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Gute Biegung?
Zum Zweck eines Tests bekam ich vom Anglerboard einige ungewöhnliche Haken zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Kreishaken, auf englisch Circle Hook. Das genaue Modell war der "Sport Circle" der Firma VMC in Größe 6.
Kreishaken fallen wie der Name schon sagt durch ihre fast kreisrunde Hakenbiegung und die stark nach innen geschränkte Spitze auf.
Zugegeben hat es ein wenig Überwindung gekostet einen solchen Haken an die Schnur zu knoten. Ob da wohl ein Fisch hängen bleiben würde?
Nichtsdestotrotz ging es gleich am Tag als ich die Haken zugeschickt bekam abends an die Saale zum Aalangeln. Und dort gab es gleich einen großen Schub Vertrauen in den neuen Haken. Es war noch hell als ich meine mit Tauwürmern beköderten Angeln an der Mündung eines Seitenarms ausgeworfen hatte. Nachdem ich das getan hatte, wollte ich für einen Angelfreund, der auch noch kommen wollte ein paar Köderfische stippen. Während ich damit beschäftigt war viel mein Blick auf eine meiner Schnüre, die ins Wasser führten. Da war ein kurzes Zucken zu sehen. Wind? Gewiss nicht, denn im nächsten Moment kreischte mein Rollenfreilauf auf. Ich sprintete zur Rute, schaltete den Freilauf aus und wollte schon einen kräftigen Anhieb setzen. Gerade konnte ich mich noch beherrschen, denn beim Angeln mit Circle Hooks ist ein Anhieb fast schon "tödlich". Stattdessen sollte man bei einem Biss einfach ganz normal einkurbeln als wollte man nur die Montage einholen. Bei dem besagten, kräftigen Biss funktionierte das mustergültig. Nach heftigem Zerren konnte ich einen prächtigen Breitkopfaal von 78 cm an Land ziehen. Für mein Stammgewässer ein ordentlicher Fisch. Die andere Rute hatte ich an jenem Abend mit einem herkömmlichen Wurmhaken ausgerüstet. An dieser bekam ich auch noch einen Biss, der mir ebenfalls einen schönen Aal brachte. Dennoch liefen die Aale an jenem Abend schlecht, denn zwei Bisse sind an der Saale ein enttäuschendes Resultat, auch wenn ich sie ja beide verwerten konnte.
In den folgenden Wochen habe ich dann beim Aalangeln regelmäßig eine Circle Hook - Rute ausgeworfen. Absolut überzeugt haben mich die Haken nicht. Es gibt aber bestimmte Situationen in denen man mit Kreishaken tatsächlich mehr Bisse verwerten kann. Dies ist vor allem bei starker Strömung der Fall, in der die Aale meist sehr heftig beißen. Hier hatte ich mit Circle Hooks fast keine Fehlbisse. So konnte ich beispielweise innerhalb einer Nacht mit den Haken 5 Aale aus dem Hauptstrom der Elbe ziehen und bekam nur einen Fehlbiss. An der anderen Rute mit herkömmlichen Haken hatte ich nur 2 Aale, dafür aber vier Fehlbisse. Bei weiteren Ansitzen an jener Stelle waren die Ergebnisse ähnlich. Ich hatte den Eindruck, dass sich der Kreishaken wie von selbst in die Aalmäuler reingedreht hat.
Wenig Erfolg konnte ich dagegen an Angelstellen mit sehr wenig Strömung verzeichnen. Gewöhnlich beißen die Schleicher hier deutlich sensibler und man kann nicht sofort anschlagen oder einkurbeln um für den Circle Hook zu sprechen. Mit gewöhnlichen Wurmhaken hatte ich an solchen Plätzen zwar auch regelmäßig Fehlbisse, konnte aber doch deutlich mehr Bisse verwerten als mit Circle Hooks.
Sehr positiv fiel mit bei den Kreishaken auf, dass kein einziger Fisch welchen ich damit fangen konnte den Haken geschluckt hatte. Stets saß der Haken in der Lippe. Außerdem ist mir nur einmal ein Fisch mit dem Circle Hook ausgeschlitzt. Wenn der Haken also einmal im Fischmaul sitzt, dann bleibt er das auch bis zum Hakenlösen. Eine harte Bewährungsprobe bestand der Kreishaken als ich eine fast 60 cm lange Barbe auf eine etwa fünf Meter hohe Wehrmauer heben musste, weil keschern nicht möglich war.
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Beim Angeln mit Tauwurm im Fluss sind Circle Hooks also durchaus eine brauchbare Alternative zu den altbekannten Hakenformen. Ich empfehle ihnen die Würmer stets mit Hilfe einer Ködernadel anzuködern. Übrigens habe ich die Kreishaken beim "Würmerbaden" stets in Verbindung mit einer Laufbleimontage eingesetzt.
Auch bei anderen Angelmethoden habe ich die Circle Hooks getestet. Zum einen beim Angeln mit Feederrute, Futterkorb-Laufmontage und Maden beziehungsweise Wurmstücken als Köder. Außerdem beim Karpfenangeln mit Festbleimontage und Frolic am Haarvorfach. In beiden Fällen haben die Haken allerdings versagt. Beim Feedern konnte ich nach etlichen Fehlbissen lediglich einen einzigen Döbel dingfest machen, beim Karpfenangeln hatte ich mehrere kurze "Runs", doch keiner der Fisch war richtig gehakt.
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Positiv ist auf jeden Fall in bezug auf das getestete Hakenmodell der Firma VMC zu bemerken, dass es eine langfristige Schärfe und Stabilität besitzt. Es handelt sich also hinsichtlich der Qualität um sehr hochwertige Haken. Für Größe 6 fallen die Haken allerdings sehr klein aus. Hier und da werde ich auch zukünftig auf Circle Hooks setzen und habe mir auch schon zwei neue Päckchen dafür besorgt.
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Veit Wilde
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