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Mein Erlebnis in Negenmark
Da es ja in der letzten Zeit hin und wieder mal´n büschen heiß her ging, in unseren Reihen, wollte auch ich mal wieder nen lütten Bericht einstellen... um mal den Kopf wieder freizubekommen für´s wesentliche... nämlich unserem allseits geliebten Hobby, dem fischen...
Meinereiner ist neben seiner Leidenschaft auf Norges Fahrwassern auf Pirsch zu gehen, auch nen hibbeliger Esoxhunter, der jede freie Minute nutzt, um auf unseren heimischen Gewässern den Gefleckten auf´n Pelz zu rücken... Dies hat(te) zur Folge, dass in den letzten Jahren die Bronzebuckel mehr oder weniger vernachlässigt wurden... bis vor kurzem... aber lest selbst:
Meine Family und ich hatten während unseres letzten Urlaubs eigentlich geplant, gen Croatia zu tuckeln... Internetpräsenzen wurde durchpflügt... interessante Locations gefunden... aber das Wetter sollte uns nen Strich durch die Rechnung machen:
24° C und die Vorhersage, daß Petrus mit der Gießkanne durch sein Himmelreich huscht, brachten den ollen Jirko in´s Spiel, der dann doch plötzlich... aus heiterem Himmel... so ganz spontan die glorreiche Idee hatte, mal virtuell die Gegenden in Meck-Pom abzuklappern... so am Wasser und so... ein Schelm, der Böses dabei denkt... ich mach´s knaggig:
Kurzer Schnack mit unserem Boardie Jan (uer), welcher in Ückermünde nen Anglershop betreibt und dat Dingens war gegessen...
Negenmark, gelegen am Peenestrom, war unser Ziel... am Ende der Welt, wo sich Igel & Hase beim beluschern des am Horizont versinkenden, roten Feuerballs die Pfötchen reichen... Sich abends in der Stille der sich anbahnenden Dunkelheit Schwärme von abermillionen Schilfmücken ein Stelldichein geben... wo sich Thoralf, der Fischer, auf sein Quad satteln muss, um seine Post zu holen... wo man(n) ohne Gefährt verloren und verdammt ist... dort sollten wir für die Dauer von einer Woche, in einer auf nem Fischerhof befindlichen Finnhüdde, unser Zuhause finden...
Die Herzlichkeit, mit welcher wir dort empfangen wurden, sucht seinesgleichen... Thoralf, vom Beruf Fischer und in die Fußstapfen seines Vaddis gehüpft... Vaddi selbst, der sich zur Ruhe gesetzt hat und die Früchte seiner harten, jahrelangen Arbeit erntet... Mutti Wussow, bei welcher man(n) sich nicht den Eindruck erwehren konnte, dass sie froh darüber sei, nen 3er-Gespann aus dem preussischen Lande willkommen zu heißen... Ihr Wissensdurst war schier unerschöpflich... Und... Und mein neuer Freund... 80er Schulterhöhe... schwarz wie die Nacht ohne Sternenhimmel... ein Blick, der Steine zum erweichen bringt... Papa ein Bulle von Rottweiler... Mami ein Gewächs aus den Reihen der Jagdhunde... Ein Traum von Hund... Sein Name versprach Sanftmütigkeit, gepaart mit Kraft und einer gehörigen Portion Listigkeit... BALU...
Jeder Hundeliebhaber wird den Schmerz empfinden, der mit unserer Trennung am Abreisetag einherging... Wie pflegte meine Omi immer zu sagen: „Ein Hund steht dir im Sturme bei... Ein Mensch nicht mal im Winde“... Die Erinnerungen an meinem Arko, einem reinrassigen, deutschen Schäferhund, welchen ich im Jahre 1984 verloren habe, da wir ihn einschläfern mussten, holten mich ein...
Wir hatten in dieser Woche ein gnadenlos, traumhaftes Wetter... Wir ließen uns tagsüber von der Sonne am Freester Strand den Pelz bräunen... Machten mal dies- und mal das... Stillten Frauchens Leidenschaft, auf Tingeltour zu gehen... Genossen frische Schätze aus dem kalten Nass der Boddengewässer... Sohnematz und meine Wenigkeit machten einen Turn mit Thoralf, dem Fischer, um seine ausgelegten Netze zu heben... Ließen uns von dem unzählbaren, eierlegenden Getier alltäglich zum Frühstück die Hände aufpicken... Luden Family Wussow zu einem leggeren Grillerchen ein... Boardie Jan nebst Freund durften latürnich nich fehlen... Hatten riesen Spaß... und... und der olle Jirko bestand allabendlich von MO bis DO auf sein Recht, abends mit meinem Sprößling Steve ne 2stündige Tour in Angriff zu nehmen... zum angeln – iss klar, näääää
Tagsüber war´s eh Essig mit fischen, da der gleißende Stern mit brachialster Gewalt und ohne Hindernisse ein anglerisches Unterfangen eh zum scheitern verurteilt hätte... Abends, zwischen 20 – 22 Uhr wehte nen laues Lüftchen, es war annehmbar warm, nicht zu heiß...
Und Thoralf, unser bärtiger Freund, mit Pantschern, die Vergleiche mit einem Lokusdeckel nicht zu scheuen brauchten, stellte uns für unser allabendliches Unterfangen ein Boot zur Verfügung.... Boot?.... Näää, nen Boot war das nich... Spielwiese ist wohl der treffendere Ausdruck... Ein ausrangierter Rettungskahn der Seenotrettung... 6m in der Länge... Sage und schreibe 2m in der Breite... Mit ner Bordwand die so hoch war, daß ich bei ner 5er – 6er Puste getrost im stehen hätte pieseln können... Einfach nen Traum!... Das Ganze wurde mit nem 5ps-er Außenborder abgerundet... Für diesen Kahn sicherlich´n büschen untermotorisiert, aber für´s seichte tuckeln allemal ausreichend...
Am Montag sattelte ich meine Jerkausrüstung und suchte ein paar vielversprechende Schilfbuchten auf... Ich mach´s kurz & knaggig: Mit jerken war Essig, da das Wasser aussah wie nen frisch gezapfter Kakao vonner Frühstückstheke...
Tag 2 wurde die Gufikombo aufgesattelt und tagsüber ein paar Gufis zusammengebastelt... Kopytos in diversen Größen & Farben... Die längeren mit angeflanschten Angstdrilling... Mit Bananenjigs von runden 10-30g... Via blue-nav habe ich beim Studium des Seeareals auch gleich ne vielversprechende Stelle ausfindig machen können... Tag 2 sollte uns dahin verschlagen... Ich parkte den Kahn rund 50m von den allseits präsenten Schilfgürteln, um in einer abfallenden Senke, welche in runden 8m endete, die Kanten mit meinen Kopytos abzuklopfen... Nix jiggen... hab Urlaub... Es wurde gefaulenzt.... Immer fein in die seichten Bereiche geflaggt... Grundkontakt... 2-3 Spulenhübe.... Huschhusch nach unten... Angedoggt... 2-3 Spulenhübe, welche phasenweise etwas schneller, dann mal wieder ganz gemach, vollzogen wurden...
In der ersten halben Stunde tat sich nicht allzuviel... Hatte mal ein paar lütte Zupfer, aber nix weltbewegendes... Fächerartig wurde die Senke abgepflügt...
Beim letzten Zupfer eines Wurfes, direkt unter´m Kahn in runden 6-7m Wassertiefe, gab´s plötzlich einen knallharten Einstieg auf meinen Kopyto, welcher mit einem beherzten, aber nicht allzudeftigen Anhieb quitiert wurde... Aber hallo... Mein Colorado machte nen knicks, als wenn Mutter Theresa vor ihr stünde... Da müssen wir wohl´n büschen am Rädchen drehen. sirrrrrrrrr, sirrrrrrrr, sirrrrrr.... meine 0,11er Multifile schnitt sich durch´s Wasser... Mit nem feinen Strudel an Wasserbläschen im Gefolge... sirrrr, sirrrr, sirrrr... Mit Vehemenz versuchte „mein“ Partner die meinerseitigen Versuche, das Geflecht wieder auf meine Spule zu bekommen, zu kontern... Etwas mehr Druck... Jetzt war´s nich mehr Mutter Theresa, sondern The King of Queen... Shit... wieder am Rädchen drehen... sirrr, sirrr, sirrr... Nettes Spielchen... Aber isch hab Zeit... Zeit mit dem beruhigenden Gefühl im Kreuz, das der Jighaken und / oder Schwänzchendrilling da hängt, wo er hingehört... Langsam aber stetig konnte ich das gewinnen, was er mir versuchte abzunehmen... Brühig war das Wasser... Nur vermutend, dass es ein gut genährter bronzebarren ist, harrte ich an der bootswand stehend... gewappnet für einen erneuten run... aber sein pulver schien zerschossen... mittlerweile habe ich die bootsseite wechseln müssen und meinem steve mit einem wohl allzeit verständlichen blick zu verstehen gegeben, er möge doch büdde seinen blinker aus´n nass heben ... das von den strahlen der sonne funkelnde nass, welches von seichten windschüben gekräuselt wurde, wurde luvseits von meiner multifile durchschnitten... uuund von meinem wirbel, an welchem ich ein 60er langes flexonit angeflanscht hatte durchbrochen... bronzeschimmernd zeigte er mir die flossen... brachte mit kurzen fluchten das wasser zum kochen... aber er blieb oben... war down... ich nicht weniger... was für´n feiner stachelritter... seicht diregierte ich ihn an die bootswand... die rute in der linken... mit geöffneter bremse... mein handteller umschloß den blanc... nur mein zeigefinger ließ das geflecht auf der spule verharren... gewappnet für einen erneuten und hoffentlich letzten kraftraubenden run in´s tiefe... der aber nicht kam... ich liftete kurz mit der linken meine colorado und schob meinen rechten zeige- und mittelfinger in die kehlenwulst an den sich treffenden kiemenplatten... um dann mit einem beherzten zug diesen schön gezeichneten, 75er bronzebuckel...
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...in die linse zu halten.
weiter ging´s... es folgten erneute würfe an dieser stelle in der hoffnung, weitere dieser feinen stachelritter an meinem kopyto festzunageln...
...es verging ne halbe, „erfolglose“ stunde... daß bootsnahe abgraben war beendet und ich flaggte meinen kopyto wieder in´s jenseits... um faulenzend den grund bis unter die bootsplanken abzuklopfen... 2. wurf... köder tauchte ab in´s brühige wasser des peenestroms... immer schön straff anner leine sitzend führte ich ihn zum grund... doch da kam er diesmal nicht an... ein straffer zug in der spitze meiner colorade wurde prompto mit nem anhieb quitiert... keine king of queen... mutter theresa war´s auch nicht... es war vielleicht nur nen anschein von höflichkeit... dieser seichte knicks... ca. 30m bootsentfernung... langsam zog ich ihn ran... ohne jegliche gegenwehr... sicherlich nen ungestümer, lütter... die spule füllte sich... der winkel der mutifilen zum mittlerweile rötlich, schimmernden nass wurde stumpfer... die sonne ging unter... jetzt war er kurz vor´m kahn... ich erhöhte den druck, um ihn schnell wieder seinem reich zu übergeben... pustekuchen... plötzlich und völlig unerwartet tauchte mutter theresa und the king of queen im duett auf... dunnerschlach... wat´n hier los... die spitze meiner colorado jauchte in´s wasser, als wär sie ne giraffe die schon seit 27 tagen durch die steppe dümpelt... nur auf der suche nach einem: nen schluck wasser... holymoly... die parabolik meiner colorado veranlasste mich zu einem nicht ganz jugendfreien ausbruch... der stachelritter schoß wie ne tomahawk unter´m kahn durch... aber der olle jirko stand ja am bug... für meine pirouette hätt ich auf´n eis bestümmt ne 10 bekommen... sirrrrrrrrrr, sirrrrrrrrrr, sirrrrrrrrr.... pantscher abwischen anner hose... linke und rechte.... was für ein feeling.... the same procedure... druck ausüben… mehr druck auf die bremse bringen… kopfschlagen… huihuihui… garnich gut… druck lösen… gehen lassen… sirrrrrrr, sirrrrr, sirrrrr... bläschen im gefolge der geflochtenen.... mal gen links... mal gen rechts... mehr druck... mehr druck auf die bremse... meine rute ist sensibel genug, um auch kurze attacken abzupuffern... der linksseitige blick zu meinem lütten war auch nicht mehr notwendig... mein steve stand neben mir... stand dem papa bei... ein beruhigendes gefühl... plötzlich erblickte er in ca. 4-5m das tageslicht... dieser schwatte bronzebuckel durchbrach die oberfläche wie ne aufsteigende boje... um sich dann längsseits auf die flanke zu legen... er war völlig breit... ergab sich willenlos... beherzter kiemengriff und ein weitaus kräftigerer und 77er zander lag in meinen pantschern:
...that´s all... der mittwoch und donnerstag brachte lediglich noch insgesamt 6 zupfer, welche ich aber nicht verwerten konnte… war mir aber auch völlig wurscht, ob dieser feinen bronzenen... wünsch euch noch nen erholsames & entspanntes wochenende... tschööööö
Jirko
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