SAR (Search and Rescue) Seenot / Rettungsdienst Spanien (E): +34 15801464
  • Polizei in Spanien (E): 112
  • Rettungsdienst in Spanien (E): 061
  • Autobahn-SOS in Spanien, z.B. bei Pannen oder Überfällen (E): 902200320
  • SAR (Search and Rescue) Seenot / Rettungsdienst Niederlande (NL): +31 255034344
  • Polizei in Niederlande (NL): 112
  • Rettungsdienst in Niederlande (NL): 112
  • Polizei in Polen (PL): 997
  • Rettungsdienst in Polen (PL): 999
  • Polizei in Frankreich (F): 17
  • Rettungsdienst in Frankreich (F): 17
  • Polizei in Luxemburg (L): 113
  • Rettungsdienst in Luxemburg (L): 112
  • Polizei in Tschechien (CZ): 158
  • Rettungsdienst in Tschechien (CZ): 155

 

Internet – Adressen

(nur beispielhafte Aufzählung von Links zum Thema "Sicherheit und Wetter")

 

  • www.dgzrs.de                                   Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
  • www.falck.dk                         Dänische Rettungsgesellschaft
  • www.ssrs.se                         Schwedische Seerettungsgesellschaft
  • www.dwd.de                          offizieller Deutscher Wetterdienst
  • www.wetteronline.de             sehr guter deutscher Wetterdienst!
  • www.wetter.de                       deutscher Wetterdienst von RTL
  • www.windwave.de/html/wetter/wetter_windtab.shtml         Windstärke Umrechnungstabelle
  • ww.dmi.dk                              offizieller Dänischer Wetterdienst
  • www.smhi.se                         offizieller Schwedischer Wetterdienst
  • http://met.no/index.html         offizielles Norwegisches Meteorologisches Institut
  • www.tv2.no/storm                 Wetterseite des 2. norwegischen TV-Senders

 

 

Buchtipps: (alle 3 Bücher: Delius Klasing Verlag)

-          „Sicherheit auf See“, Dietrich v. Haeften, ISBN-Nr.  3-7688-0807-6

-          „Wetter der Nord- und Ostsee“, Kaufeld/Bauer/Dittmer, ISBN-Nr. 3-87412-161-5

-          „Navigieren nur zum Ankommen“, Bobby Schenk, ISBN-Nr. 3-7688-0660-X

 

 

Abschließend bleibt uns zu hoffen, immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel zu haben und immer auf den Brettern stehen zu bleiben, die für uns die Welt bedeuten!

 

Norbert Wiercimok
                                        Fragen zum Thema an: anglerpraxis@laksos.de



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