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Wichtig für alle (Meeres)Angler!!!!!!!
Die DGzRS wird auch über das Anglerboard immer wieder die Angler über die Gefahren und die Möglichkeiten zu deren Vermeidung beim Angeln von Booten und an der Küste informieren.
Wir freuen uns über diese Kooperation, da wir finden, dass die DGzRS gerade auch für uns Angler unschätzbare Dienste leistet. Da könnte vielleicht auch der eine oder andere, der auf dem Wasser unterwegs ist, mal über eine Spende für die Lebensretter nachdenken!!!!!
Hier nun der Artikel
Geschehen an einem Wochenende im Juli 2002 in der Ostsee: Ein 53-jähriger Angler aus Niedersachsen wurde an einem Freitag Abend in seinem kleinen Boot 24 Kilometer weit auf offene See vor Großenbrode/Schleswig-Holstein getrieben. Drei Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), ein Boot des Bundesgrenzschutzes und ein SAR-Hubschrauber suchten die ganze Nacht. Am nächsten Morgen gegen 8.00 Uhr wurde der Mann von einer Ostseefähre entdeckt und eine knappe Stunde später von der Besatzung des Seenotkreuzers JOHN T. ESSBERGER geborgen. Er wurde mit leichten Unterkühlungen in ein Krankenhaus gebracht. Der kleine Außenbordmotor seines vier Meter langen Bootes war viel zu schwach und erlitt am Ende einen Defekt. Anglerfreunde hatten die Seenotretter informiert.
Die Aufgabe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist es, Menschenleben aus Seenot zu retten. Sie ist mit 60 Seenotkreuzern und Seenotrettungsbooten auf 54 Stationen an der deutschen Nord- und Ostseeküste von Borkum bis Ueckermünde präsent und rund um die Uhr sofort einsatzbereit. Neben der Berufs- und der Freizeitschifffahrt müssen die Seenotretter auch immer wieder in Not geratenen Anglern zu Hilfe eilen.
Häufig überschätzen die Petrijünger die Seetauglichkeit ihrer Boote. Auch in Küstennähe kann dies schnell zu einem Seenotfall führen, z.B. bei plötzlichen Wetterverschlechterungen, Unkenntnis des Reviers, durch falsches Verhalten an Bord oder durch die Bugwelle eines vorbeifahrenden Schiffes, wenn kein angemessener Abstand zum Hauptfahrwasser gehalten wird.
Durch Winddrift, Strömungen und in der Nordsee durch Ebbe und Flut kommt es immer wieder vor, dass Angelboote auf die offene See getrieben werden, im schlimmsten Fall dort kentern oder vollschlagen und sinken. Treibt der Angler erst einmal im Wasser, so gelingt es ihm häufig nicht, aus eigener Kraft an das Ufer zu schwimmen. Hierzu trägt auch die oftmals sperrige Angelbekleidung bei. Nun droht nicht nur die Gefahr des Ertrinkens, sondern auch der Unterkühlung. Auch bei sommerlichen Temperaturen wird diese Gefahr häufig unterschätzt.
"Grundsätzlich soll man auch bei ruhiger See immer eine Rettungsweste tragen," empfiehlt Ulf Kaack, Sprecher in der Bremer DGzRS-Zentrale. "Vor und während des Angeltörns darf man auf keinen Fall Alkohol trinken. Warme, wasserdichte Kleidung und Proviant gehören zur Ausrüstung eines Angelbootes, das seetüchtig sein muss. Grundsätzlich sollte man sich vor Antritt eines Törns auf die See einen Wetterbericht einholen. Auch sollten immer Personen an Land darüber informiert sein, wo und wie lange sich der Angler auf dem Meer befindet und wann er seine Rückkehr eingeplant hat. Verfügt der Angelsportler über keine nautischen Grundkenntnisse, so empfehlen wir ihm, vor Ort Informationen über die Besonderheiten des Reviers zu erfragen. Dies kann man beispielsweise auch bei einer DGzRS-Station tun."
Häufig passiert es, dass es bei nicht sachgemäßem Umgang mit dem Angelgeschirr zu bösen Verletzungen durch Angelhaken kommt. Immer wieder müssen die Rettungsmänner außerdem Einsätze für plötzlich an Bord von Angelkuttern erkrankten "Petrijüngern" fahren. Ein Herzinfarkt oder ein Insulinschock auf hoher See muss oftmals im Bordhospital eines
Seenotkreuzers behandelt werden, bevor der Patient zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus auf dem Festland transportiert wird.
"Wer Angelsport auf der Nord- und Ostsee betreibt, sollte sich der Gefahren bewusst sein und sich durch Ausrüstung und entsprechendes Verhalten auf alle Eventualitäten vorbereiten," so Ulf Kaack. "Eine 100-prozentige Sicherheit auf See gibt es nicht. Darum können wir jedem Freizeit-Skipper die sorgfältige Vorbereitung eines Törns und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen an Bord nur nahe legen."
Folgende Ausrüstungsgegenstände empfiehlt die DGzRS für jeden Angeltörn:
- Notpaddel für den Fall eines Motorschadens
- Ohnmachtsichere automatische Rettungsweste
- Radar-Reflektor, um von großen Schiffen erkannt zu werden
- UKW-Funk und Mobiltelefon
- Hand-GPS zur Ermittlung des eigenen Standortes
- Positionslaternen bzw. -lampen
- Signalmittel (ggf. genehmigungspflichtig), um bei einem Seenotfall mit z.B.Handfackel, Rauchsignal oder Signalraketen Hilfe zu alarmieren
- Suchscheinwerfer
- Erste-Hilfe-Koffer wie im PKW
- Schöpfeimer für den Fall, dass Wasser in das Boot strömt
- Anker mit Leine
- Handkompass
- Trillerpfeife oder Signalhorn zur Abgabe eines akustischen Notsignals
- Wärmende Bekleidung, Nässeschutz
Seit ihrer Gründung im Jahr 1865 finanziert sich die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ausschließlich durch Spenden und die Beiträge ihrer freiwilligen Fördermitglieder. In ganz Deutschland sind mehr als 20000 Sammelschiffchen aufgestellt und tragen Spenden für das deutsche Seenotrettungswerk zusammen. Jeder kann mit einer Spende oder einer Fördermitgliedschaft einen Beitrag dazu leisten. Weitere Informationen findet man im Internet unter www.dgzrs.de. Sie können auch direkt bei der DGzRS-Zentrale in der Werderstraße 2, 28199 Bremen, angefordert werden.
Ulf Kaack |