|
Interessengemeinschaft Angeln e.V. - Oktober
Wir haben in den letzten Ausgaben einiges über die Fischereipolitik
erfahren. Nun sehen wir es als notwendig an, den Worten Taten folgen zu
lassen. Daher möchten wir das Schreiben zur Kenntnis bringen, mit welchen
wir den EU- Fischereikommissar Franz Fischler sowie der Bundesministerin
Renate Künast die Aktion 20+ vorstellen. Entsprechende Reaktionen darauf
werden wir ebenfalls an dieser Stelle bekanntgeben.
An den Fischereikommissar
Herrn Franz Fischler
Sehr geehrter Herr Fischler,
mit großer Zustimmung haben die Mitglieder der Interessengemeinschaft Angeln
e.V. zur Kenntnis genommen, daß durch das im Frühjahr 2003 verhängte Verbot
der Schleppnetzfischerei endlich eine geeignete Maßnahme zur
Bestandserhaltung des Dorsches ergriffen wurde.
Wir sind jedoch der Meinung, daß dies nur ein erster Schritt gewesen sein
darf. Der Dorsch, und auch andere in ihrem Bestand bedrohte Fischarten,
müssen durch weitergehende Maßnahmen intensiver geschützt werden. Dazu
gehört auch eine Verringerung der Fangquoten. Die im Dezember 2002
festgelegten Fangquoten sind immer noch zu hoch, um eine nachhaltige
Bestandserholung zu gewährleisten. Dazu kommt noch, daß die
Stellnetzfischerei in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen ist. Die
Vorteile eines Schleppverbots werden durch die Stellnetzfischerei zu einem
gewichtigen Teil wieder kompensiert.
Letztlich müssen die verschiedenen Maßnahmen koordiniert umgesetzt
werden:
|
-
Die Stellnetzfischerei muß in die Überlegungen mit einbezogen
-
Der Zeitraum eines Schleppverbots muß überdacht werden. Laichdorsche müssen
besser geschützt werden!
-
Runter mit den Fangquoten!
|
|
Weiterhin sehen wir als wesentliche Maßnahme auch die Erhöhung der
Mindestgrößen an. Die Interessengemeinschaft Angeln e.V. wird daher die
Initiative 20+ starten, die die Erhöhung der Mindestgrößen speziell für den
Dorsch um 20% vorsieht. Statt 35cm sollen somit künftig 42cm das Mindestmaß
sein. Diese Regelung gilt für alle Arten der Fischerei: Haupt- und
Nebenerwerbsfischer aber auch Angler sollen gleichermaßen ihren Beitrag für
den Bestandsschutz leisten.
|
| |
Werbung
 |
|
|
|
Um die Umsetzung diese Maßgabe auch besser überwachen zu können, reichen
Appelle nicht aus. Von daher muß die Kontrolle besser werden.
Wir wissen, daß jedes EU-Land seine eigenen Kontrollen durchführt. In der
Bundesrepublik werden diese Kontrollen an die einzelnen Bundesländer
übertragen. Jedoch zeigte es sich nach unseren Beobachtungen, daß diese
Kontrollen allenfalls mangelhaft waren. Es wurden Anlandungen beobachtet,
bei denen ein Großteil des Fangs noch nicht einmal den jetzigen Mindestmaßen
entsprach. Kontrollen wurden keine festgestellt. Und wie bereits gesagt, es
handelt sich nicht um einen Einzelfall.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Gedanken einige Anregungen für eine
erfolgreiche Fischereipolitik gegeben zu haben und stehen Ihnen für
intensiveren Gedankenaustausch gerne zur Verfügung, bei denen die genannten
Maßnahmen näher erörtert werden können.
Ein gleichlautendes Schreiben werden wir auch an Frau Ministerin Renate
Künast senden.
Diese Schreiben, und ggf. eine Antwort darauf, werden wir auch auf unserer
Homepage www.ig-angeln.de veröffentlichen. Informationen über unsere
Forderungen werden wir in Form eine Pressemitteilung an die deutsche
Fachpresse weitergeben<.br>
Mit freundlichen Grüßen
Für den Vorstand der Interessengemeinschaft Angeln e.V.
Karlheinz Symanofsky
|