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Das eigene Angelvideo - Der kreative Einsatz der Videokamera
Nachdem ich vor 2 Monaten einige Vorschläge zum Gelingen schöner Angelfotos gemacht habe, versuche ich diesmal in ähnlicher Weise, ein paar Tipps für die angelnden Hobbyfilmer unter uns zu geben. Wie immer sind das nur gut gemeinte, subjektive Vorschläge und Empfehlungen eines "Durchschnittshobbyvideoanglers", die vielleicht doch dem ein oder anderen zu ein paar schönen Angel-Videoaufnahmen verhelfen.
Grundsätzliches zum Videofilmen beim Angeln
Viel zu oft wird beim Erstellen von Angelvideos hauptsächlich nur auf technische Leistungsmaßstäbe geachtet wie z.B. "Welches tolle und neueste Programm habe ich hinterher für die Nachbearbeitung zur Verfügung?" etc.
Fast hat man den Eindruck, manch einem geht es NUR noch um die technischen Fragen und "Spielereien", die Gewinnung des eigentlichen Filmmaterials interessiert viele kaum noch. Egal, ob verwackelt, mehr oder weniger sinnvolle live gesprochene Kommentare, aber möglichst viele Blenden und bunte Filter einbauen! Dies sollte eben NICHT unser Ziel sein.
Das kreative Gestalten mit der Kamera, das direkte Filmen, kommt oft viel zu kurz und wird oft nicht ausreichend beachtet. Von Ergebnissen beim einfachen Drauflosfilmen kann aber das beste und tollste Nachbearbeitungsprogramm mit seinen tausend Features wie Unmengen von Szenenübergängen, Videospezialeffekten, -zig Tonspuren etc. kein traumhaftes Ergebnis einfach so daherzaubern. Die Grundvoraussetzung, einigermaßen schönes und ansprechendes Video-Rohfilmmaterial, muss vorher auf jeden Fall erst einmal mit der Kamera geschaffen werden.
Deshalb wird im folgenden einmal nicht auf die verschiedenen Videobearbeitungs- und Schnittprogramme eingegangen (näheres zu diesen Themen findet man mit der Suchfunktion im Forum des Anglerboards), sondern hauptsächlich das eigentliche Videofilmen unter die Lupe genommen.
Geeignete Videokameras
Wer nicht schon im Besitz einer Videokamera ist, sollte sich vorzugsweise eine Digitalkamera im mini-DV-Format zulegen. Dies ist das bis auf absehbare Zeit noch am weitesten verbreitete aktuelle Video-Aufzeichnungsformat. Für einen Betrag ab ca. 400,00 € bekommt man schon alltagstaugliche Standardkameras mit einem Digitalausgang zur späteren weiteren Bearbeitung im Computer. Teurere Kameras (Video-Cams oder Camcorder) bis ca. 1200,00 € und auch darüber hinaus bieten weitere sinnvolle Zusatzextras wie z.B. einen digitalen Eingang, um das im PC endbearbeitete Video am Schluss wieder auf eine kleine Digitalcassette aufzunehmen. Diese teureren Modelle haben dann auch oft eine noch bessere Bild- und Tonqualität, wobei es im Endbereich für den Privatanwender dann schon Mehr-Chip-Kameras sind. Aber für den "Normal-Videoangler" tut es eben halt auch ein einfacheres preisgünstigeres Gerät und kann schon viel Freude bereiten.
Tipps für gelungene Videoaufnahmen
Hier sind zwangsläufig auch einige Parallelen zu den Fototipps aus der vorletzten Anglerpraxisausgabe zu finden.
Die wichtigsten Punkte, worauf man beim Videografieren achten sollte:
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Immer eine betriebsbereite Videokamera zum Angeln mitnehmen! Dazu gehören aufgeladene Akkus und Ersatzakkus sowie ausreichend unbespielter freier Platz auf der Cassette im Camcorder. Am besten gleich eine Reserve- Cassette mitnehmen.
Hierbei sollte erwähnt werden, dass man mit einer größeren (schwereren) Kamera zwar i.d.R. ruhigere und verwacklungsfreiere Aufnahmen erzielen kann, eine kleinere Kamera aber sicher viel öfter "einfach mal so" mit zum Angeln genommen wird, da sie einfach handlicher und einfacher zu verstauen ist. Bei Anglern mit viel Ausrüstung ein wichtiger Punkt!
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Immer filmbereit sein! D.h., Akkus und Cassette sollten sich schon fix und fertig im Gerät befinden. Im Falle eines Falles muss es auch mal schnell gehen; unwiederbringliche Aufnahmen müssen manchmal ganz schnell gemacht werden, ohne viel Vorbereitungszeit zu haben!
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Kameraausrüstung und Zubehör gut gegen Regen/Feuchtigkeit und Staub, Schmutz, Kälte, Hitze bzw. direkte Sonneneinstrahlung und harte Transportschläge schützen, möglichst in separater Tasche.
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Ein Handtuch für die Hände, damit im Ernstfall nasse oder verschleimte Hände schnell gereinigt werden können, um die Kamera überhaupt bedienen zu können!
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Auf eine saubere Objektivlinse der Videokamera achten.
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Beim Filmen in einem Boot möglichst die Weitwinkeleinstellung beibehalten, um so auch möglichst wenig Wackler im Film aufzunehmen.
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Anlehnungsbedürftig sein! Die ruhigsten und unverwackelsten Aufnahmen bekommt man, wenn man die Gelegenheit hat, die Kamera beim Filmen irgendwo anzulehnen oder aufzustützen. Ideal ist natürlich, wenn man ein Stativ dabei hat, was aber in den seltensten Fällen von Anglern mitgenommen wird. Eine gute Alternative sind Einbeinstative, wie sie als teleskopierbare Wanderspazierstöcke mit oben angebrachtem Aufschraubstativgewinde im Jagdzubehör erhältlich sind. Eine weitere sinnvolle Hilfe ist ein kleines Schulterstativ, das besonders für die kleinen kompakten Mini-Camcorder zu empfehlen ist! Teilweise leider schwer erhältlich (immer wieder jedoch bei ebay angeboten!!!), sind sie doch eine sehr große Erleichterung, um nahezu verwacklungsfreie Freihandaufnahmen hinzubekommen! Ich selbst verwende seit langem meine kleine Videokamera nur noch zusammen mit solch einem kleinen, handlichen und leichten ausziehbaren Schulterstativ und habe beste Ergebnisse damit erzielt. Die Kamera wird dabei so fest an den Körper gedrückt/fixiert, dass die entstehende "starre" Verbindung ähnlich ruhige Bilder ermöglicht wie eine mehrere Kilogramm schwere Fernsehkamera.
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Auf Wasserspritzer besonders achten! Kaum jemand denkt daran, plötzlich ist es passiert: Bei strahlendem Sonnenschein ohne einen Regentropfen oder spritzendem Fisch ist die Kamera mit kleinen Wassertrofen über und über nass gespritzt! Wie konnte das passieren? Des Rätsels Lösung: Sehr oft passiert dieses Malheur, wenn ein "Kameramann" nahe neben einem Angler mit einer Stationärrolle steht. Wird die Rolle schnell eingekurbelt, entsteht durch die abspritzende nasse Schnur, die sehr schnell auf die Rolle gewickelt wird, ein feiner, aber starker Wassernebel! Davor sollte man sich hüten und lieber einen Mindestabstand von 1,5m zu einem Angler in Aktion halten!
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Nicht zu viele Zoomfahrten und Schwenks mit der Kamera vollführen. Die Action soll der Angler und der Fisch vollbringen, nicht der Kameramann. Sonst ist beim anschließenden Betrachten im heimischen Wohnzimmer der Betrachter sehr schnell ermüdet, wenn er der Kameraführung nur mit Mühe folgen kann. Schöne Schwenks von grandioser Landschaft und der näheren Umgebung einer Urlaubsunterkunft können dagegen aber natürlich auch einen Urlaubsfilm hervorragend abrunden.
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Kalt-/Warm-Beschlag der Objektivlinse beachten! Mir ist es selbst schon passiert: Draußen, wo es feucht und kalt war, hat man herrliche Drillszenen aufgenommen. Ist man z.B. in der Ferienunterkunft angekommen und will das anschließende Filetieren noch einmal Filmen oder noch einmal den Fang stolz präsentieren, muss man darauf achten, dass die Objektivlinse durch den Temperaturunterschied nicht mehr beschlagen ist! Sonst fragt man sich nach dem schönen Urlaub, wenn man sich zuhause den Film anschaut, woher der Nebel in der guten Ferienstube plötzlich gekommen ist! Beim Filmen fällt so etwas leider nicht immer sofort auf.
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Wechselnde Motive! Nichts ist später langweiliger, als sich eine Fischbild-Videosequenz pausenlos angereiht nach der nächsten anzuschauen, auch wenn die Fische noch so kapital und schön sind. Neben Drills, Vollformat- und Nahaufnahmen von Fischen (z. B. ein gewaltiger Fischkopf oder ein geöffnetes Maul) gehören Personenaufnahmen, das Zeigen von Gebäuden, Booten, und Sonnenstrahlen auf dem Wasser ebenso zu einem gelungenen Angelvideo. Eine gute Idee sind auch Aufnahmen von See- oder Landkartenausschnitten. Und warum sollte nicht auch mal der eigene Erfolgsköder auf dem Video verewigt werden?
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Auch wenn man sich anfangs vielleicht etwas albern dabei vorkommt: Manchmal ist es hilfreich, gleich während des Filmens ein paar wesentliche informative Kommentare mit auf das Band zu sprechen! Nach einem halben Jahr weiß man evtl. schon nicht mehr so genau, wie dieses Fleckchen Erde auf der Durchreise hinter den 7 Hügeln und 4 Seen doch gleich noch hieß oder wie groß der Fisch genau war.
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Liveaufnahmen sind das Schönste! Nichts geht über das Kribbeln, das einem den Rücken hinunterläuft, wenn man sich später einen Videofilm mit einem Live-Drill des in diesem Moment vor der Videolinse stolzesten Anglers der Welt anschaut oder der gerade erst gefangene Fisch noch taufrisch in einer stahlblauen Farbe im matten Sonnenuntergangsrot glänzt! Da kann kein verschrumpelter, angetrockneter oder mit Druckstellen verschandelter Fisch mithalten, der erst nach über einer Stunde zuhause oder in der Ferienunterkunft gefilmt wurde! Auch der Hintergrund ist bei zeitnahen Aufnahmen naturgegeben eigentlich auch fast immer der schönste.
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Fazit
Auch diese Tipps zum Videografieren sollte man sich zwar ruhig durchlesen und vielleicht das ein oder andere für sich übernehmen; aber nach wie vor sollte man dann zwischendurch ruhig einmal "aus dem Bauch heraus" filmen ohne lange zu überlegen! Gerade die Mischung aus überlegten Aufnahmen einerseits und "kreativen Einfallsfilmchen des Augenblicks" können interessant sein. - Ich freue mich jedenfalls schon auf den Dreh meines nächsten Angelvideos!
Film ab,
Euer
Norbert Wiercimok
E-Mail: laksos@anglerboard.de
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