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Mal wieder Peta - Und was die Bundesforschungsanstalt für Fischerei dazu sagt

Immer wieder "freuen" wir Angler uns darüber, wie unsachlich und polemisch die Organisation "PETA" versucht, für deren Ziele zu werben. Nun ist sicherlich nichts Schlechtes daran, Tiere und Umwelt schützen zu wollen - Die Frage dabei ist, in wie weit man der Umwelt einen Gefallen tut, wenn man unsachliche und/oder polemische Argumente bringt.

Der neueste "Hit", den ich dank eines Hinweises im Board auf der PETA - Seite gefunden habe:

Fischverzehr sei nicht nur ungesund sondern sogar lebensgefährlich.

Dies wurde von "PETA" mit abstrusesten Argumenten und Vergleichen untermauert, die keinerlei wissenschaftlichen Ansprüchen standhalten. Selbst ich als gelernter Koch (kein Lebensmittelchemiker oder Biologe) habe beim durchlesen der PETA - Argumente auf den ersten Blick erkannt, dass da teilweise "Äpfel und Birnen" miteinander verglichen wurden.

Daher habe ich mich mit der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg in Verbindung gesetzt. Verwiesen wurde ich an Professor Kühnhold, der beinahe vom Hocker fiel, als er die "PETA" - Argumente von mir bekam. Er versprach sofort, sich darum zu kümmern, dass in der Anstalt sich die dafür zuständigen Leute darum kümmern würden, die Argumentation von "PETA" aus wissenschaftlich korrekter Sicht zu beantworten und zu kommentieren.

Leider wollten die zuständigen Mitarbeiter, aus welchen Gründen wurde nicht mitgeteilt, nicht konkret zu den einzelnen Fragen Stellung beziehen. Statt dessen wurde auf die Seiten der Bundesforschungsanstalt verwiesen (Links am Schluss). Im Telefongespräch sagte Herr Kühnhold allerdings, dass die ganze Geschichte von "PETA" so nicht stimmt, bzw. Fragen und Antworten so ausgewählt wurden, dass eben dann das von "PETA" gewünschte Ergebnis rauskommt. Bei anderer Fragestellung und/oder anderen vorgegebenen Antworten würde das ganz anders aussehen.

Hier die Behauptungen (Argumente kann man das ja fast nicht mehr nennen): von "PETA":


Was enthält am meisten Omega-3-Fettsäuren, die das Herzinfarktrisiko senken sollen?

 A. eine halbe Dose weißer Thunfisch?  
 B. 100 gr. Regenbogenforelle?  
 C. 1 Tl Leinsamenöl?  
 D. eine Handvoll Walnüsse?  

Antwort: C

Leinsamen- oder Flachsöl liegt mit 2.372 mg pro Teelöffel an der Spitze. Überrascht? Kein Wunder nach der ganzen Reklame über Omega-3-Fettsäuren in Fisch. Doch vegetarische Substanzen enthalten meist viel mehr davon als Fisch. Walnüsse stehen dabei an zweiter Stelle mit 2000 mg, Thunfisch an dritter mit 700 mg und Forelle bildet das Schlusslicht mit 560 mg. Zu den anderen Substanzen, die viel Omega-3-Fettsäuren enthalten, gehören Raps- und Olivenöl, Alfalfa-Sprossen, Spinat und Sojabohnen.


Meine Anmerkung: Warum nimmt man da statt magerem Thunfisch z. B. keinen fettreichen Lachs?? Dann hätte das Ergebnis aber schon anders ausgesehen.


Was ist Ciguatera?

 A. Eine Kleinstadt in Portugal  
 B. Ein neues Musical  
 C. Eine Art Lebensmittelvergiftung, verursacht von Fischen, die an Korallenriffen leben  
 D. Eine teure Zigarre  

Antwort: C

Leider kein Musical, sondern eine potentiell chronische Erkrankung ohne Heilungsaussichten. Der Giftstoff, der diese Vergiftung hervorruft, stammt von Fischen wie der roten Meerbrasse, dem Seebarsch, der Makrele und dem Barrakuda. Das Schlimmste? Ciguatera - das zunächst Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe hervorruft und später Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände - wird nicht durch Kochen bzw. Einfrieren zerstört. Es ist schlecht zu identifizieren, da verseuchte Fischarten auch unter anderem Namen verkauft werden können.


Meine Anmerkung: Richtig, mir sind schon hunderte solcher Fälle in der BRD bekannt (Das war natürlich ironisch!)


Welche Nahrung ist im Hinblick auf eine mögliche Lebensmittelvergiftung am gefährlichsten?

 A. Halbrohes Hackfleisch  
 B. Rohe Schalentiere  
 C. Sushi  

Antwort: B

Rohe Schalentiere sind das Gefährlichste, das sie zu sich nehmen können (ca. eine von 250 Personen wird dadurch krank), doch andere Fischarten folgen hart auf der Ferse. Gemäß den Gesundheitsbehörden sollen Meeresfrüchte die häufigste Ursache für den Ausbruch von Lebensmittelvergiftungen sein. Das Risiko, vom Fischkonsum krank zu werden, ist ca. 25 mal höher als bei Rindfleisch und 16 mal höher als bei Schweinefleisch und Geflügel.


Meine Anmerkung: Wieso ist das Hackfleisch nur halbroh, die anderen Produkte roh? Wobei ausser Muscheln (Austern) niemand Schalentiere roh essen wird, Hackfleisch (Tatar) dagegen schon??


Wenn man Fisch lange kocht, kann man Erkrankungen vermeiden

Falsch! Legen Sie das Fischbesteck weg! Viele Fischarten sind nicht nur mit Bakterien verseucht (Die durch Kochen abgetötet werden), sondern auch mit natürlichen Toxinen wie Ciguatera und Scrombold sowie Umwelttoxinen wie PCBs, Quecksilber, DDT und Dioxin, die durch Kochen nicht beseitigt werden können. Fische können Spuren von giftigen Chemikalien enthalten, die durch Müll, Industrie- und Landwirtschaftsabwässer und sauren Regen ins Wasser gelangen.

Sind Giftstoffe erst einmal im Körper des Tieres, bleiben sie auch dort. Zum Beispiel können kleine Fische im Ontario See, die sog. Großaugenheringe, eine 500.000 mal höhere Konzentration von PCBs aufweisen als das Wasser selbst. Größere Fische fressen die Großaugenheringe, und die Konzentration steigt weiter, und die noch größeren Raubfische wie Lachs und Forelle absorbieren noch mehr.

Thunfische, Schwertfische, Haie und Heilbutte können gefährliche Werte von Methylquecksilber enthalten, die Babys im Mutterleib gefährden und Nervenzellen schädigen können.


Meine Anmerkung: Den Ontariosee (eine der Müllkippen der Amis) als einziges Beispiel heranzuziehen, ist an sich schon fragwürdig. Man könnte auch den Bodensee (Trinkwasser) nehmen. Und dass die Konzentration in Fischen höher als im Wasser ist, mag ja durchaus sein. Laut Bundesforschungsanstalt weisen die bisher untersuchten Fische in Deutschland aber keine Werte über den festgelegten Grenzen auf - im Gegenteil, meist sind sie sogar deutlich drunter.


Was fanden die Ärzte, als ein 24-jähriger Mann mit furchtbaren Unterleibsschmerzen in Krankenhaus eingeliefert wurde und am Blinddarm operiert wurde?

 B. Einen Goldbarren?  
 C. Eine seltene Aufnahme eines Beatle-Songs?  
 D. Einen 5 cm langen Wurm?  

Igitt, die Antwort ist C. Der Mann liebte Sushi und hatte am Tag zuvor mit seiner Mahlzeit aus rohem Fisch den Wurm gegessen. Weltweit werden jedes Jahr 30 Mio. Menschen mit Parasiten infiziert, weil sie rohe Meeresfrüchte essen. Einige Wurmarten werden herausgehustet, doch andere können nur operativ entfernt werden.


Meine Anmerkung: Das Problem Würmer kennen wir ja alle (zumindest die Norgeangler). Welche Aussage ausser den Versuch Ekel zu erregen steckt aber da noch drin??


Fisch kann Krebs verursachen

Richtig. Umweltexperten sind der Meinung, dass Angler ein größeres Krebsrisiko haben, weil sie Süßwasserfische essen. Nach einem Bericht der amerikanischen National Wildlife Federation kann eine wöchentliche Mahlzeit aus großen Forellen des Michigan Sees ein Krebsrisiko von eins zu zehn bedeuten. Eine andere Untersuchung zeigte, dass in praktisch allen Testgebieten das karzinogene DDT vorhanden war. Der Einsatz dieses Pestizids wurde vor 20 Jahren verboten, doch hängt es noch in den Ablagerungen am Grund und sammelt sich in fettem Fischgewebe. PCBs, die seit 1977 nicht mehr produziert werden, zeigten sich in 91 % der Stichproben und stellen das größte Krebsrisiko dar. In 92 % der untersuchten Fische wurde Quecksilber entdeckt.


Meine Anmerkung: Wieder das gleiche: Es wird eine Fischart in einem See untersucht. Das ist weder als Methode wissenschaftlich haltbar (auch hier könnte man den "Trinkwasserspeicer Bodensee wieder als Gegenbeispiel nennen), noch ist die Gefahr in Deutschland überhaupt relevant.


Was enthält am meisten Cholesterin?

 A. 100 gr Pommes Frites  
 B. 100 gr gekochte Krabben  
 C. 100 gr gebackener Lachs  
 D. Eine Putenkeule  

Antwort: B

Die kleine Krabbe ist der Sieger (oder Verlierer) mit 195 mg Cholesterin (ein Ei enthält 218 mg). Der Lachs hat`s auch in sich mit 87 mg Cholesterin. Als nächstes kommt die Pute mit 72 mg und zum Schluß die Pommes Frites, denn obwohl sie äußerst fettreich sind enthalten sie kein Cholesterin, wie auch alle übrigen pflanzlichen Nahrungsmittel.


Meine Anmerkung: Bei der Frage nach Fettsäuren nimmt "PETA" den fettarmen Thunfisch, bei der Frage nach Cholesterin den fettreichen Lachs, dafür aber auch gleich die fettarme Putenkeule zum Vergleich (hätte an dann ja ehrlicherweise die Schweinehaxe nehmen können)

Fazit

Wie immer wieder versucht "PETA" auch hier mit fragwürdigen und wissenschaftlich nicht haltbaren Methoden Stimmung gegen den Verzehr tierischer Lebensmittel zu machen - weder wissenschaftlich haltbar noch in vernünftiger Art und Weise, die zu einer Diskussion einladen würde.

Hier noch die Links zu den Seiten der Bundesforschungsanstalt für Fischerei, auf denen man wissenschaftlich korrekt ermittelte Daten zum Thema Fisch, Fischverzehr, Belastung von Fischen etc. finden kann:

Archive of Fishery and Marine Research

www.bfa-fish.de/iud/iud-d/veroeff/archive.htm

www.urbanfischer.de/journals/frame_template.htm?/journals/archfish/fishery.htm

Informationen für die Fischwirtschaft aus der Fischereiforschung

www.bfa-fish.de/iud/iud-d/veroeff/infn_dt.htm

Schriften der Bundesforschungsanstalt für Fischerei

www.bfa-fish.de/iud/iud-d/veroeff/schr_dt.htm


Thomas Finkbeiner



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