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Am Fisterfjord in Rogaland

Am 09.08.2003 um ca.19:00 Uhr ging es von W?rth/Do. endlich los in Richtung Fister. Die Fahrt verlief ohne Zwischenf?lle und um ca. 07:00 Uhr erreichten wir Hirtshals, wo die "Christian IV" um 08:15 Uhr in Richtung Kristiansand ablegte. Die 4,5 Std. ?berfahrt vergingen wie im Flug und bei strahlendem Sonnenschein nutzen wir die Zeit f?r ein Sonnebad auf den Oberdeck.

Die norwegische S?dk?ste erreichten wir, wie schon gesagt, bei "Kaiserwetter" und ohne jede Kontrolle setzten wir unsere Fahrt, es lagen ja noch ca.5 Std. Autofahrt vor uns, auf der E39 in Richtung Stavanger fort. Am fr?hen Abend erreichten wir Fister wo wir schon von meinem Vater (Z?bigker) und meiner Mutter erwartet wurden. Mein Vater hatte ein sehr sch?nes Ferienhaus ?ber Kienitz& Noelte gemietet. Es lag direkt am Wasser in einer kleinen Bucht des Fisterfjord's und war mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet. Das Gep?ck wurde ausgeladen und dann wollte ich nat?rlich wissen wie es mit den Fangerfolgen bis dahin aussehen w?rde. Naja, viel Hoffnung konnte man mir nicht machen. Das einzige was bis dahin gefangen wurde waren Makrelen, von der Terrasse aus, und einige K?hler vom Boot aus.

stuffel_01_unser_Haus.jpg stuffel_02_Makrelenangeln.jpg


Nun muss ich aber noch sagen, dass es sich um einen Sommerurlaub mit Familie handelt und daher das Angeln nicht an erster Stelle steht. Wir sollten aber in den n?chsten 14 Tagen gen?gend M?glichkeiten haben unserer Leidenschaft nachzugehen. Also wurde erst mal das Boot in Augenschein genommen, ein 15 fuss Boot mit 10 PS Johnson Au?enborder. Zu Boot und Motor nur soviel, das Boot war ganz i.O. aber der Motor nicht. Den Leerlauf fand man nur mit sehr viel Geduld und auch das Startverhalten war ein Witz. Und zu alledem war der Motor wohl auch noch gedrosselt. Also 10 PS waren das niemals. Nach kurzer Absprache mit Elisabeth, war dort unsere Ansprechpartnerin, bekamen wir ein neues Boot. Diesmal ein "Pioner 15" mit 10 PS Tohatsu Motor. Das Boot war absolut Top, blo? der Motor wieder. Es lief zwar gut hatte aber mit dem Boot so seine M?he. Wobei ich auch da der ?berzeugung bin das es gedrosselt was. Aber sei es drum, letztlich hat es auch so geklappt.

Am n?chsten Tag sollte es nun zum ersten mal zum Angeln gehen, Makrelen als K?der hatten wir genug. Das Echolot war montiert und auch die Positionen in das Nagelneue Magellan 320 eingegeben. Danke noch mal an J?rg und Holstendrinker f?r ihre Hilfe. Wir sind mit dem Ger?t sehr gut klar gekommen. Seekarten und GPS-Positionen hatte ich ja dabei und so fanden wir die vermeintlich guten Stellen sehr schnell. Naja, mit dem Schnell das stimmt nicht ganz. Ihr wist ja das Boot mit dem Schneckenmotor. Wir nahmen aber den Kampf mit der Zeit auf und erreichten dann nach entlosen Fahrt die von uns ausgesuchten Fangpl?tze im AUSTREOMBO-FJORDEN. Die Wassertiefen bewegten sich zwischen 30-70m umgeben von Wassertiefen jenseits der 100-150m.

 
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Geangelt habe ich ausschlie?lich mit Naturk?der und so konnten wir die ersten mittleren Leng und einige kleine Rotbarsche fangen. Alles in Allem waren diese Stellen aber nicht so der Bringer. Wir beschlossen also einen anderen Platz aufzusuchen, dieser war schnell im GARSUNDFJORDEN gefunden. Dort suchten wir uns eine Stelle wo es sehr schnell bis auf ?ber 300 m abf?llt. Wir fischten in ca. 130 m hatten aber auch hier keinen Erfolg. Was aber auch der zum Teil sehr starken Str?mung gelegen hatte. Selbst mit 800 g war es sehr schwer den K?der am Grund zu halten. So umrundeten wir die Insel RAND?Y und befischten noch die eine oder andere Stelle. Der Rest der Familie nutzte das Traumwetter zum Baden was direkt vom der Terrasse aus ein Heidenspass war.
F?r den n?chsten Tag stand ein Ausflug nach Sand auf dem Plan wo man an einem Lachsfluss eine Fischtreppe besuchen und in einer Art Aquarium den Fischen beim Aufstieg zuschauen kann. Angeln kann man dort auch aber es soll wohl sehr exkusiv und teuer sein.

Am Abend angelten wir dann noch von der Terrasse aus auf die stets anwesenden Makrelen.

Am n?chsten Tag ging es dann noch mal an die schon bekannten Stellen zwischen der Insel OMBO und J?NESET und diesmal konnten wir neben Leng auch einen Steibeisser, kein Riese, und einen sch?nen ca.50cm Fl?gelbutt erbeuten. Wo zwei Tage vorher noch eine H?llendrift herrschte war heute absolut nichts. So hatten wir das Problem das wir fast auf dem Fleck standen.

F?r den n?chsten Tag stand ein Besuch der Stadt Stavanger auf dem Plan. Da wir aber nicht mit dem Auto hinfahren wollten entschieden wir uns f?r das Wassertaxi. Das ganze hatte den Vorteil das diese Schiffe in unmittelbarer N?he unseres Ferienhauses eine Anlegestelle haben und wir so bequem in ca. 1,5 Std. direkt in Savanger ankamen.

stuffel_03_Wassertaxi .jpg stuffel_04_im_Wassertaxi.jpg


Heute war nun der Wind, der gestern fehlte, richtig da. Und die Fahrt mit dem Schiff war zum Teil sehr wackelig. Selbst im Hafen von Stavanger hatten die Wellen Schaumkronen. Stavanger ist eine sehr sch?ne Stadt und gerade wenn man mit Familie unterwegs ist eine sch?ne Abwechslung. Eine der Sehensw?rdigkeiten die man sich anschauen sollte ist das ?lmuseum direkt am Hafen.

stuffel_05_oelmuseum.jpg


An Angeln war heute nat?rlich nicht mehr zu denken da es bei diesem Wind und den Wellen f?r uns zu gef?hrlich war rauszufahren. Wir angelten direkt vom Haus aus auf Makrelen. Was mit einer leichten Spinnrute und kleinen schlanken Blinkern eine tolle Sache ist. Meine Tochter, 11 Jahre, sollte auch ihren ersten Fisch auf diese weise fangen und war von daher mit heller Freude bei der Sache. Der wind hatte aber auch seine Gute Seite, das er von Meer kam, also West, brachte er viel frisches und vor allem k?hleres Wasser in die Fjorde. Denn das war zwar zum Baden sehr angenehm aber zum Angeln zu warm.

Am Abend machten wir uns nun Gedanken wo es am n?chsten Tag zum Angeln hingehen sollte. Denn wenn der Wind in etwa so bleiben sollte brauchten wir eine windgesch?tzte Ecke. Diese fanden wir ganz in der N?he unseres Ferienhauses auf der anderen Seite des FISTERFJORDEN.
Mit dem Boot waren es nur ca. 15 min. Die Wassertiefe lag dort bei ca. 40 m und viel dann zum Fjordmitte auf ?ber 140 m ab. Am n?chsten Tag hatte der Wind nachgelassen und wir fuhren zu dem besagten Fangplatz, f?r den hatte ich keine GPS-Daten im Vorfeld bekommen. Wir begannen also unsere Drift bei 40 m und lie?en uns quer ?ber den Fjord driften. Ich benutzte eine Einhakenmontage 8/0 welche mit einem Leuchtoktopus und Leuchtschlauch sowie einem Knicklicht versehen war. Mein Vater fischte mit einer Zweihackenmontage die genau wie meine mit allerlei Leuchtzeug getunt war. Als K?der kamen Makrelenfetzen zum Einsatz. Es dauerte nicht lange da hatten wir die ersten kleinen Rotbarsche und auch ein Leng und ein Schellfisch landeten in unserer Fischkiste. Bis jetzt war dies der TOPPLATZ!!

stuffel_06_tagesbeute.jpg


Es sollte aber noch besser kommen. Bei der n?chsten Drift bekam ich eine ordentlichen Biss bei ca.130 m. Welcher sich dach einem sch?nen Drill als 6,5 kg Lumb heraus stellte. Also wieder zur?ck und neuer Anlauf, diesmal kam noch im "flachen" bei ca.60 m der einzige Dorsch, 2 kg, des Urlaubs ins Boot. Die Drift ging aber weiter und ich konnte noch einen Lumb, diesmal 5,0 kg, ?berlisten. Bei einer der n?chsten Driften fing mein Vater dann noch einen Lumb mit 3,5 kg. So ging ein erfolgreicher Angeltag langsam zu Ende.

stuffel_07_Lumbs.jpg stuffel_08_Zoebigker.jpg


F?r den n?chsten Tag stand wieder Familientag auf dem Plan, also ging es nach J?rpeland um einige Sachen einzukaufen. Nat?rlich musste ich auch wieder nach Blaubeermarmelade Ausschau halten. In einen RIMI-Shop wurde ich dann auch f?ndig. So wurden dann gleich f?nf Gl?ser von der Richtigen, nicht die leichte (lett), gebunkert. Am Nachmittag ging es dann noch mal raus aufs Wasser und bei dieser Ausfahrt sollte ich das Highlight dieses Urlaubs aus den Tiefen des Fisterfjord's ziehen. Bei einer Tiefe von ca.10 0m bemerkte ich das etwas an meinem Haken h?ngt, blo? bewegte sich da nichts. Ich dachte so bei mir: "Wird wohl irgend ein Unrat sein den Du da auf dem Meeresgrund aufgeklaubt hast." Die Rute bog sich ordentlich und ich kurbelte was das Zeug hielt um zu sehen was den da zum Vorschein kommen w?rde. Die ?berraschung war gro? als wir sahen das es um eine orangefarbene Seespinne handelte. Im ersten Moment dachten wir es w?re eine dieser Monsterkrabben die in Nordnorwegen ihr Unwesen treiben. Das die Krabbe nicht gebissen, die Schnur hatte sich um eine der Scheren gewickelt, hatte konnten wir sie recht schnell befreien und nach einigen Foto und Videoaufnahmen wurde sie wieder zur?ck gesetzt.

stuffel_09_Monsterkrabbe.jpg


Da das Wetter noch sch?n war, unternahmen meine Frau meine Tochter und ich am n?chsten Tag einen Ausflug zum Preikestolen. Meine Eltern wollten den sch?nen Tag mit Pilze sammeln verbringen was auch sehr erfolgreich war.

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Wir waren zwar 2000 schon mal auf dem Preikestolen, hatten aber richtiges Sauwetter und damit auch keine sch?ne Aussicht. Diesmal sollte alles werden, die Sonne lachte an einem leicht bew?lken Himmel und es war auch nicht zu hei?. Nach ca. einer Stunde Autofahrt kamen wir am Parkplatz an und machten uns auf den beschwerlichen Weg zur Kanzel. F?r den Weg muss man ca. 2 Std. pro Strecke einplanen, man wird aber mit einer Super Aussicht ?ber den Lysefjord und das Hochland belohnt. Und genau so war es diesmal auch, ?ber ein Moor und vorbei an Bergseen ging es dem Felsplateau entgegen. Zum Teil ist der "Weg" auch sehr beschwerlich da es sich nicht um einen Wanderweg handelt wie wir ihn kennen. Da geht wirklich ?ber Stock und Stein. Nach 2 Std. hatten wir den Ausstieg geschafft und lie?en in 600m ?ber dem Lysefjord die Beine im freien baumeln. Nachdem die grandiose Aussicht genossen wurde sowie die obligatorischen Fotos gemacht waren standen uns nun noch mal 2 Std. Abstieg bevor. Der zu dieser Tour geh?rende Muskelkater kam dann auch einen Tag sp?ter.

stuffel_11_preikestolen1.jpg stuffel_12_preikestolen2.jpg


Am Montag stand dann wieder angeln auf dem Plan. Wir wollten gerade los als wir Elisabeth, mit zwei Herren, winkend am Ufer stehen sahen. Wir fuhren also hin und sie fragte uns ob wir zum Angeln wollten und es uns etwas ausmachen w?rde wenn die beiden Herren dazu begleiten w?rden und uns dann einige Fragen stellen k?nnten. Es handelte sich um eine Reporter vom Stavanger-Aftenbad und einen Fotografen. Es machte uns nichts aus und so fuhren wir los, die beiden Herren folgten uns dann sp?ter in ihren Boot. Wir hatten wieder sehr wenig Drift und so d?mpelten wir an "unserer" Stelle und harten der Dinge die da kommen sollten. Nach einiger Zeit kamen die Zeitungsleute und setzten sich mit ihrem Boot neben unseres. Es ging um einen Beitrag im Stavanger-Aftenblad ?ber deutsche Touristen und das Angeln. Bei dem Interview wurden die unterschiedlichsten Themen angeschnitten. Dar?ber warum man gerade in Norwegen Urlaub macht und ob es nicht sehr teuer ist ?ber das leidige Thema der "Raubangler" sowie die angedachte Ausfuhrmengenbeschreckung. Es war alles in allem eine recht interessante Sache bei der wir fast das Angeln vergessen h?tten. Den schlie?lich soll es ja in dem Beitrag um das Angeln gehen und dazu geh?rt auch ein Fisch. Der Fotograf will ja auch etwas zutun haben. Und bei der Ausr?stung die der hatte mussten die Fotos ja Extraklasse werden.

Wir waren gerade so in das Interview vertieft da bekam ich bei 122 m eine ordentlichen Biss, das war genau nach dem Geschmack des Reporters, meines nat?rlich auch, uns wir lie?en das Gespr?ch erst mal Gespr?ch sein. Denn jetzt hie? es den "Gast" an meiner Rute freundlich ins Boot zu bitten. Nach einiger Zeit kam in einem gro?en Luftblasenteppich ein Lumb von 6,0 kg an die Oberfl?che.
Der Fotograf war nun voll in seinem Element, es hie? nun den Fisch von oben, von rechts, von links, mit und ohne F?nger. Dann wieder nur der Kopf und so weiter und sofort. Ich habe bei dieser Gelegenheit nat?rlich auch gleich auf unser Board hingewiesen und auch betont das es die Aktion gegen Raubangler hier gibt. Und wie selbstverst?ndlich habe ich auch das Board T-Shirt angehabt und ins rechte Licht ger?ckt.

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Das ganze Interview dauerte ca. 1 Std. und wird irgendwann, wann wei? ich leider nicht, erscheinen. Ich bekommen aber Ausgabe zugeschickt.

Ab Dienstag verschlechterte sich dann das Wetter rapide, so dass wir nur noch sehr sporadisch zum Angeln kamen. Wir fingen au?er einiger Leng und kleineren Lumb auch nicht mehr all zu viel. Dennoch unternahmen wir noch einen Ausflug zum "Adlernest" bei Lysebotn. Das ist ein Ausflugslokal das direkt an die Felskante gebaut ist und von dem aus man einen herrlichen Blick, aus ca. 1000m H?he, ?ber den letzten Zipfel des Lysefjord und den Ort Lysebotn hat. Zum Ort hinunter f?hrt eine Stra?e mit 27 Haarnadelkurven, wobei sich eine dieser Kurven in einem Tunnel befindet. Man erreicht Lysebotn von Oanes aus mit einer F?hre oder aber man f?hrt, wie wir, die Strecke mit dem Auto ?ber Oanes, Lauvvik, Oltedal, Svartevatn in Richtung Lysebotn. Die Fahrt f?hrt dann vorbei an kleinen Fl?ssen und durch beeindruckende Schluchten, ?ber ein Hochplato zum "Adlernest". Das kann man auch als Ausgangspunkt f?r eine Wanderung zum Kjerag nutzen. Das ist ein Stein der, frei, in ca.1000 m H?he zwischen zwei Felsen eingeklemmt ist. Die ?brige Zeit bis zur Abreise am Freitag Vormittag wurde nebenbei noch mit Pilze suchen verbracht, was auch sehr sch?n und ergiebig war.

stuffel_14_Adlernest.jpg


Alles in allem war es ein sehr sch?ner Urlaub der f?r jeden aus der Familie etwas zu bieten hatte. Denn gerade wenn man mit der Familie, die mit angeln nichts am Hut hat, unterwegs ist kommt es darauf an einen vern?nftigen Kompromiss zu finden.


Stuffel



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