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Hochwasser angeln am Neckar? Was beißt im trüben?

Am 28.03.2005 machte ich mich optimistisch auf um an einem Neckarabschnitt in Ilvesheim (Mannheimer Stadtteil ) zu fischen, den ich normalerweise nur im Sommer befische! Ich hatte mich einige Tage zuvor bei verschiedenen Anglerbaordusern und in verschiedenen Threads informiert, was sie den davon halten bei Hochwasser zu fischen. Von allen kam mehr oder wenige die gleiche Aussage – Hochwasser? Vergiß es, und bleib lieber zu hause, da haste mehr davon! Nein, das wollte ich dann schon selbst ausprobieren. Meine eigenen Erfahrungen sammeln!

Um 9.20 Uhr am Neckar angekommen. Suchte ich mir erst einmal einen Platz heraus und beobachtete die Strömung um geeignete und beangelbare Plätze zu finden. Denn die Hauptströmung war schon etwas schnell. Ich habe dann einen Platz gefunden der ca. fünf Meter flußabwärts von einer Einbuchtung lag. In dieser Einbuchtung, ca. 50x5 Meter groß, wollte ich mein Glück versuchen da dort die Strömung sehr gering war, und als ich dann während dem Aufbau große Rückenflossen aus dem Wasser auftauchen sah und immer mehr Fische in dieser Bucht aufstiegen, um wahrscheinlich die erste Anflugnahrung aufzunehmen, wurde ich doch etwas zügiger beim Aufbau!

So die erste Rute mit Futterkorb montiert und an die Strömungskante der Bucht geworfen. 10 min. später wollte ich die zweite auslegen als ich gerade an der ersten Rute einen sehr harten Biss (für diese Jahreszeit) feststellte, sofort hab ich den Anschlag gesetzt und dann ging der Drill los. Da ich flussaufwärts meinen Köder ausgelegt hatte, war der Widerstand den der Fisch (er schwamm ja mit der Strömung auf mich zu) lieferte nicht sehr groß. Aber als er dann an mir vorbei war nutzte er die Strömung aus.

Und mit dem Gedanken an mein 0,14 Vorfach, ließ dies mich doch sehr verhalten drillen. Nach gut 2 Minuten hatte die erste und größte Nase keine Kraft mehr und ich konnte sie sicher mit der Hand landen. Sie hatte exakt 60cm! Ich war sehr überrascht, da ich für solche Temperaturen (+5 Grad) einen trägeren Drill erwartet hatte. Guten Mutes konnte ich dann bis 15 Uhr 9 Nasen mit Maßen von 45-60 cm, 6 Brassen mit 35-55cm und eine Rotfeder von ca. 20cm landen. Zudem unzählige zarte Bisse die ich nicht verwerten konnte! Ich nehme an das es Ukeleis waren, die sich am Köder versuchten.

Ich gehe davon aus das in dieser Bucht eben viel Nahrung angeschwemmt wird und dort auch die Strömung für die Fische nicht zu anstrengend ist! Das Wasser in der Bucht hatte eine nur sehr geringe Strömung im Vergleich Eine andere Möglichkeit wäre auch das dort die Nasen sich sammeln um abzulaichen!

0505_hochwasserangeln_01.jpg

Fazit: Ein schöner Angeltag, der mir bewies, dass man auch bei Hochwasser an bestimmten Stellen gut fangen kann!

Futtermischung:



30%Semmelbrösel
40%Rotaugenmischung
30%Senas Barbix



und je nach Trübung des Wassers mit Kakaopulver farblich angepasst ( Mein Futter war ein Tick heller als die Wassertrübung ).

Montage:

Einfache Futterkorbmontage, 18er Haupschnur schwarz und Sensas 14er Feelings Vorfach. 14er Sensas Haken sehr dünn, gefischt in hochglanzpoliert und brüniert (dunkler Haken). Mit beiden Haken wurde gut gefangen. Haken binde ich grundsätzlich selbst, da ich dann das Vorfach und Haken kombinieren kann, was Stärke, Länge und Zielfisch angeht.

Ich habe auch versucht mit einer 22er hellen Hauptschnur zu fischen. Das ging auch, wobei ich mit der 18er mehr Fische hatte. Das Vorfach wählte ich sehr kurz, ca. 25cm, da ich den Köder als Popup angeboten habe. Erst drei Fleischmaden dann ein kleines Stück einer Styroporkugel und zum Schluss 3 - 4 Pinkies!

Gewässer:

Neckar zur Zeit schnellfließend und Hochwasser. Im schnellfließenden Teil kiesiger Grund, in Ufernähe und in Buchten Sandboden.

Wetter:

Himmel bedeckt, ab und zu kam die Sonne raus, und es tröpfelte gelegentlich! Es gab komischerweise keine Beißflaute egal ob es kurz nieselte oder die Sonne schien!

Fotografierte Fänge:

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Ich wünsch Euch viele Fische,

Stefan Henn


 
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