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Anglerinsel Fyn (Dänemark)


"Fyn"... der Name steht für mich für herrliche Küstenabschnitte, eine traumhafte Tier und Pflanzenwelt, Sonnenuntergänge bei denen man den Alltag völlig vergisst und nicht zuletzt für eine hervorragende Meerforellenwaid. Selten findet man eine so abwechslungsreiche Fischerei vom tiefen strömungsreichen Lillebaelt im Westen über das salzige Kattegat im Norden und Langeland im Osten bis zum Inselreich im Süden. Wo sonst kann man nur 2 Autostunden von Flensburg entfernt Schweinswale und Seehunde in Freier Natur beobachten. Imponierende Fasanenmänchen laufen täglich über das Grundstück des Ferienhauses und Feldhasen kommen so nah das man sie fast streicheln kann. Kurz gesagt ein Urlaubsparadies für die ganze Familie.

Meerforellen

Sehr umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen der Fünischen Wasserläufe und Küstenabschnitte sowie intensive Besatzmaßnahmen durch das "Fyns Amt" haben den Meerforellen wieder den Lebensraum gegeben den sie brauchen um einen gesunden Bestand zu entwickeln. Jedes Jahr steigen mehr Meerforellen in die sehr kleinen und empfindlichen Wasserläufe auf und sorgen dort erfolgreich für Nachwuchs.

Demzufolge wird die Fischerei von Jahr zu Jahr immer besser was viele "meerforellensüchtige" Angler wie mich jedes Jahr nach Dänemark zieht.

Ein kleines Manko ist der oft lange anhaltende und ziemlich starke Westwind nach dem man seinen Angelplatz wählen sollte. Irgendwo gibt es eigentlich immer eine windgeschützte Ecke an der man den silbernen Torpedos nachstellen kann. Die Fischerei ist im allgemeinen in den kälteren Monaten im Süden und in den wärmeren im Norden am besten. Um entsprechend gute Watstrecken zu finden empfehle ich den Angelführer "Die 100 besten fünischen Angelplätze". Dieser ist für wenig Geld in jedem Fachgeschäft käuflich zu erwerben. Dort werden sehr detailiert Anfahrtswege und Parkplätze zu den einzelnen Strandabschnitten beschrieben und auch Schutzzonen sind eingezeichnet und müssen unbedingt gemieden werden.

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Im späten Frühjahr (Mai) haben wir im Norden der Insel gute Erfahrungen auf Grün- und blausilberne schlanke Küstenwobbler und Blinker in Gewichten um 10-20g gemacht. Viele Strände sind geprägt von Blasentang, tiefen Rinnen und dazwischen großen Sandfeldern. Diese Rinnen und Badewannen sollte man systematisch abfischen und der Erfolg stellt sich von ganz alleine ein. Oft verraten sich die Fische durch buckeln und wälzen an der Oberfläche sowie durch übermütige Sprünge.

An der Fliegenrute verwenden die einheimischen meistens Garnelenimitationen wie die "Grey Magnus" oder den "Sandhesten". Ich habe eine untermäßige gerade aufgestiegene Forelle auf eine selbstgebundene "Red Tag" fangen können. Der Fisch war noch vollkommen goldfarben mit roten Tupfen und sah noch aus wie eine Bachforelle. Noch im Wasser löste ich das schöne Tier vom Haken und schickte es mit schönen Grüßen an die Mama wieder nach Hause. Irgendwie hatte sie mich erhört und schickte mir wenigstens die Große Schwester vorbei. Der 55cm lange Fisch ging an einen grünsilbernen "Gladsax Fiske" und bot mir einen herrlichen Drill mit einem für mich glücklichen Ende. Man sollte eine Meerforelle immer ausdrillen bevor man auch nur dran denkt sie zu Keschern, das konnte ich von ihr lernen. ;-)

  


Wir fingen noch ein paar Forellen aber dies war die schönste. Voller Stolz bestaunte ich den Fang und ging überglücklich zum Ferienhaus. Wir haben windbedingt leider nur in der "Baering Vig" und bei "Enebaerode" fischen können beide Strände kann ich sehr empfehlen.


Dorsche im Lillebaelt

Das "Kleine Belt" im Westen Fünens ist ein sehr guter Platz um auf Dorsch zu fischen.

Es ist an der Brücke nach Jütland bis zu 70 Meter tief. Und bietet einen gewaltigen Fischbestand. Landzungen wie "Strib" und "Gals Klint" die ins Baelt hineinragen sind absolute Hot Spots. Tagsüber kann man mit der Spinnrute und kleinen Minipilkern und Zockern einen Dorsch nach dem anderen hervorzaubern. In Wurfweite erreicht man leicht Tiefen bis zu 20 Metern. Es ist allerdings sehr schwierig die Fische über die sehr steil abfallende Kante an Land zu befördern. Immer wieder setzen sich die Fische in Kraut- und Muschelbänken fest wodurch man eine relativ hohe Verlustrate hat. Robustes Gerät ist absolute Pflicht. Selbst die vielen kleinen Dorsche bieten in der harten Strömung einen kräftezehrenden Drill. Durch die starke Einschränkung der Netzfischerei erholt sich der einst stark gefährdete Dorschbestand wieder und damit wird nach Meinung vieler "Experten" auch die Durchschnittsgröße wieder nach oben steigen. Dennoch konnten wir auch ein paar guten Dorschen den Weg in unsere Kescher Zeigen.

  


Sobald es jedoch Dunkel wird kommen die Dorsche sehr dicht unter Land. Jetzt ist die Stunde der Fliegenfischer gekommen. Ich fing mit großen buschigen schwarzen Fliegen z.B. dem "Wolly Bugger" schnell und oberflächennah geführt in 2 Std. über 30 Dorsche wärend 2 Holländische Kollegen neben mir mit der Spinnrute dumm aus Wäsche schauten.

Die Durchschnittsgröße der mit der Fliegenrute erbeuteten Exemplare lag jedoch nur bei ca. 25-30cm. Ich hatte zwar auch zwei oder drei 35ér dabei setzte aber alle Fische zurück. Die Fliege saß grundsätzlich im Maulwinkel und ließ sich sehr leicht lösen. Die Dorsche machen am leichten Fliegengeschirr einen Höllenalarm...schöneres Angeln hab ich noch nie erlebt.

Trotz des Windes, der unsere Angelmöglichkeiten extrem eingeschränkt hat, war es ein herrlicher Urlaub und ein schönes Angeln. Auch wenn nicht die erwarteten Riesen dabei waren. Ich hoffe ich konnte euch ein wenig auf den Geschmack bringen.

Bei mir und meiner Familie zählt "Fyn" zu einem Pflichtprogramm in jedem Frühjahr.



Knaek og Break...

Mathias Burmeister


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