Google
 
Web www.anglerpraxis.de
Guten Tag, und Viel Spaß im Archiv des Anglerboard-Magazins!


  Navigation
picStart
picAktuelles Magazin
picMagazinforum
picOnlineshops
picKleinanzeigen
picImpressum
picHaftungsausschluss
picAnglerboard.de



  Archiv
picGesamtes Archiv
picAllgemein
picRaubfischangeln
picFriedfischangeln
picMeeresangeln
picJungangler
picGewässertipps und Reiseberichte
picGerätetips und Berichte picBasteln und Gerätepflege
picRezepte und Kochtips
picPolitik und Naturschutz
picInteressengemeinschaft Angeln
picUnterhaltung
picPressemitteilungen und Firmenvorstellungen
picSonstiges




Angeln mit der Schwingspitze



In einer losen Folge wollen wir (einige Member aus dem Friedfischforum des Anglerboardes) verschiedene Aspekte und versch. Jahreszeiten des Fischens mit der Schwingspitze beleuchten.

Den Anfang macht unser Hamburger Jung.

Euer „Rotauge“



Gerät :

Rute I: Leichte 3,00 m lange Ledger – Rute von DEGA mit durchgehendem Korkgriff, Schieberollenhalter (sehr angenehm!) und Fuji-Ringen. Optimales Wurfgewicht bis ca. 20 Gramm.

0505_schwingspitze_01.jpg



Rute II: Mittlerer 2,40 m langer Picker – Rute von DAM mit Schwingspitzenspitze auch hier Korkgriff, allerdings mit einem Schraubrollenhalter. Optimales Wurfgewicht bis ca. 30 Gramm.

0505_schwingspitze_02.jpg



Rolle: DAM Quick Finessa III

0505_schwingspitze_03.jpg



und DAM Quick TRX

0505_schwingspitze_04.jpg



mit 0,12 mm bzw. 0,16mm Mono-Schnur (je nach Gewässer). An Gewässern mit vielen Karpfen kommt meine DAM Finessa S mit 0,20mm zum Einsatz

0505_schwingspitze_05.jpg

 
Werbung
 



Schwingspitzen: bisher ausschließlich Spitzen von Middy, in den Gewichtsklassen von 8 bis 10 Unzen, verwendet.

Montagen: Laufblei (von 3 bis 20 Gr.) mit Abstandshalter, Futterspirale oder Futterkorb. KEINE Festbleimontagen!

Köder: Maden, Laubwürmer, Mais, Erbsen, Teig. Häufig auch als Kombiköder.

Gewässer: kleine stehende Seen mit einer Fläche von 1 bis 3 Hektar mit Tiefen bis zu 1,80 Meter und viel Schilfbewuchs.

Bericht

Aufgrund eines Berichtes in einer Angelzeitschrift (F&F oder Blinker, bin ich mir nicht mehr sicher) bin auf das Schwingspitzangeln aufmerksam geworden. Es wurde damals (Anfang der Neunziger) schon als wenig populäre und recht spezielle Angelmethode bezeichnet. Heute findet man (leider) noch weniger Angler die dieser sehr feinen Angelart frönen. Der Bericht faszinierte mich sehr, weil ich damals immer mit meinem alten Herrn zum Angeln gegangen bin und dieser mit 0.35mm Schnur und mit Blei beschwerten Sektkorken als Bissanzeiger und festgeknallter Bremse auf Schleien angelte. Mir erschien das alles ein wenig grob, weil ich überall gelesen hatte, dass speziell dieser Fisch so vorsichtig sein soll. Der mäßige Fangerfolg meines Vaters bestätigte meine Meinung. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie eine Schleie gefangen und konnte nichts aus eigener Erfahrung schließen.

Damals fing ich an (sicherlich auch aus pubertierendem Protest) mit wesentlich dünneren Schnüren zu angeln. DAM brachte die Tectan auf den Markt und bescherte mir die richtige Schnur zum feinen Fischen. Seitdem fische ich eigentlich immer recht fein. Der Erfolg gab mir Recht! Ich fing meistens mehr und auch größere Fische als mein Vater. Dieser hat sich allerdings bis heute nicht davon überzeugen lassen, dass weniger (Schnurdurchmesser) oftmals mehr (Fisch) bedeutet. Von der Funktion einer Rollenbremse ganz zu schweigen. Er fragte mich eines Tages wirklich ob meine Rolle kaputt ist, weil sie beim letzten gefangen Fisch während des Drills so geschnarrt hat ( er meinte die Rollenbremse...). Naja, dass ist eine andere Geschichte.

Zurück zu meinen Anfängen des Schwingspitzenangelns. Wie es das Schicksal wollte fand ich einige Monate später, nachdem ich den Artikel gelesen hatte, eine Ledger-Rute beim Angelhändler. Es handelte sich um eine ältere 10 Fuß Kohlefaserrute von Daiwa mit durchgehendem Korkgriff, Schieberollenhalter, Ringe „ohne Einlage“ und einem Spitzenring mit Gewinde. Die Rute hat mich 50 DM gekostet. Das Gute Stück war meine erste Steckrute, dazu noch aus Kohlefaser und einem Gewindespitzenring. Was war ich stolz! Von meinem Geburtstagsgeld habe ich mir noch eine Schwingspitze, eine kleine passende Rolle mit 0,18mm Schnur gekauft und fertig war meine erste Schwingspitzausrüstung.

Meine vorherigen Angelerlebnisse begrenzten sich auf Teleskopruten mit einem Wurfgewicht um ca. 80 gr. Mit der man auf Karpfen, Hecht, Forelle, Rotauge, Aal und auch Hering angeln konnte. Nachdem ich mir meine erste „eigene“ Rute gekauft habe bin ich auch nur noch mit dieser am Wasser gewesen.

Die ersten Würfe mit montierter Schwingspitze sahen recht komisch aus, weil sich die Schnur etliche Male um die Spitze wickelte und dadurch Wurfweiten von über 2 Meter nicht möglich waren... Mit ein wenig Übung und nach sehr viel doofen Sprüchen anderer klappte es allerdings recht gut (Unterhand- und Seitenwurf klappt immer einwandfrei. Überkopfwürfe sind in meinen Gewässern nicht nötig, weil ich die Weite auch mit den erstgenannten Wurfarten erreiche).

So fing ich die ersten Jahre fast ausschließlich Rotaugen. Hin und wieder mal einen Brassen und auch ein paar kleine Karpfen. Vom Schwing-Fieber gepackt kaufte ich mir einige Jahre später, während meiner Ausbildungszeit, eine zweite Ledger-Rute. Es handelt sich um eine recht feine Steckrute von DEGA mit der ich heute noch fische. Leider ist meine alte Daiwa-Rute beim letzten Umzug kaputtgebrochen, so dass ich mir dieses Jahr einen Picker gekauft habe, welchen ich mit einer anderen Spitze schnell zur Ledger-Rute umbauen kann.

Durch das Schwingspitzangeln bekomme ich meist nicht viel vom Geschehen um mich herum mit, weil man, wie beim Pickern, mit geschlossener Rolle fischt und sich deshalb besser auf seine Schwingspitzen konzentriert. Jeder der mal einen Karpfenbiss hatte weiß wie schnell die Jungs losziehen, da ist die Rute schnell im Wasser, wenn man nicht aufpasst.

Mein Lieblingsköder sind Maden und Caster, weil ich damit nie Schneider geblieben bin und sowohl Weißfische als auch Raubfische darauf beißen.

Die von mir meist benutzten Schwingspitzen sind wohl die einfachste Form solcher Spitzen.

0505_schwingspitze_06.jpg

Es gibt sie in verschiedenen Längen und Gewichten, die ich je nach Entfernung, Wind und Köder variiere. Es gibt sie ebenfalls mit starren Haltegummis zum Angeln im Fluß.

0505_schwingspitze_07.jpg

Da in den meisten kleinen Gewässern meines Vereins nicht angefüttert werden darf habe ich in diesen Seen und Teichen immer mit leichten Tellerbleien bis 5 gr, oder selbstgebastelten Bleien zwischen 2 und 3 gr. Gefischt. Durch die feinen Schnüre und den schlammigen Grund dieser meist recht flachen Gewässer benötige ich nicht mehr Gewicht um meine Lieblingsstellen an zu werfen. Schwerere Bleie würden im schlammigen Grund versinken und die Bissanzeige verschlechtern.

0505_schwingspitze_08.jpg

In den wenigen Baggerseen meines Vereins darf man Anfüttern und kann aufgrund des sandigen Grundes auch mit Futterspirale, offenen oder geschlossenen Futterkörbchen fischen.

0505_schwingspitze_09.jpg 0505_schwingspitze_10.jpg

0505_schwingspitze_11.jpg 0505_schwingspitze_12.jpg

Als Haken bevorzuge ich scharfe und dünndrahtige Haken von z.B. Gamakatsu. Je nach Köder fische ich entweder mit durchgehender Schnur oder mit selbstgebundenen Vorfächern in verschiedenen Längen (ohne Wirbel!).

0505_schwingspitze_13.jpg 0505_schwingspitze_14.jpg

Bei Ködern wie Mais, Erbsen oder Wurm fische bevorzuge mit durchgehender Schnur um mehr Sicherheit/Reserven bei einem Karpfenbiss zu haben. Bei Maden, Caster oder Hanf binde ich gerne ein Vorfach, weil erfahrungsgemäß mehr und kleinere Fische beißen und dadurch die Gefahr eines Tiefschluckers größer ist. Zum Tiefschlucken sind meine Erfahrungen, dass kleine Fische viel ruppiger und hektischer beißen als größere Exemplare ihrer Gattung (ein gutes Beispiel hierfür sind Barsche und Rotaugen). Tiefschluckende Fische sind beim Schwingen, ebenso wie beim Pickern und Feedern zwar die Ausnahme, aber für den Fall der Fälle binde ich immer ein paar fertige Vorfächer bevor ich zum Angeln gehe, damit ich schnell wechseln kann.

Hamburger Jung




© 2003-2011 Anglerpraxis.de - Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten
Powered by MLIT