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Meine Trauminsel
Teil 2 - Spinnfischen vom Ufer und Kanu
Spinnfischen vom Ufer auf Dorsch, Köhler und Pollack
Dazu sind natürlich die Bootsruten weniger geeignet. Und wer nicht auf das
hört, was man den Gästen schon bei der Buchung sagt, nämlich geeignete
Spinnruten und entsprechende Köder mitzubringen, der hat natürlich
wesentlich weniger Chancen. Schön wenn dann auch ein Angelgerätehändler
nicht hören wollte, und nur teilweise das richtige Gerät dabei hatte.
Gerät fürs Spinnfischen vom Ufer
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Rute umd 3,00m bis 3,30m, WG um die 80 Gramm, 12 - 14 Kilo - Schnur
(Hänger!), Pilker, Jigs und Blinker zwischen 20 und 80 Gramm.
Auch Wolfram gehörte zu denen, die sich nicht vorstellen konnten, dass man
vom Ufer aus so gut fangen kann. Nachdem er sich tagsüber mit der Familie
vergnügte, war dann nach dem Abendessen mit mir das Angeln vom Ufer aus
angesagt. Und Wolfgang drehte dabei auch gleich noch ein Video für seine
Kunden, um ihnen die Möglichkeiten ohne viele Worte zeigen zu können.
Das Video erhaltet Ihr auf Wunsch bei:
Angelagentur Landerer Angelkartenverkauf, 15517 Fürstenwalde
Ehrenfried-Jopp-Staße 71, Tel.: (03361) 34 09 28
Für 10,00 Euro inkl. Versand
Leider hatte er nur die "Blechpeitsche" als Spinngerät dabei. Die ist zwar
vom WG her grundsätzlich nicht ungeeignet, aber zu kurz.
Das macht sich sowohl beim Werfen wie auch beim Drill bemerkbar, vor allem
dann, wenn man die Fische über die an vielen guten Angelstellen
anzutreffenden Kraut- oder Steinkanten ziehen muss.
Als wir am ersten Abend loszogen, richteten wir uns natürlich nicht nach den
Gezeiten, wie es eigentlich immer angesagt ist. Sondern einfach nach der
Zeit, die Wolfram zur Verfügung hatte. Daher kamen wir bei nicht optimalem
Wasserstand an der ersten Stelle an. Aber heute sollte es ja zuerst einmal
nicht um den Top - Fang gehen, sondern darum, Wolfram die verschiedenen
Stellen zu zeigen.
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Und wir erwischten trotz Hochsommer und trotz ungünstiger Tide unsere Fische
- wenn natürlich auch nicht so viele oder so grosse wie von mir
gewünscht.
Aber immerhin so viele , dass Wolfram von diesem Angeln hellauf begeistert
war. Und seine Familie notgedrungen während des restlichen Urlaubes etwas
kürzer treten musste, da Wolfram - wegen des zu drehenden Videos J - immer
öfter mit mir zum Spinnfischen gehen musste.
Kompliment aber an seine Frau und seine Töchter, die das doch sehr gelassen
hinnahmen. Eigentlich sogar ihren Mann/Papi unterstützten.
So kam es dann auch, dass wir auch mal zur "richtigen" Zeit raus konnten und
wirklich Dorsche ohne Ende fingen. Auf jeden Wurf praktisch einen Biss,
Fische von knapp 50 bis über 75 cm.
"Zu was man hier noch einen Kutter braucht", war der Kommentar von Wolfram,
"bei den phantastischen Möglichkeiten vom Ufer aus!"
Zum Gezeiten und Angelplätze muss man aber auch folgendes sagen:
Zwar ist es am besten, wenn man die Zeit von 2 Stunden vor Hochwasser bis
ca. 2 Stunden nach Hochwasser nutzen kann, aber Ausnahmen bestätigen die
Regel.
Meinen besten Fang hatte ich dieses Jahr zum Beispiel bei Niedrigstauwasser.
Allerdings nicht nur durch Glück, sondern auch durch "harte" anglerische
Arbeit.
Ich hatte sozusagen "frei" bekommen. Obwohl ein kurzer Blick auf den im
Angelzentrum ausliegenden Gezeitenkalender zeigte, dass ich wirklich zur
schlechtest möglichen Zeit angeln musste (Niedrigstauwasser), zögerte ich
natürlich keinen Augenblick. Denn auch im Sommer zur schlechten Zeit
erwische ich doch immer den einen oder anderen Fisch.
Also zur Brücke raus, ca. 800 m die Brücke hoch und dann über die Steinmole
ca. 10 - 15m zum Wasser runtergeklettert. Dabei sollte man aufpassen, um
nicht abzurutschen. Ist man aber erst mal unten angekommen, kann man es sich
zwischen den grossen Steinblöcken "bequem einrichten". Da fast keine
Strömung da war, was grundsätzlich eigentlich schlecht ist, nahm ich einen
kleinen 20- Gramm - Pilker, um vielleicht durch das lebhafte Spiel des
kleinen Pilkers (allerdings aufgerüstet mit 3/0er Haken) noch den einen oder
anderen Fisch zu erwischen. Aber nach 20 Minuten weder ein Biss, Zupfer oder
sogar einen Fisch.
Nun könntem an ja das Angeln an dieser Stelle abbrechen und eine andere
versuchen. Schliesslich weiss man nie genau wo sich die Dorsche aufhalten.
Aber gerade an dieser Stelle stehen eigentlich immer Fische. Deswegen
tauschte ich für den letzten Versuch den Pilker gegen einen 50 Gramm
schweren Jigkopf, der mit einem Twister mit Shadschwanz bestückt wurde. Das
ist optimal um Krebse fressende Dorsche zu erwischen. Allerdings "pilkt" man
dann nicht, sondern zieht den Jig möglichst langsam und gleichmässig über
Grund. Schliesslich sind Krebse fressende Dorsche auf den Grund fixiert und
kümmern sich nicht viel um das, was 50 cm oder gar einen Meter oder mehr
über ihren Köpfen vorgeht.
Also auswerfen, absinken lassen und anfangen einzukurbeln. Und schon nach 2
oder 3 Umdrehungen hing der erste Dorsch. Ein schöner Fisch von knappen 60
cm. Und dann hatte ich gute 2 Stunden lang bei jedem Wurf einen Biss.
Das Interessante für mich: Hätte ich es weiter mit Pilker oder Blinker
versucht, wäre ich wohl Schneider geblieben, weil die Fische nur direkt am
Grund Krebse jagten. Und das obwohl sie nachweislich in Massen am Angelplatz
waren. Nur dadurch, dass ich die Angelmethode umstellte, war dieser Erfolg
möglich. Ich hörte dann nach 30 Dorschen auf - hätte ich konzentriert
weitergeangelt hätte ich sicher locker das doppelte oder gar dreifache
fangen können. Aber man muss ja nicht übertreiben und die Fische auch noch
filieren.
2 Gäste, die vor Wolfram da waren, konnten sich am Anfang auch nicht so
recht mit der Spinnfischerei vom Ufer anfreunden. Erst als sie einmal nachts
bei meiner Heimkehr meine Kiste mit den Dorschen sahen, war auf einmal das
Uferangeln angesagt. An einer tiefen Stelle zwischen den Schären konnte ich
dann auch die beiden zum Fisch bringen. Zu dritt waren wir am Angeln und
hatten Auch wieder jeder bei (fast) jedem Wurf einen Biss. Immer abwechselnd
einen kleinen um die 40 - 50 cm, und dann wieder einen grossen zwischen 70
und 90 cm. Hansi schoss dann den Vogel ab, als er mit der leichten Spinnrute
einen Dorsch von 99cm und über 8 Kilo landen konnte.
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Bevor wir aber diesen Erfolg hatten, waren wir schon an 3 anderen Stellen,
von denen ich mir an diesem Tag mehr versprochen hatte. Dort fingen wir aber
immer nur vereinzelte Fische. Erst als wir dann, eigentlich schon auf der
Rückfahrt, an der oben genannten Stelle nochmal einen Versuch wagten,
erlebten wir diese Sternstunde.
Was lernt man daraus: Man kann immer und zu jeder Zeit Fische fangen.
Allerdings nicht immer an dem Ort und mit der Methode, wie man sich das
wünscht oder vorstellt. Wer aber flexibel ist und seine Taktik sowie die
Wahl des Angelplatzes an die jeweiligen Bedingungen anpasst, wird kaum ohne
vernünftigen Fang zurückkehren.
Selbst im Sommer sollte man als einigermassen geübter Spinnfischer bei 2
Stunden angeln seine 5 - 10 Dorsche fangen - wenn es schlecht läuft. Läuft
es gut, hat man in dieser Zeit auch locker 30 Dorsche oder mehr. Und kommt
man im zeitigen Frühjahr oder späten Herbst, kann man als "Uferangler" wahre
Sternstunden erleben. Mit der Chance auch vom Ufer aus einen richtig
kapitalen Dorsch jenseits von 1,20 m zu fangen. Im Sommer hat man dafür, je
nach Stelle, zusätzlich Chancen auf auch grosse Köhler und vor allem dicke
Pollacks.
Ich hatte dieses Jahr meine beiden 80 - Liter - Kühlboxen nach 11 Angeltagen
(heisst jeweils 2 - 4 Stunden) nur mit der Spinnrute vom Ufer mit Filets
gefüllt und angelte danach nur noch für unsere Gäste mit.
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Meerforellenangeln vom Ufer und vom Kanu
Ein besonderes Schmankerl für die Freunde der ganz feinen Angelei ist das
Angeln auf Meerforellen. Man kann an den richtigen Plätzen vom Ufer aus
Meerforellen erwischen. Das beste ist es aber, wenn man eines der Kanus der
Anlage mietet, damit in die Schären zu den Straumen fährt, das Kanu auf eine
der Insel(che)n zieht und dann von Land aus den Mefos nachstellt.
Eine leichte 20 - Gramm - Rute und 4 - 6 Kilo - Schnur (mono am besten) sind
dafür optimal. Längliche Blinker, Wobbler oder Spinner so zwischen 10 und 20
Gramm sind klasse. Aber auch die Fliegenrute (Klasse 6 reicht, bis max. 8)
mit schwimmender Schnur und sinkendem Vorfach wird Erfolge bringen. Vor
allem den gar nicht seltenen Tagen, an denen die Forellen eher Krebse als
Fische fressen. Denn selbst die kleinsten Forellen (ich musste eine mit
nicht mal 20 cm abschlagen, da sie einen 2/0er Drilling so im Maul verankert
hatte, das ein Lösen unmöglich war) haben schon kräftig rosa oder sogar
rotes Fleisch. Die grösseren sowieso.
Mit Wolfram war ich dann zweimal mit dem Kanu draussen, er selber nutzte
einen "Familienausflug" um nebenher die Spinnrute zu schwingen. Dabei fing
dann auch seine Tochter eine Forelle so um die 40 cm.
Im Schnitt sind die Forellen gute Portionsforellen, Forellen so um 3 Pfund
bis 2 oder 3 Kilo kann man aber immer erwarten, die grössten die im
Angelzentrum bisher gefangen wurden, lagen um die 80 Zentimeter. Und bei den
paar einheimischen Forellenfreaks habe ich noch grössere gesehen, leider
können die Norweger (mehr noch als ich selber) wesentlich besser angeln als
fotografieren.
Auch unter schlechten Bedingungen kann man in 2 - 4 Stunden normalerweise
mit 2 - 5 Bissen von Meerforellen rechnen. Aus welchem Grund auch immer: Sie
kommen leider sehr leicht ab. Oft genug hat mein einen Biss und die Forelle
schiesst quer oder aus dem Wasser uns ist so plötzlich wie der Biss kam auch
wieder weg. Scharfe Haken und eine gefühlvoll eingestellte Bremse erhöhen
die Erfolgschancen beträchtlich. An den drei Angeltagen (Tage ist relativ,
wenn man bedenkt, dass es ja immer nur so 2 - 4 Stunden waren, fingen
Wolfram und ich 8 Forellen, 4 in den 40ern und eine schöne so mit ca. 2
Kilo. Und hatten nochmal die mindestens gleiche Anzahl nicht verwertbarer
Bisse und Nachläufer.
Das schlimmste Erlebnis hatte ich mit einer Gruppe Österreicher: Auch mit
dem Kanu in den Schären, sahen wir zwar jede Menge Forellen springen, leider
war aber keine zum Biss zu bewegen. Nur ein paar Nachläufer und 2,3
"Stupser" waren das magere Ergebnis. Und das obwohl einem die Fische
praktisch zwischen oder vor den Füssen umherspringen - Qualvoll ist noch
milde ausgedrückt. Hätten wir statt der Spinnruten eine Fliegenrute mit
Krabbenimitationen dabei gehabt, hätten wir vielleicht an diesem Tag Erfolg
gehabt, wer weiss.
Aber auch wenn ich selbst zeitmässig mit dem Kutter nicht rauskam, brachten
die Gäste doch praktisch täglich die ganze Palette an Nordatlantikfischen
heim:
Leng, Lumb, Rotbarsch, Seeteufel, Steinbeisser, Makrelen, Heilbutt, Dornhai
und, und, und.....
Die Methoden dazu, das Kutterangeln, lest ihr in der Novemberausgabe.
Aus gegebenem Anlass:
Anscheinend nahm nicht nur das Anglerboardmitglied Husky53 Anstoss an meinem
Geschmack an norwegischen Frauen im ersten Teil dieses Artikels
(Septemberausgabe):
http://www.anglerboard.doks-pages.de/board/showthread.php?s=&threadid=18295
Auch Rolf vom Angelzentrum Steinsöya hat mich angerufen und fand diese
Passage auch nicht gut. Was das allerdings mit dem Angelzentrum zu tun haben
soll, ist Rolf nicht ersichtlich.
Interessanterweise wurden anonym mehrere Geschäfte und Vermittler, die für
das Angelzentrum Steinsöya tätig sind, angerufen. Gleichzeitig wurden
Drohungen ausgesprochen, dies auch weiter zu verbreiten.
Scheinbar wird versucht das Angelzentrum Steinsöya in Misskredit zu
bringen.
Rolf dazu:
„Wer anderen Grube gräbt...........“
Daher hier nochmal zur absoluten Klarstellung
Dieser Artikel ist nicht vom Angelzentrum Steinsöya, der Autor bin ich
persönlich.
Diese oben genannte Passage sollte dazu dienen, nicht nur über das Angeln zu
schreiben, sondern meine persönlichen Eindrücke wieder zu geben und so den
Artikel aufzulockern. Hinweisen wollte ich damit auch darauf, dass
Äusserlichkeiten weniger wichtig als „innere Werte“ sind, was in meinen
Augen eigentlich klar ersichtlich war.
Nach dem Posting dazu von Husky53 und dem darauf folgenden Anruf vom
Angelzentrum musste ich feststellen, dass dem nicht so war.
Sollte sich daher jemand von dieser Schreibweise belästigt oder verunglimpft
fühlen, bitte ich hiermit um Entschuldigung.
Thomas Finkbeiner
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