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Nes 2004
Tag 1
Ankunft am 12.Mai um 18.30 in Oslo. Anreise über die R3 Zwischenübernachtung in Tynset auf einem Campingplatz. Der Preis war 360 Nkr für eine sehr einfache Einraumhütte. Das hatten wir auch schon günstiger oder besser, aber auf der R 3 waren noch viele Campingplätze geschlossen.
Tag 2
Am nächsten Morgen die Überraschung, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Der Weg zum Waschhaus war sehr frisch bei 2 Grad und die fünf Minuten Dusche für 10 Nkr waren sehr kurz. Von hier ging es weiter zu unserer Hütte in Nes. Wir waren für 16.00 Uhr angemeldet sind aber schon um 14.00 Uhr an der Hütte gewesen, und es war noch niemand da. Der Schlüssel steckte und wir haben uns erst mal häuslich eingerichtet. Mehrmals versuchten wir unseren Ansprechpartner vor Ort, den Bruder der Vermietern zu telefonisch zu erreichen, das war aber leider nicht möglich. Um kurz nach 16.00 Uhr erschien er dann und zeigte uns das Boot im nahen Hafen. Er füllte die Tanks auf und bat uns bei der Abreise das gleiche zu tun.
Da wir in der Hütte alles fertig hatten machten wir uns umgehend bereit zur ersten Ausfahrt. Trotz des guten Bootes war es bei 1 1/2 Meter hohen Wellen nicht wirklich schön. Bas Boot schlug beim Fahren immer wieder hart auf das Wasser und wir trieben immer wieder sehr schnell auf das Ufer zu. Ich hatte einen Dorsch und einen Seelachs gefangen und die beiden anderen waren noch Schneider. Horst (Ösi52) wurde leicht Seekrank und Willi (Wille) war auch nicht mehr gut drauf. Deswegen fuhren wir wieder zurück in den Hafen.
Tag 3
Heute morgen sah das Wetter schon viel besser aus. Deswegen fuhren wir Richtung schwarze Tonne. Unser Vermieter hatte uns die Tonne als guten Fangplatz empfohlen. Dort fingen wir alle einige Schellfische und Dorsche. Die Fische waren zwar keine Riesen, aber nach dem ersten Tag waren wir froh, dass jeder ein paar Fische in der Kiste hatte. Nachmittags fuhren wir nach links ca. 200 Meter von unserer Hütte entfernt fingen wir eine Halbe Kiste voll Dorsche. Mit der Menge waren wir zufrieden, die Größe hätte besser sein können.
Tag 4
Am Sonntag ging es zunächst wieder an den guten Platz vom Vorabend. Scheinbar hatten wir hier alles Rausgefangen. Deswegen fuhren wir quer über die Fahrrinne hinter die Untiefe im Travafjord. Wegen des strammen Windes ließen wir uns wieder zurück treiben. Die Drift über den mehr als 100 Meter tiefen Fjord brachte uns an den tiefsten Stellen 2 gute Pollacks. Bis zur Mittagspause hatten wir 10 mittelprächtige Fische. Die Mittagspause machten wir erst im 15.00 Uhr, was wir am täglich vorbeifahrenden Postschiff erkennen konnten.
Nachmittags war der Wind völlig verschwunden, damit war aber auch 0 Drift. Der einzige im Boot, der überhaupt was fing war Willi: 1 Leng, 2 Schellfische und einen Dorsch. Das er der einzige war, lag wahrscheinlich an seinem Makrelenvorfach mit Glitzerfliegen. Horst und ich hatten es auf schwerere Kaliber abgesehen und blieben Schneider. Abends gab es dann Regen.
Tag 5
Der morgendliche Blick aus dem Fenster verheißt nichts gutes, starker Wind und hohe Wellen. Wir beschießen nach dem Frühstück zu Tanken und dann zum Jössundstraumen zu fahren. Am Straumen haben wir bei extremer Strömung und Dauerregen 4 Stunden alles mögliche versucht und keinen einzigen Biss gehabt. Auf dem Rückweg haben wir in einer Bucht einen Eimer voll Muscheln als Naturköder mitgenommen. Da auch am Abend immer noch sehr starker Wind war haben Horst und ich noch einen Versuch in unserer Hafeneinfahrt gemacht. Die Beute war ein kleiner Dorsch ein paar Krabben und jede Menge Algen. Es waren einige Zupfer an der Rute zu erkennen, oft war aber nicht klar, ob unten ein Fisch oder oben der Wind die Rute bewegte. Kurz vor Mitternacht hatte der Wind sich noch weiter verstärkt, so dass wir ohne große Hoffnungen für den nächsten Tag schlafen gingen.
Tag 6
Der erste Blick aus dem Fenster bestätigt die schlimmsten Befürchtungen. Der Sturm hat sich weiter verstärkt, es scheint zwar zeitweise die Sonne aber an eine Ausfahrt ist nicht zu denken. Auf den Fotos sieht man einen Kutter, der wesentlich größer als unser Boot ist, und die Wellen schlagen über das ganze Boot. Nach einer gemeinsamen Beratschlagung beschließen wir eine geschützte Stelle zum Uferangeln zu suchen. Unser Vermieter kam mal kurz vorbei und sagte uns, dass das Wetter die ganze Woche so bleiben soll. Aber wir wissen ja, die Wetterbericht hat nicht immer Recht.
Tag 7
Um 7:30 weckt uns Horst, die Wind ist weg! Ein Blick aus dem Fenster und Tatsächlich nur kleine Wellen auf dem Wasser. Der Himmel sieht von dunkel grau bis hell blau auch nicht so schlecht aus. Es wird wohl Regen geben, aber Hauptsache das Wasser ist ruhig. Schnell Frühstücken und dann gleich los.
Nach einer halben Stunde der Schock, das selbe Bild wie gestern, Hohe Wellen und es schüttet in Strömen. Die gegenüberliegende Insel Trava ist nur noch schwer zu erkennen (Sch....). Also wieder abwarten und Hoffen. Nach einigen Stunden hat der Wind wieder etwas nachgelassen, so dass wir es nach mal versucht haben. Die Ausfahrt endete wieder mit Sturm. Wir wurden ordentlich geduscht, vom Himmel und vom Meer. Unsere Fischkiste war halb voll, jedoch nur 10 Fische und der Rest war Meerwasser. Zum Glück hatte unser Boot eine Pumpe um das massig hereinkommende Wasser automatisch abzupumpen. Der gefangene Fisch wurde zum Teil direkt lecker zubereitet. Nachmittags fuhren Horst und ich nach Sunde um unsere Vorräte aufzufrischen und wenigstens mal was von der Gegend zu sehen. In Sunde gibt es ein Sportgeschäft, mit einer sehr gut sortierten Angelabteilung. Horst hat oder einen Pilker nachgekauft, der in Deutschland 13 € gekostet hat, hier umgerechnet nur11 €! Wir fuhren noch weiter an der Küste entlang und sahen an einem Fluss ein Paar Fliegenfischer, die In einer Privatzone, wie auf Schildern zu lesen war fischten. Nach etwa 3 Stunden waren wir wieder zu Hause. Fotos haben wir fast keine gemacht, weil es fast überall nur grau war. Abends kam dann die Krönung des Tages, Schnee bis ans Meer, der sogar auf dem Auto liegen blieb. Auf dem gegenüberliegenden Dach unseres Vermieters kam die weiße Masse schubweise herunter.
Tag 8
Heute morgen fallen Steine vom Himmel, es hagelt. Aber wir hoffen weiter auf besseres Wetter. Unser Vermieter sagt uns auf die Nachfrage nach der Möglichkeit wo wir im Süßwasser angeln können, dass in ca. 10 km Entfernung ein See mit Saiblingen und Forellen ist wo wir ohne Schein angeln können. Also sind wir dorthin gefahren. Am Ufer geht ein befestigter Weg entlang, dem sollten wir bis zu einer Hütte folgen. Nach ein paar hundert Metern waren drei Einheimische am Holzmachen, sie hatten eine Winde quer über den Weg gespannt. Wir hielten an und bekamen nur "Privat" zu hören. Nachdem ich ausgestiegen war und ihnen verdeutlicht hatte, dass unser Vermieter uns hierher geschickt hatte war das Stahlseil der Winde schell beseitigt und wir konnten weiterfahren. Bei der Hütte mussten wir noch einen Hang hinunter und dann waren wir an einer schönen Bucht, die aber offensichtlich sehr flach ausläuft. Willi und Horst gingen gleich nach links zu einigen Felsen mit kleiner vorgelagerter Insel. Ich machte bei der am Ufer stehenden Bank erst mal meine Rute klar. Ein Spirolino mit 20 g und ein mehr als 3 m langes Vorfach vor einen silbernen 2 er Spinner. Dann ging ich direkt vor der Bank ans Wasser und machte einen Probewurf. Beim einholen dicht am Ufer Biss. Eine Forelle mit ca. 30 cm machte einige Sprünge und war wieder Frei. Das ging ja gut los. Der nächste Wurf und wieder Biss eine 15 cm lange Bachforelle wurde gelandet und durfte weiterleben. Der dritte Wurf am gleichen Platz brachte wieder eine größere Forelle, die dann auch ihr Leben lassen musste. Zwei weitere folgten bei Wurf 4 und 5. Irgendwie bekam ich ein schlechtes Gewissen, als Gast an so einem super See und dann in fünf Minuten einen Fisch nach dem anderen. Der sechste Wurf beendete dann die Serie. Es machte Peng und mein einziger Spirolino verschwand für immer im See. Nach einem Hänger musste ich zum lösen auf das rechte Ufer klettern und zog eine dicke Baumwurzel aus dem See. An der Stelle bekam ich dann aber noch eine weitere gute Forelle. Weil danach die Bisse ausblieben ging ich dann auf die gegenüberliegende Seite zu den beiden anderen. Die hatten auch einen schönen Fisch gelandet. Danach hatten wir aber nur noch Hänger. Trotzdem waren wir zufrieden mir diesem Nachmittag. Abends kam unser Vermieter und erkundigte sich nach unserem Erfolg. Er fand unsere Fische sehr groß. Von ihm bekamen wir dann noch in Milchtüten eingefrorene Forellen geschenkt. Die ersten habe ich schon aufgetaut und gegessen. In einer Milchtüte für 1 L. Milch waren 10 ! Stück von der Größe wie wir sie wieder zurückgesetzt hatten.
Tag 9
Heute morgen der Blick aus dem Fenster. Alles grau aber keine einzige Welle. Sofort bin ich in die Küche gegangen Kaffee kochen und die anderen Wecken.
Wir suchten uns auf der Seekarte eine Erhebung auf 40 m wo rund rum das Wasser über 100 m tief ist. Das war unsere erste richtige Ausfahrt über 14 Km , und das am letzten Tag! Leider hatten wir dort überhaupt keinen Erfolg. Keine Fische auf dem Echolot. Wir fuhren dann wieder Richtung Hafen. Plötzlich Fische auf dem Monitor. Alle Ruten raus , und alle hatten Bisse. Die meisten hatte Willi, unter anderem einen schönen Köhler und einige Dorsche. Auf der Rückfahrt kam wieder starker Wind mit Regen und Hagel auf. Um 16.00 war der angeltechnische Teil des Urlaubs beendet. Wir versorgten die letzten Fische, fuhren tanken und machten das Haus klar.
Abreisetag
Um 7.45 fuhren wir los um die Fähre um 8.30 Uhr zu bekommen. Am Ortseingang von Breckstad Polizeikontrolle! Horst unser Fahrer musste blasen. Kein Problem, aber die Frage nach den Papieren ergab dann doch ein Problem. Er konnte seinen Führerschein nicht finden. Nach einigem Suchen fragte ich den Polizist ob er einverstanden ist wenn wir Fahrerwechsel machen. Er nickte und wir kamen noch rechtzeitig zu Fähre. Die Weiterfahrt nach Oslo über die E 6 verlief dann ohne besondere Vorkommnisse. Auch die Heimfahrt am nächsten Morgen.
Fazit Super Haus, tolles Boot, nette Betreuung, sch.... Wetter.
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Joachim Paske
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