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START auf Räuber
Der 1. Mai bedeutet in vielen Bundesländern das Ende der Raubfischschonzeit. Endlich kann wieder auf Hechte, Zander und Barsche gefischt werden. Und die Chancen könnten kaum besser stehen, denn nach der Laichzeit sind die Räuber hungrig und so halten sie sich oftmals im flachen Wasser auf um die dort laichenden Weißfische zu jagen. So hat man auch an größeren Gewässern hohe Erfolgsaussichten ohne das ein Boot nötig ist.
Um möglichst große Flächen abangeln zu können, sollten sie ihr Glück mit der Spinnrute probieren. Das Angeln mit Köderfisch ist nur dann lohnenswert, wenn man einen Platz kennt, von dem man sicher weiß, dass dort ein Raubfisch seinen Einstand hat oder dass dort regelmäßig welche gefangen werden.
Wer Hechte fangen möchte, angelt am besten an ruhig fließenden Flussstrecken oder an Altarmen. Außerdem kommen die "Entenschnäbel" in krautigen Seen und Teichen besonders häufig vor. Optimal ist es, wenn am Gewässer größere Schilfgürtel oder ins Wasser gestürzte Bäume vorhanden sind, denn hier findet der Hecht einen perfekten Standplatz aus dem er hervorschießt um sich seine Beute zu schnappen. Es gibt mittlerweile unzählige sehr gute Kunstköder auf die man Hechte fangen kann. Einige Verführer, die fast an jedem Gewässer fangen sind zum Beispiel der Effzett-Blinker, Tandemspinner, sowie große Einzelspinner. Bei der Köderfarbe setze ich persönlich gerne auf "natur", also vor allem silber, denn diese Farbe imitiert Rotaugen, die in vielen Gewässern den Hauptbeutefisch der Hechte darstellen am besten. Außerdem sind gestreifte Spinner und Blinker sehr erfolgreich, wenn viele Barsche im Gewässer sind. Zu Schockfarben greife ich selten, zum Beispiel bei sehr angetrübtem Wasser. Die Köderführung sollte beim Spinnfischen auf Hecht relativ gleichmäßig sein.

Der zweite Räuber auf den sich das Angeln nach der Schonzeit lohnt ist der Zander. Die stachligen Gesellen kann man besonders gut in Flüssen und Kanälen mit trübem Wasser überlisten. Ist der Grund dazu auch noch steinig und es sind viele Kleinfische vorhanden, dann hat man in den meisten Fällen einen Hot Spot für Zander ausfindig gemacht. Während die Zander im Winter eher an ruhigeren Stellen im Fluss stehen, lohnte es sich im Frühjahr wieder in stärkerer Strömung unterhalb von Wehren und Schleusen zu fischen. Jedoch stehen die Glasaugen selten in der Hauptströmung, sondern vor allem an Strömungskanten oder dort, wo tiefe Ausspülungen am Grund sind. Gummifische sind nach wie vor einen Topp-Köder für Zander. Gelbe, grüne, aber durchaus auch gestreifte oder naturfarbene Modelle sind immer einen Versuch wert. Beim Angeln mit Gummifisch verwende ich gerne Standup-Köpfe, da ich festgestellt habe, dass die Zahl der Hänger damit deutlich zurückgeht. Der Bleikopf muss so schwer gewählt wird, dass der Köder jederzeit in Grundnähe ist. Der Gummifisch wird in kleinen Sprüngen über den Grund geführt, zwischen denen man kurze Pausen lässt. Ein weiterer erfolgreicher Zanderköder ist der Tandemspinner, wobei dieser den Nachteil hat, dass man ihn nicht direkt am Grund entlang führen kann, da man sonst unweigerlich Hänger bekommt. Auch kleine Wobbler, die am besten Rasselkugeln im Bauch haben sind gute Zanderköder. Eine sehr lohnenswerte Zeit zum Zanderangeln ist die Dämmerungsphase, wobei ich unterhalb von Wehren auch schon mitten am Tag bei strahlendem Sonnenschein Zander gefangen habe.

Der dritte Räuber auf den ich im Frühjahr gerne angle ist der Barsch. Ihm stelle ich fast nur mit kleinen Spinnern der Größen 1 bis 3 nach. Silberne und kupferfarbene Modelle sind meine Favoriten. Damit sind mir schon Massenfänge gelungen. Da Barsche oft kannibalisch leben, habe ich auch schon mit gestreiften Spinnern und kleinen Wobblern gut gefangen.
Barsche kommen in fast allen Gewässern vor. Hat man erst einmal einen Schwarm gefunden, muss man nicht lange auf den Erfolg warten. An stehenden Gewässern sind Stege, Schilfgürtel oder einmündende Kanäle und Bäche gute Anhaltspunkte bei der Platzsuche. In Flüssen stehen die Barsche im Frühjahr vor allem in den Häfen. Erst mit zunehmenden Wassertemperaturen lohnt sich wieder ein Versuch in stärkerer Strömung.
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Bei der Gerätewahl orientiert man sich am Zielfisch. Gefischt wird in jedem Fall mit Spinnruten, bei denen ich längere Modelle von 2,7 oder 3 Meter bevorzuge. Die Länge ist jedoch Geschmackssache, während das Wurfgewicht natürlich bei einer Hechtspinnrute höher ist als bei einer Barschrute. Zum Spinnfischen sollten nur hochwertige und langlebige Rollen zum Einsatz kommen, da man ja an einem Angeltag oft einige hundert Mal den Köder einholt und wohlmöglich noch den einen oder anderen Hänger lösen muss, was die Rollenachse sehr belastet. Um einen Drill erfolgreich meistern zu können, ist eine ruckfreie Bremse sehr wichtig. Beim Spinnfischen verwende ich fast nur noch geflochtene Schnüre, deren großer Vorteil die fehlende Dehnung ist, so dass man wirklich jeden Biss oder Grundkontakt genau spüren kann. Auch die hohe Tragkraft bei geringem Durchmesser ist günstig. Im Wasser ist die Geflochtene allerdings auffälliger als eine Monofilschnur. In trüben Gewässern ist dies unproblematisch, ansonsten kann man ein Vorfach aus unsichtbarer Fluorcarbonschnur vor den Köder schalten. Nur beim gezielten Barschangeln benutze ich fast ausschließlich monofile Schnur.
Veit Wilde
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