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Anleitung Bleigiessen
Jeder von euch kennt die Problematik mit dem Grundblei. Oft sind die Bleie zu teuer und für gewisse Preise nur in äußerst geringen Stückzahlen zu haben. An Flüssen hat man zudem das Problem, dass mit jedem Hänger auch das Blei verschwunden sein könnte, was den Geldbeutel strapaziert auf Dauer. Auch kommt es bei den meist runden Formen dazu, dass die Strömung runde Bleie auf dem Gewässergrund " kullern " lässt. Ich habe nach etlichen Versuchen mit unprofessionellen Methoden, wie Muttern, Radauswuchtgewichten usw. als Ersatz für Grundblei mehr durch Zufall eine Alternative zur kostengünstigen Herstellung von Blei gefunden, wo jeder die Gewichtsklassen selber bestimmen kann bei der Herstellung.
Formen zu kaufen ist zwar auch nicht schlecht, nur hat man meist nicht mehr wie 4-5 Gußnester zur Auswahl und die Gewichtsklassen stehen fest beim Guß. Zumahl die Formen recht teuer sind. Gips eignet sich nur, wenn er trocken gebrannt wurde sonst spritzt es beim gießen.
Die Form die ich gewählt habe ist in jedem Haushalt als Abfallprodukt vorhanden: Für meine Bleie, die ich gieße und nur noch verwende , nehme ich die Hüllen von Tee-Lichtern. Diese gibt es im 100er Pack für 3 Euro. Die Metallhülle der ehemaligen od. abgebrannten Kerzen sind optimal und als Einwegform sehr gut zu verwenden. Auch eignen sich hervorragend Verschlüsse von Schnapsflaschen ( Plaste entfernen innen! ). Das Blei hole ich mir vom Reifendienst, dort gibt's genug für umsonst! Zum erhitzen verwende ich einen Gasbrenner und einen alten Kochtopf von Muttern sowie eine Stahl - Soßenkelle zum schöpfen und gießen.

Man kann beim Gießen (auch unter Verwendung einer Küchenwaage) Gewichte ab 30g bis hin zu 250 g bei den kleinen und 600 g bei den großen Teelichtern herstellen. Bei Schnapsflaschenverschlüssen geht's von ca. 10g - 90 g als kleine Form. Optimal fürs Pickern.
Die großen Bleie bis 300g verwende ich als Absenkbleie für Stellmontagen beim Welsangeln, damit die Schnur unter geht um keine Verluste durch Schiffahrt zu haben. Größere Gewichte eignen sich auch zum Downriggern.
Die Herstellung ist ganz einfach. Man biegt einen Nirodraht ( VA - hat fast jede Schlosserei als Schweißdraht ) ,schneidet knapp die doppelte Länge des Durchmessers der Form ab und biegt eine enge V-Form oder Öse. Diese wird je nach Einfüllhöhe des Gießblei durch die Metallhülle des Teelichtes gesteckt und dann Blei in die Hülle gegossen. ( Probieren wg. Gewicht ! ) Dabei ist es egal ob noch ein bisschen Restwachs in der Form ist. Nach dem Abkühlen entfernt man die Metallhülle und dem Rohblei steht der weiteren Verarbeitung wie Lackieren und Gewichtsangabe nichts mehr im Wege.
Durch die flache Form liegen die Bleie wie angesaugt am Grund und haben eine Art Lifteffekt beim Anhieb. Ausserdem verhaken sich nicht so sehr bei Hindernissen. Auch die Flugeigenschaften sind absolut überzeugend. Probiert es einfach mal aus!
Petri Heil wünscht Clemens
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