Wenn ab Mitte Juni bei uns an der Hamburger Elbe die erste Beißflaute bei der Gummiangelei auf Zander einsetzt und Tagsüber - besonders an Wochenenden- (erfolglose-) Völkerwanderungen an den bekannten Zanderplätzen auftreten, beschränke ich mich ausnahmsweise auf die abendliche Dämmerungsphase.
Beissen die Elbzander im Tidenbereich tagsüber am besten bei ablaufendem Wasser, ist es Abends meiner Meinung nach zweitrangig, wie die Gezeiten fallen. Denn jetzt im letzten Tageslicht tobt das Leben direkt unter der Oberfläche und teilweise direkt an der Uferböschung.
Mit Gummiködern würde ich jetzt a) unter den Zandern fischen und b) einen Köder nach dem anderen in den Steinen abreißen. Eine fängigere und kostensparende Alternative sind Schwimmwobbler bis etwa 12cm und Spinner bis Größe 4.
Gute Erfahrungen habe ich mit dunklen Wobblern gemacht, welche sich gut gegen den Himmel abzeichnen und vom Fisch von unten besser wahrgenommen werden als helle Köder. Auch ein "Firetiger" bescherte mir schon so manchen Biss in der Dämmerung. Das Zander auch Spinner mögen erfuhr ich beim Rapfenangeln:
Im Uferbereich einer Buhne kochte das Wasser und Kleinfische sprangen um ihr Leben. Mittendrin mein Spinner, dritter Wurf und nach kurzem Drill brachte ein kleiner Fisch die große Überraschung- ein Zander von knapp 40cm. Nach etwa einer Stunde war der Spuk vorbei und ich hatte neben zwei Rapfen vier Zander an den Spinner bekommen. Ein silber/blauer Spinner der Größe 3 war erfolgreich. Alles keine Riesen aber der Anfang war gemacht. Mittlerweile habe ich zwei Favoriten beim Spinnern auf Zander, zum einen der erwähnte silber-blaue CoraZ von Cormoran sowie ein schwarz-weißer Mepps in Größe 4.
Zum Einsatz kommt bei dieser Art des Zanderfischens bei mir eine leichte Spinnrute, welche ein Wurfgewicht von 10-30g bei einer Länge von 3m hat. Auf meiner Rolle mit guter Schnurverlegung und perfekt arbeitender Bremse ist eine geflochtene Schnur der Stärke 0,12 in dunkelgrau. Eine Kopflampe leistet gute Dienste, sowohl beim Knotenbinden als auch beim Gehen am steinigen Ufer. Um nicht auf das Wasser zu leuchten und die Fische zu verscheuchen die teilweise direkt unter der Rutenspitze rauben, sollte man sich bei eingeschalteter Lampe unbedingt vom Wasser wegdrehen.
Außerdem sollte ein großer Kescher mit von der Partie sein, denn einen 70er Zander bei Dunkelheit zu drillen hat seinen Reiz, ihn aber von Hand zu landen ist sehr leichtsinnig.
Große Maschen erleichtern das rausfummeln des Drillings ungemein! Wo Hechte vorkommen ist ein Stahlvorfach natürlich Pflicht, an den modernen 49fädrigen, feinen Vorfächern stört sich kaum ein Zander.
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