|
Start Null - Ziel Karpfen...
Danke an alle, die mir geholfen haben und für wunderbare Infos in diesem Forum, bin ich auch sehr dankbar.
Ich bin ein absoluter Anfänger was Karpfenangeln angeht, daher musste ich von null auf anfangen und erst mal tagelang im Forum lesen.
Es war nicht leicht für mich zu verstehen, wie man eine Selbsthakmontage baut, wie man einen Haarrig bindet, wie schwer ein Blei sein muss und was man für Haken verwenden soll, ohne diesen Forum hätte ich es nie geschafft.
Nun war ich soweit. alles vorbereitet, die richtige Rute ausgesucht und auf den richtigen Tag gewartet. Am Samstag war es soweit, ich bin mit meinem besten Freund und meinem Bruder endlich zum See gefahren und wir haben unsere Ruten ausgelegt. Da es auf diesem Gewässer keine Begrenzung von Ruten besteht, hat mein Kumpel gleich 5 Stk. ins Wasser gelegt. Ich hatte leider nur eine RICHTIGE Karpfenrute, dem Rest konnte ich nicht trauen, was sich später als richtig herausgestellt hat.
Ich habe mich für Frolic entschieden, mein Kumpel hat sich aber für Boilies und Tauwurm stark gemacht und meinte, mit dem Hundefutter fängt man sowieso nichts.
Die Ruten waren schon seit einigen Stunden im Wasser, aber noch hatten wir keine Bisse. Es war etwa 21:30, wo ich zuletzt meine Montage überprüft habe und den neuen Köder aufzog. Danach sind wir schlafen gegangen und haben uns fest vorgenommen, kurz vor fünf wieder aufzustehen und den Köder zu wechseln.
Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, es war mir zu kalt und im Schlafsack auf der Erde war es auch nicht ganz gemütlich.
Kurz nach vier Uhr bin endlich eingeschlafen. Eine halbe Stunde später hörte ich meinen Bissanzeiger, der so laut „geschrieen“ hat, dass ich im ersten Moment nicht verstehen konnte, was los ist. Instinktiv sprang ich auf und „rannte“ zur Rute. Wenn jemand in einem Schlafsack je gerannt hat, wird mich verstehen, wie schwer so was sein kann. Nach den ersten zwei Metern, die ich im Sprung überwunden habe, lag ich schon auf dem Boden mit dem Gesicht im Sand. Aber das war erst der Anfang! Da ich noch in einem Schockzustand war, bin ich einfach weiter, wie ein Känguru, gesprungen, bis ich endlich meine Rute in den Händen hielt und den Anhieb setzen wollte.
Das ist mir leider nicht gelungen. Der Fisch hat so viel Schnur genommen, dass den Anhieb in die Leere ging und ich schon wieder auf dem Rücken lag. Dieses mal mit dem Gesicht nach oben!
Mit den zitternden Händen fing ich an, die Schnur einzuholen und spürte kein Widerstand mehr, ich dachte schon der Fisch ist weg, es war so dunkel, dass ich nichts gesehen habe aber dann plötzlich spürte ich einen so gewaltigen Stoß, dass ich fast schon wieder mich auf die Fresse gelegt hätte. DER FISCH WAR NOCH DA.
Ich muß dazu noch sagen, dass immer noch im Schlafsack stand und konnte mich deshalb nicht richtig auf den Beinen halten.
Ich werde diese Nacht nie im leben vergessen, den dieser Drill dauerte etwa 40 Minuten oder vielleicht auch mehr, ich hatte so eine Angst meinen ersten großen Karpfen zu verlieren, dass so vorsichtig wie es nur geht gedrillt habe.
Dann haben dir ihn endlich gesehen, ich weiß nicht ob ich mich in diesem Moment gefreut oder geärgert habe, den es war mir klar dass dieser Fisch zu klein für mein Kescher ist ohne zu überlegen ging meine Kumpel ins wasser und musste den Fisch mit den Händen landen, es ist alles gut gegangen und auf dem Ufer lag ein Spiegelkarpfen, 87 cm lang und 16 Kg schwer. Ich lag daneben total fertig aber so glücklich, dass ich die Schmerzen in der Hand nicht mehr gespürt habe.
Das war kein Fisch, das war ein Monster, so gewaltig ist er mir vorgekommen. Ich konnte einfach nicht glauben, dass es soweit bringen konnte diesen Spiegler zu landen ohne, dass er abriss oder, dass der Haken sich ausschlitzte.
Die Uhr zeigte gerade 5:30 es war noch zu früh nach Hause zugehen, aber weiter angeln konnte ich noch kaum, trotzdem entschloss ich mich noch mal die Rute auszulegen und mich bisschen zu erholen.
Leider bekam ich dazu nicht so viel zeit wie nötig, etwa eine Stunde später „schrie“ der Pieper schon wieder so laut, dass ich fast unmächtig wurde, da ich wusste, dass ich einen weiteren Drill nicht überstehen würde ließ ich diesen Fisch mein Freund drillen und ich stand daneben und gab im die Anweisungen was er machen soll.
Ich war froh dass der nächste Spiegler nur 12 Kg wog und der Drill etwa 20 min dauerte, außerdem hatte ich viel mehr Vertrauen in meine Ausrüstung, so dass wir härte drillen konnten.
Der zweite Karpfen lag jetzt auf dem Ufer und war noch schöner, als der erster. Jetzt stellte sich die Frage, was nun, nach Hause oder nicht.
Wir waren so aufgeregt und fingen alle mögliche Leute, kurz nach sechs an einem Sonntag, anzurufen, manch anderer hat sich gedacht, dass wir nur verarschen wollen und gar nicht beim Angeln sind, aber es gab auch welche die Aufgestanden sind und kamen zu uns! Das hat sich dann aber richtig gelohnt, den der nächste Karpfen ließ nicht lange auf sich warten.
Zu diesem Zeitpunkt, habe ich mich schon erholt und Drillte wie ein Profi ganz ruhig und überlegend. Dieser Fisch war nur 9,5 KG schwer und genau so schön wie die anderen.
Ich kann dazu nur sagen, dass alle Fische sauber gelandet wurden und kein einziger abriss oder ausschlitzte, alle waren perfekt gehackt und das alles auf den Superköder Frolic und nur mit einer Rute. Erstaunlich für mich war auch, dass Frolic von 21:30 bis kurz vor fünf im Wasser lag und sich nicht auflöste.
Natürlich wurden auch Fotos gemacht, die ich unbedingt hier reinstellen werde um mich bei euch zu bedanken.
Mit freundlichen Grüßen
Juri
|