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Uschis Angelerlebnisse
Teil 7
Angeln im Main-Donau-Kanal
Im August 2002 fuhren wir zum zweiten Mal nach Dietfurt/Töging. Auch dieses Mal wollten wir im Urlaub hauptsächlich angeln.
Je näher unser Urlaub kam, umso aufgeregter wurde ich. Endlich konnten wir wieder fischen wann, wo und so lange wir wollten. Die Ferienwohnung lag ja auch sehr günstig. Mit dem Auto waren es zwischen 5 und 10 Minuten bis zur Angelstelle, je nachdem, wo man hin wollte.
Am Montagmorgen holten wir unsere Angelscheine und um 14 Uhr saßen wir schon am Altarm der Altmühl, und zwar dort, wo sie in den Main-Donau-Kanal fliesst. Zuerst stippten wir nach Rotaugen und Brassen, die wir als Raubfischköder verwenden wollten. Das klappte auch sehr gut. Kaum baumelte eine Made im Wasser, biss ein Weißfisch zu. Als ich genug hatte, steckte ich eine tote Laube von ca. 10 cm auf den Zanderhaken und warf aus. Kaum lag er auf Grund, biss auch wirklich ein Zander zu. Er war zwar nur 50 cm lang, aber immerhin fing ich gleich am ersten Tag – und um die Mittagszeit! einen Raubfisch. Achim dagegen hatte kein Glück, bei ihm biss nichts an.
Schon lange vor unserer Reise hatte Achims Bruder Dieter mit seiner Familie zur gleichen Zeit Ihren Urlaub in Dietfurt geplant. Und zwar, weil sein Sohn Stefan, als er erfuhr, dass wir wieder nach Bayern zum Angeln fahren würden, auch dorthin wollte. Das Jahr zuvor war er einen Tag bei uns gewesen und es hatte ihm, obwohl er nicht besonders viel gefangen hatte, sehr gut gefallen. Als er dann noch von unseren vielen und auch aufregenden Fängen hörte, wollte er das nächste Mal unbedingt auch im Urlaub angeln. Und zwar am liebsten mit Achim und mir. Und so kam es, dass seine Eltern mit ihm und seiner Schwester Anja für eine Woche nach Dietfurt fuhren.
Leider gingen uns in der Zeit, in der wir drei angelten, keine Raubfische an den Haken. Dabei hatte es doch so gut begonnen! Jedenfalls bei mir. Erst am 3. Tag fing Stefan in der Altmühl eine große Brasse, aber sehr glücklich war er darüber nicht. Also entschlossen wir uns mit ihm am nächsten Tag nach Griesstetten ans Altwasser zu fahren, um dort vielleicht einen Karpfen oder Rapfen zu fangen. Dort hatten wir uns auch immer unsere Köderfische geholt, bevor wir an den Kanal auf Raubfisch gingen.
Als wir am Altwasser standen konnten wir zwar viele Karpfen gründeln und ein paar Rapfen und auch Hechte beim Rauben beobachten, aber einen Karpfen fingen wir an diesem Tag nicht. Sie vermähten unser schönen roten Erdbeerboilies einfach. Dann probierten Achim und Stefan die Räuber mit Blinkern und Twister zu überlisten, aber auch darauf fielen sie nicht rein.
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Vielleicht lag es an der schlechten Wetterlage, die in den angrenzenden Ländern zuerst zu Überschwemmungen führte und dann auch das Donau- und Elbegebiet in der BRD erfaßte, dass die Fische nicht so gut bissen wie sonst. Sie reagierten ja sehr empfindlich auf Wetteränderungen und das beeinträchtigte ihr Fressverhalten.
Als Dieter mit seiner Familie am Wochenende abreiste, war die Donau bei Kehlheim ebenfalls über die Ufer getreten. Wir hätten gerne den Biergarten im Klosterweltenburg besucht, aber das ging leider nicht, denn auch dort standen die Straßen unter Wasser. Auch die Altmühl schwoll stark an. Und durch das Öffnen des Wehrs floss so viel Wasser in den Main-Donau-Kanal, dass das Angeln durch die starke Strömung, nicht möglich war.
Also überlegten Achim und ich wo wir sonst noch hinfahren zum Angeln hinfahren konnten. Morgens hatte unser Vermieter uns erzählt, dass sein Schwager am Abend zuvor innerhalb einer Viertelstunde zwei Zander von 6 und 7 kg gefangen hätte. Zuerst wollte er uns nicht verraten, an welcher Stelle das war, aber nach einigem Drängeln von mir erzählte er es uns dann doch. Sein Schwager hatte die Zander hinter der Dietfurter Schleuse in Richtung Ottmaring gefangen. Das klang so vielversprechend, dass wir es dort auch versuchen wollten. Also packten wir unsere Angelsachen, setzten uns ins Auto und fuhren los. Ich hatte schon die Befürchtung, dass dort andere Angler wären und wir keinen guten Platz bekämen. Aber als wir ankamen war weit und breit kein anderer Angler zu sehen, so dass wir uns einen schönen Platz aussuchen konnten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals sahen wir auch schon bald einige Raubfische jagen. Achim fing zwar gegen 15 Uhr einen kleinen Barsch von 15 cm, aber weitere Fische gingen uns nicht ins Netz. Als es gegen 22 Uhr zu regnen anfing packten wir unsere Sachen und fuhren zurück.
Am nächsten Tag (Sonntag, 11.08.) war es morgens zwar bedeckt, aber einigermaßen trocken. Gegen 14 Uhr fuhren wir erneut zum Kanal nach Ottmaring. Dieses Mal fuhren wir jedoch auf die gegenüberliegende Seite, in der Hoffnung, dass wir dort besser fangen würden. Es fing vielversprechend an, als Achim eine Stunde später einen schönen dicken Aal von 73 cm und 800 g landete. Der Aal konnte dem Tauwurm-Köder einfach nicht widerstehen.
Schon als wir ankamen fing es zu nieseln an. Gegen Abend wurde daraus starker Regen. Als sich bis dahin nicht mehr getan hatte, packten wir unsere Sachen wieder ein und fuhren zurück.
Am anderen Morgen, am Montag war es den ganzen Tag bewölkt. Von der Sonne war weit und breit nichts zu sehen. Trotzdem fuhren wir gegen 16.30 Uhr ans Altwasser nach Griesstetten um erneut auf Karpfen zu angeln. Jeder von uns hatte seine zwei Ruten mit Bolies bestückt. Eine ¾ Stunde später nahm der erste Karpfen einen roten Bolie, aber als Achim anschlug packte der Haken nicht und der der Fisch war weg.
Dann probierte es Achim mit einem grünen Boilie am Haarvorfach. Gegen 19 Uhr bimmelte das Aalglöckchen an seiner Rute. Erst ganz leise, dann immer lauter. Es war wie Musik in unseren Ohren. Achim hatte den Freilauf eingeschaltet, so dass der Fisch Schnur nehmen konnte. Es hatte vielleicht 30 m von der Rolle gezogen, als Achim anschlug. Dieses Mal saß der Anhieb. Der Karpfen wehrte sich gewaltig, doch das nutzte ihm nicht viel. Nach 15 Minuten landete er im Kescher. Es war wieder ein Spiegelkarpfen (70 cm lang und 7 kg schwer).
Es vergingen vielleicht weitere 20 Minuten, als sich auch das Glöckchen an meiner Rute meldete. Ich hatte ebenfalls einen grünen Bolie als Köder angeboten. Auch dieser Karpfen nahm reichlich Schnur von der Freilaufrolle. Ein oder zwei Sekunden wartete ich, dann schaltete ich den Freilauf aus und schlug an. In meiner Aufregung machte ich wieder meinen alten Fehler. Weil der Fisch sehr viel Schnur nahm, wollte ich ihn am Abhauen hindern und stellte plötzlich die Bremse fester. Die Quittung für diese Dusseligkeit kam sofort: Das Vorfach riss ab und der Fisch war weg! Ich ärgerte mich zwar über meinen dummen Fehler, redete mir aber ein, dass dies gar nicht so schlimm sei, da ich sowieso nicht so gerne einen Karpfen fangen wollte. Viel lieber wäre mir ein Hecht oder Zander gewesen. Aber ein Karpfendrill wäre doch ganz schön gewesen…
Als wir wieder in unserer Ferienwohnung waren, sagte Achim, dass der Karpfen, den ich nicht rausbekommen hatte, seiner Meinung nach noch größer und schwerer gewesen sei als seiner gewesen. Sch……ade!
Am Donnerstag (15.08.) fuhren wir erneut zur Schleuse nach Ottmaring. Der erste Barsch, der Achim an den Haken ging, war 34 cm lang und 480 g schwer. 5 Minuten später hatte er erneut einen Barsch dran. Dieser war noch kleiner, nämlich nur 30 cm lang. Weitere 5 Minuten später hatte auch ich einen Barsch am Haken. Mit 36 cm und 600 g war er der größte, den wir an diesem Tag fingen. Alle drei Barsche bissen übrigens auf Tauwurm.
Am anderen Tag stellten wir fest, das die Altmühl kein Hochwasser mehr führte, so dass wir es erneut an unserer „alten“ Stelle versuchen konnten. Dieses Mal gingen wir direkt bis zur Spitze, d.h. zur Einmündungsstelle in den Kanal. Die starke Strömung der Altmühl hatte zwar nachgelassen und wir sahen auch hier viele Fische springen und rauben, dennoch fingen wir nichts.
Am Dienstag (20.8.) war es schon morgens sehr heiß und wir beschlossen einen Ausfluss mit dem Cabrio zu machen. Unser Ziel waren der Große Brombachsee, der Kleine Brombachsee und der Altmühlsee.
Nachdem wir an allen Seen ein wenig spazieren gegangen waren, fuhren wir nach Gunzenhausen um in der Gaststätte „Im Leuchtturm“ eine Kleinigkeit zu essen. Achim hatte mit seinen Freunden Ende Mai eine Fahrradtour durchs Altmühltal gemacht und sie waren damals dort eingekehrt. Während wir unser Hefebier tranken riefen wir Lutz an und sagten: „Rate mal, wo wir gerade sind? Im Leuchtturm.“ Klar wäre Lutz jetzt auch gerne dort gewesen, aber er hatte seinen Urlaub noch vor sich, während unser langsam zu Ende ging. Auf der Rückfahrt nach Dietfurt fuhren wir an der Anlauter lang. Auf der ganzen Strecke gab es früher sehr viele Mühlen. Leider waren kaum welche erhalten geblieben.
Am anderen Morgen (Mittwoch) hatte sich das Wetter schon wieder geändert. Es war nicht mehr so heiß, „nur“ 24° und etwas bewölkt. Als wir wieder einmal in Ottmaring am Kanal saßen kamen gleich die ersten Regenschauer. Und nicht nur das, in der Ferne hörten wir auch Donnergrollen. Da das Gewitter aber noch weit entfernt war, blieben wir. Um 17 Uhr fing Achim wieder einen Barsch (dieses Mal war er nur 20 cm lang) und eine halbe Stunde später einen weiteren kleinen von 23 cm. Beide hatten auf Rotwürmer gebissen. Schon seit Tagen hatten wir in der Nähe dieser Angelstelle einen Fisch rauben gesehen. Deshalb bot Achim auch dieses Mal an seiner Schwingspitzrute eine kleine tote Laub als Köder an. Er hätte gerne den an den Haken gekriegt. Um 18.15 Uhr sahen wir, wie sich die Schwinge an seiner Rute ganz zaghaft bewegte. Kurz darauf nahm der Fisch mehrere Meter Schnur von der Rolle. Achim schlug sofort an und drillte den Räuber ans Ufer. Es war nicht, wie wir vermutetet hatten, ein Zander, sondern ein schöner Hecht von 60 cm Länge! So machte Angeln Spaß! Und so hätte es weitergehen können, tat es aber nicht und deshalb packten wir ein und fuhren zurück in die Ferienwohnung.
Tags darauf schien wieder die Sonne und die Temperatur klettere erneut auf 26°C. Nachmittags fuhren wir noch einmal zum Angeln. Dieses Mal wollten wir bis Mitternacht in Ottmaring bleiben, denn am nächsten Tag mussten wir unsere Koffer packen. Außerdem wollten wir am letzten Abend noch einmal in einem Restaurant schön essen. Gegen 17 Uhr hatte ich innerhalb von 15 Minuten 2 Barsche gefangen. Beide waren ca. 35 cm groß und bissen auf Tauwurm.
Während wir auf den nächsten Biss warteten, kam der Fischereiaufseher, den wir schon vom letzten Jahr kannten, mit seinem Fahrrad an unserer Angelstelle vorbei. Als er uns erkannte hielt er an und wir plauderten uns über eine Stunde lang. Bevor er wieder losfuhr, sagte er zu uns, dass wir seiner Meinung nach an unserer „alten“ Stelle im Altwasser (Einmündung Kanal) mehr fangen würden als in Ottmaring. Da es sich so vielversprechend anhörte und sich an dieser Angelstellte sowieso nichts mehr tat, wollte ich unbedingt noch an der anderen Stelle angeln. Vielleicht würde ich dort ja noch einen Zander fangen, dachte ich. Es war schon 20.30 Uhr, als wir unsere Angelsachen packten und den Platz wechselten. Es gab tatsächlich einige Überraschungen an der „alten“ Angelstelle, denn dieses Mal bissen nämlich alle möglichen Weißfische auf Tauwurm bzw. Rotwurm. Kaum war der Köder im Wasser, ging der Bissanzeiger. Leider fingen wir an diesemletzten Abend keinen Zander oder Aal. Als wir 2001 dort waren, hatten wir sogar einen Wels gefangen und wir waren mit der stillen Hoffnung nach Dietfurt gefahren, auch dieses Mal einen, vielleicht sogar noch größeren, an den Haken zu bekommen. Vielleicht hätte es ja auch noch geklappt, wenn wir länger geblieben wären. Aber unser Urlaub war nun einmal leider zu Ende.
Ursula Kluck
Uschis Angelseiten: http://www.unsereseite.de/uschi
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