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Tackle-Tipps für Twister-Kicks

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Ködervarianten ohne Ende, vielseitige Einsatzmöglichkeiten,

Bisse wie kleine Elektroschocks und fette Fische haben viele Spinnfischer in bekennende Gummifetischisten verwandelt. Zu denen zähle ich mich auch. Wann immer es mir möglich ist, einen Gummifisch durchs Wasser zu zuppeln, haben es meine anderen Kunstköder schwer, aus ihrer Kiste rauszukommen. Sicher, in den letzten Jahren wurde schon viel über das Twistern geschrieben. Die Praxis aber zeigt mir, dass es immer noch viele Raubfischangler gibt, die noch nichts mit dieser Erfolgstechnik am Hut haben. Nicht, dass sie keine Lust hätten, mal einen Zander mit dem Kunstköder zu überlisten oder gleich reihenweise Barsche aus einem Rudel zu zocken - das sieht man ja schon am Zuspruch, den die Twister-Seminaren meiner Kollegen (z.B. aus Hamburg) und mir erfahren. Doch nach den ersten paar erfolglosen Versuchen verschwinden die wabbeligen Gummis bei vielen Anglern, die es ohne Einführung in die Materie versuchen, wieder in den letzten Ecken der Köderboxen.

Gebt den Gummis eine Chance!

Die Tatsache, dass ein Gummifisch oder Twister in mehr (Sommer) oder weniger (Winter) heftigen Sprüngen über den Boden springen sollte, wurde in vielen Artikeln hinlänglich beschrieben. Im Gegensatz zum Angeln mit Spinnern oder Wobblern, wo man die Bisse gar nicht verpassen kann, ist das Twistern eine gefühlvollere Methode. Schließlich ballern die Fische nicht auf einen Köder, der seine Bahnen an straffer Schnur durchs Wasser zieht, sondern auf ein Imitat, das immer wieder zum Grund hinabtrudelt. Und deshalb steht die Sehne eben nicht andauernd unter Vollspannung. Damit man die Bisse trotzdem mitbekommt, muss man sich gerätetechnisch schon auf diese Angelei einstellen. Deshalb könnt Ihr - wenn Ihr Euch in diese Angelei hereinfuchsen wollt - die Technik zunächst einmal vernachlässigen. Erfolgreiches Twistern fängt bereits viel früher an. Bei der Wahl des Gerätes nämlich. Denn wer mit der richtigen Kombination aus Rute, Rolle und Schnur operiert, ist schon mal auf dem besten Weg zum Gummiprofi. Die grundlegenden Elemente der Methode selbst - die Teilnehmer an meinen Seminaren können das bestätigen - sind dann relativ schnell erlernt.

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Harte Besen fangen gut

Irgendwie hat sich im letzten Jahrhundert einmal die Vorstellung durchgesetzt, dass man mit weichen "sensiblen" Ruten am besten spürt, wenn ein Fisch den Köder genommen hat. Genau das Gegenteil ist der Fall. Je härter die Rute, desto intensiver merkt man, wenn ein Fisch zupackt. Mehr noch: Man nimmt mit einem Besenstiel sogar das Wackeln des Schaufelschwanzes wahr - wenn die Gummifisch groß genug ist. Also ist für diese Angelei eine harte Hechtrute wesentlich sensibler als eine weiche Winckle-Picker. Steife Ruten müssen nicht automatisch auf astronomisch große Köder ausgelegt sein. Ich fische z.B. auf Barsch mit einer 30-Gramm-Rute, die eine harte Spitzenaktion aufweist. Doch selbst wenn auf einer Rute ein optimales Wurfgewicht von 40 bis 120 Gramm angegeben ist, kann man damit einen 10-Gramm-Bleikopf werfen. Vielleicht etwas kürzer als ein 50-Gramm-Gewicht, aber zumeist weit genug, um in den fängigen Bereich vorzustoßen.

Hinsichtlich der optimalen Länge gehen die Meinungen auseinander. Die einen fischen gern 3 m lange Ruten, die anderen kommen an selber Stelle mit 2,4 m aus. 2,7 m sind auf jeden Fall ein guter Kompromiss. Mit solchen Rute kann man Hänger aus Steinpackungen genauso lösen wie man Anhiebe auf lange Distanzen durchbekommt. Wer viel angelt, sollte aber unbedingt darauf achten, dass das gute Stück nicht zu kopflastig ist. Vorteilhaft ist ein etwas längeres Griffteil. Das bringt mehr Wurfweite und liegt schön am Arm an.

Schnurdehnung unerwünscht!

Eine steife Rute ist also die Mutter aller Twisterfreuden. Aber erst der Anfang. Denn wenn man den direkten Kontakt zum Köder sucht, kommt man an geflochtener Schnur nicht vorbei. Schließlich dehnen sich Geflechte fast gar nicht. Monofile Schnüre hingegen weisen eine durchschnittliche Dehnung von 20 bis 30 Prozent auf. Das bedeutet, dass Ihr 100 m Schnur an einem Baum festbinden könnt, um dann 120 bis 130 m weit zu laufen, bis die Schnur reißt. Wie soll man als Anfänger bei solchen Werten einen zarten Zupfer eines Fisches mitbekommen, der 50 m weit vom Angelplatz entfernt beißt? Das ist fast unmöglich. Wenn man aber geflochtene Schnüre und harte Ruten einsetzt, fahren einem aggressive Bisse wie Stromschläge in den Unterarm.

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Die Schnurstärke richtet man natürlich an den Zielfischen aus. Für Barsche reichen die kleinsten Durchmesser. Schaut beim Einkauf besser nach der Tragkraft als nach dem Durchmesser (in anderen Ländern spricht man übrigens erst gar nicht von Durchmessern). Für Zander reicht eine 6 kg-Schnur, für Barsche sind 3 kg genug. Wer es mit großen Hechten zu tun hat, kommt mit einer guten 10 kg-Schnur meistens locker aus. Ich fische übrigens gern mit beschichteten Schnüren wie der Fireline (in Pink) von Berkley oder der Powerline von Gigafish, die beim Werfen nur so durch die Ringe pfeifen.

Wichtig ist auch die Schnurfärbung. Denn wenn es zum Beispiel windig ist, erkennt man Bisse nur daran, dass die Schnur ein wenig rauspfeifft. Wenn man die Sehne überhaupt nicht sieht, weil sie grau, grün oder braun ist, wird man die Bisse in solchen Situationen gar nicht mitbekommen.

Natürlich sollte man sich dann auch eine entsprechende Rolle zulegen. Die geflochtenen Schnüre sind teuer und oftmals verlegen billige Rollen nicht so sauber, wie man das gerne hätte. Das Resultat sind dann ständige Vertüddelungen, die auf Dauer noch mehr ins Geld gehen als wenn man gleich in vernünftiges Gerät investiert. Eine Rolle mit Wormshaftgetriebe (sorgt für eine kreuzweise Wicklung der Schnur) darf es schon sein. Ideal, wenn die Verschleißteile (besonders die Abwurfkante und das Schnurlaufröllchen) auch noch titaniumbeschichtet sind.

Von der Hard- zur Software

Die Software-Komposition erscheint angesichts des Glibberzeugs, das in tausend und einer Variation im Angelladen zum Kauf ausliegt, um einiges schwerer. Tatsächlich kommt der Otto-Normal-Angler aber mit relativ bescheidenen Mitteln zurecht. Wer Gummifische oder Twister in 3 cm, 5 cm, 10 cm und 15 cm sein Eigen nennen kann, ist größentechnisch schon mal ganz gut gerüstet. Natürlich braucht man ein paar verschiedene Farben. Gelb, Weiß oder Orange für trübes Wasser oder faule Räuber, Chartreuse in etwas weniger trübem Wasser und Braun für klare Seen und Flüsse. Natürlich sollte man auch immer ein wenig daran denken, auf welches Beutespektrum sich die Räuber im jeweiligen Gewässer spezialisiert haben könnten. So können Weißfisch-, Forellen-, Koppen-, Barsch- oder Heringsimitate an manchen Gewässern absolute Renner sein. Wenn man sich farbtechnisch an der Wasserfarbe orientiert ist das auch kein Fehler. Denn im silbrigen Schuppenkleid der Beutefische spiegelt sich die Wasserfarbe. Somit ist ein grüner Köder in grünlichem Wasser eine sehr natürliche Imitation.

Bei der Bleikopfwahl gilt es, den Haken erstens an die Ködergröße anzupassen (der Haken sollte ungefähr nach gut einem Drittel des Fisches aus selbigem austreten). Beim Kauf der Bleiköpfe spielt natürlich auch deren Gewicht eine große Rolle. Dieses richtet sich wiederum nach dem Gewässer, das man befischen möchte. Für flache Buchten im stehenden Gewässer hat sich ein Gewicht von maximal 5 Gramm bewährt. An tiefen und schnellfließenden Gewässern können schon mal 40 Gramm vonnöten sein. Mit Gewichten in 5, 10, 15, 20, 25 und 30 Gramm deckt man jedoch die allermeisten Einsatzgebiete ab (ganz zur Not kann man sich zu schwere Köpfe auch zurechtfeilen). Bei der Gewichtswahl am Wasser ist zu beachten, dass der Kopf einigermaßen schnell auf den Grund gelangen sollte. Aber ein Fisch muss den Köder erstens verfolgen und dann auch einsaugen können. Auch hier gilt also die viel zitierte Maxime: "So schwer wie nötig und so leicht wie möglich." Ob Ihr Euch für einen Stand-Up-Jig-Head oder Rundkopf entscheiden sollt?? Stand-Up's steigern die Bissausbeute etwas, weil der Haken auch nach oben zeigt, wenn der Köder ruht. Ein weiteres wichtiges Detail, auf das man beim Kauf eines Bleikopfes achten sollte, ist die Platzierung der Öse. Je weiter vorn diese am Bleikopf sitzt, desto steiler die Sprünge! Und so gibt's tatsächlich für jeden Einsatzzweck den maßgeschneiderten Kopf. Aber sei's drum. Fest steht, dass dem Gewicht und der Größe eine viel entscheidendere Bedeutung zukommt als der Form.

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Wenn Ihr noch etwas tiefer in die (weiche) Materie eintauchen wollt, schaut doch mal auf www.barsch-alarm.de. Hier findet Ihr eine ganze Menge Infos rund ums Twistern. Wer mal ein Twister-Seminar belegen will, kann gern sofort durchrufen (Twister-Hotline: 030 787 13 903). Ich biete jede Menge spannender Kurse an verschiedenen Gewässern an. Einsteiger statte ich auch gern mit dem richtigen "Arbeitsgerät" aus.

Ein paar "Gummi-Ruten":

Zum Bootangeln auf Hecht und Zander: YAD "Cleveland", 2,4 m (Wg. 40 bis 120 Gramm), Zebco "Rhino DF Spin M" in 2,4 m

Zum Uferangeln auf Hecht: Zebco Rhino "DF Spin M" in 2,7 m

Zum Zander-Angeln vom Ufer: Berkley "Lightning Rod", 2,7 m

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Zum Barschangeln vom Boot: "Berkley Series One Skeletor" in 2,4 m, Yad "Portland" in 2,4 m (Wg. bis 30 Gramm)

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Zum Barschangeln vom Ufer: Berkley "Series One Skeletor" in 2,7 m - Exori "Royal Mesh Classic Seatrout Spin" in 3,1 m, Yad "Portland" in 2,7 m (Wg. bis 30 g)

Natürlich hat fast jeder Anbieter gute Ruten parat. Sie alle aufzuzählen ist hier unmöglich! Die Kriterien, die eine gute Twisterrute ausmachen, hab ich ja genannt.

Gute Rollen:

Shimano Stradic, Shimano Twinpower, Penn Slammer, "Jim Hill" von YAD und TICA "Libra SA"

 
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Meine Lieblingsgummifische und Twister:

Relax Kopyto, Relax Shark, Relax California, Relax Twister, Mann's Shad, Mann's Action Shad, Mann's Curly Tail, Profi-Blinker Attractor, Profi-Blinker Turbo-Tail, JENZI Sea Shad und Noname-Twister, aber auch Gummifische ohne Schaufelschwanz wie der Fine Shad von Spro oder der Fine Fish von Mann's (vor allem im Winter gut!). Außerdem noch ein paar "Geheimwaffen" aus den USA.

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Johannes Dietel
www.barschalarm.de



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