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Masse bringt Klasse

Und zwar ist hier "Masse" an Blei als Gewicht beim Grundangeln gemeint. In vielen Situationen, sowohl beim Angeln mit Kunstköder wie auch beim Einsatz von Naturködern gilt und stimmt die Regel: So schwer wie nötig, so leicht wie möglich. Ich habe allerdings festgestellt, daß gerade beim Zanderangeln in strömenden Gewässern (Flüsse, Kanäle) dies nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen führt. Da Zander gerade in wenig strukturierten Gewässern viel umherziehen, bevorzuge ich auch beim Naturköderangeln "leichtes Gepäck", aber schweres Blei.


Fetzen als Köder

Da bieten sich Fetzen als Köder geradezu an. Man hat schnell ein, zwei Rotaugen oder Brassen gefangen, die man als Köder verwenden kann. Diese schneide ich sofort in entsprechende Fetzen. Und zwar in relativ kleine, Länge so um 4 - 5 cm, Breite um 1 cm. Dies hat mehrere Vorteile: Ich bekomme mehr Köder aus einem Fisch, ich kann den Köder öfter wechseln, so daß ich immer Fetzen mit "frischem" Geruchspotential habe, und sie lassen sich in der Strömung besser halten als voluminösere Köder.


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Seitenblei als Montage

In strömenden Gewässern benutze ich äußerst selten Posenmontagen beim Zanderangeln. Zu verschieden sind Strömungsgeschwindigkeit, zu schnell wechselt die Tiefe. Hier hat sich folgende Grundmontage bewährt:

Auf die Hauptschnur ziehe ich einen kleinen Wirbel, in den ich später das Blei einhängen kann. Davor noch eine Durchlaufperle, um zu verhindern, dass der Wirbel mit dem Bleigewicht den Knoten am Wirbel der Hauptschnur beschädigt. Als Blei benutze ich Sargbleie, durch die ich mit etwas leichterer Schnur als die Hauptschnur eine Schlaufe ziehe. So kann ich das Blei in den frei laufenden Wirbel auf der Hauptschnur einhängen. Zum einen kann ich so schnell das Bleigewicht der Strömung anpassen, zum anderen reiße ich bei einem Hänger meist nur das Blei ab. Und das kann ich ja schnell wieder einhängen.


Als Vorfach benutze ich feine Stahlvorfächer, wenn auch Hechte im Gewässer sind, ansonsten Monofile. Als Haken kommen bei genannter Fetzengröße Größen um 4 - 6 zum Einsatz.

Zu leichtes Blei als Fehlbissproduzent

So kann ich mit einer Rute, Rutenhalter, ein paar Bleigewichten, Haken und Wirbeln, meinen Fetzen und natürlich dem Kescher ohne viel Gepäck auf die Zanderpirsch gehen. Da in Fachzeitschriften immer wieder die Maxime vom Angeln "so leicht wie möglich" zu lesen ist, benutzt man natürlich zuerst einmal so niedrige Gewichte, daß der Köder gerade an der Stelle liegen bleibt, wo man ihn haben will. Und wundert sich dann, wenn man viele Fehlbisse bekommt. Denn mit einem zu leichten Blei passiert beim Biß in einem strömenden Gewässer meist folgendes:


Auch wenn durch die beschriebene Seitenbleimontage ein leichter Schnurabzug gewährleistet ist, wird bei einem Biß das leichte Blei meist etwas angehoben, so daß es schon beim ersten zupacken des Zanders stromab trudelt. Da der Zander den Köder meist mit dem Kopf gegen die Strömung nimmt, trudelt das Blei beim Biß praktisch an ihm vorbei flußab. Und spätestens wenn er das Gewicht des abtrudelnden Bleis spürt wird er oft wieder loslassen.


Meist stellt sich dies so dar: Man bemerkt ein leichtes Zittern in der Rutenspitze, bereitet sich innerlich auf den Anhieb vor, ein leichter Ruck, die Hand schwebt über der Rute, ein leichtes Ziehen, die Rute in die Hand nehmen, ein plötzlicher Ruck und der Fisch ist wieder weg :(!


Schwereres Blei als Fanggarantie

Ein schwereres Blei ist zwar keine Garantie, aber zumindest kann man damit die Fehlbißrate deutlich senken. Dazu muß man sich nur vorstellen, was unter Wasser vor sich geht:


Beim Biß auf eine Montage mit schwererem Blei bleibt dieses liegen, der Fisch kann relativ unbehindert Schnur nehmen. Scheinbar stört die Zander in den Flüßen ein gleichmäßiger, leichter Widerstand weniger, als ruckende, abtrudelnde Bleie mit unregelmäßigem Widerstand. Während bei zu leichtem Blei meist nur Zupfer zu verzeichnen sind, nimmt der Zander bei der beschriebenen Montage mit schwererem Blei oft mindestens ein paar Zentimeter Schnur. Durch die Verwendung kleiner Fetzen mit relativ großen Haken kann man dann schon beim ersten richtigen abziehen anschlagen und verangelt so auch mit Naturköder relativ wenig Fische.


Thomas Finkbeiner Anglerboard-Magazin 2003


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