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Traumgeräte
Angelruten
In dieser Serie soll es nicht um Marken oder bestimmte HighTech - Geräte gehen, sondern darum, was ein Angler für die verschiedenen Methoden und Fischarten wirklich als Rute braucht. Immer wieder kommen im Forum vom Anglerboard Fragen nach bestimmtem Gerät auf. Und man sieht immer an der meist schnell erfolgenden Vielzahl unterschiedlicher Antworten, dass die "Vorlieben" beim Angelgerät teilweise sehr weit auseinander gehen.
Zum einen gibt es natürlich objektive Details, die jede gute Rute besitzen sollte, aber schon bei der Aktion fängt es an "kritisch" zu werden. Für die gleiche Angelmethode benutzen manche leiber eine Rute mit harter Aktion, wieder andere lieber einen Lämmerschwanz. Ausser den objektiven Details kommt es also auch auf den persönlichen Geschmack an.
Natürlich sollte eine Rute mit guten Komponenten ausgestattet sein, was Ringe, Rutenhalter etc. angeht. Aber was macht eigentlich eine Angelrute aus?? Doch zuerst einmal die für die jeweilige Angelart benötigte Aktion. Und die Rute muss natürlich auch in Länge und Gewicht passen. Um eine vernünftige Aktion zu erreichen, gibt es verschiedene Materialien die auch in verschiedenster Art und Weise verarbeitet werden. Was hier am sinnvollsten oder hochwertigsten ist, darüber möchte ich hier aber nicht diskutieren.
Sondern mir ein paar Gedanken machen, wie eine Rute in der Praxis funktionieren sollte, um uns Angler zufrieden zu stellen. Unabhängig von Marke und Preis.
Gerade jetzt im Mai und im Juni ist vielerorts ja die Raubfischschonzeit vorbei, "hechten" darf man schon fast überall wieder, auch der Zander ist schon an vielen Gewässern wieder frei. Also will ich mir als erstes Gedanken über mittlere Spinnruten machen.
Das heisst, es werden im Normalfall Ködergewichte zwischen 10 und 50 Gramm geworfen, es sind Fische im Durchschnitt um 2 - 3 Kilo zu erwarten, im Extremfall auch mal bis über 20 Kilo.
Schon beim werfen geht es los. Wer mit der Stationärrolle fischt, wird am leichtesten mit einer ausgeprägten Spitzenaktion zurechtkommen, der Multiwerfer wird eine durchgehendere Aktion zu schätzen wissen.
Beim Anhieb sollte man eine Rute mit einem nicht zu weichen Rückrat haben, speziell für den Hecht, beim Drill wäre eine Rute mit einer sensibleren, durchgehenderen Aktion oft wünschenswert. Weil sich damit Fischverluste im Drill vermeiden lassen. Auf der anderen Seite braucht man gerade in hängerträchtigen oder zugewachsenen Gewässern auch Ruten mit genügend "Stärke", um Fische von Hindernissen fernzuhalten.
Und als aktiver "Spinnfischer" wünscht man sich natürlich eine leichte Rute, die aber trotzdem stabil genug sein sollte, um nicht beim ersten "Hinsehen" schon zu zerbrechen. Schliesslich muss man auch mal damit rechnen zu stolpern, wobei dann die Ruten nicht immer unbedingt sanft landen.
Die optimale Länge liegt fürs mittlere Spinnfischen so um die 2,80 - 3,20m. Längere Ruten bieten oft mehr Wurfreserven und man kann den Fisch im Drill besser führen, allerdings ist jeder Zentimeter Länge mehr auch wieder gleichbedeutend mit mehr Gewicht.
Und noch etwas ist zu beachten: Fischt man mit geflochtener Schnur, verhindert natürlich eine gut eingestellte Rollenbremse genauso Fischverluste wie eine weichere, progressive Rutenaktion. Angelt man mit monofiler Schnur wird man sicher mit einer härteren Rute mit Spitzenaktion besser zurecht kommen - vor allem beim Twistern oder Angeln mit Gummifischen..
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Eigentlich bräuchte man also als "Spinner" eine Rute um die 3 Meter Länge mit möglichst geringem Gewicht, die dabei aber nicht zu empfindlich sein sollte. Ein optimales Wurfgewicht in der Gegend zwischen 40 und 60 Gramm wäre angebracht. Dazu eine Aktion, die eigentlich "mehrgeteilt" sein müsste: Beim Werfen hätte man gerne eine ausgeprägte Spitzenaktion, beim Anhieb richtig Rückrat, beim Drill eine eher progressive, durchgehende Aktion - die Aktion müsste sich praktisch beim Angeln "umstellen" lassen.
Kein Wunder, dass es also die "ultimative" Spinnrute eigentlich gar nicht geben kann. Denn zu den objektiven Details, wie oben beschrieben, kommt ja auch noch der persönliche Geschmack dazu. Und hier spreche ich nicht von der Farbgestaltung, sondern von der Rutenaktion. Mir persönlich sind Ruten mit einer progressiveren Aktion lieber, auch mit der Stationärrolle und beim "Gummifischen". Viele Angler bevorzugen gerade dafür aber sehr harte Ruten.
Es wird also dem interessieren Angler nichts anderes übrig bleiben, als "seine" Spinnrute einfach mal zu testen. Sei es im guten Fachhandel, sei es mit verschiedenen Ruten von Angelkollegen: Gerade bei der Wahl einer oft benutzten Spinnrute geht nichts über einen Praxistest. Noch so viele und noch so stimmige "Theorie" kann den Test in der Praxis nicht ersetzen.
Thomas Finkbeiner
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