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Karmoy 2004
Reisegruppe Elend on Tour...Wer kennt sie nicht...die Vorfreude auf den Urlaub. Erst denkt man nur gelegentlich daran, später könnte man die Wände hochgehen bis es denn soweit ist. Bei uns sollte es am 26.07.04 soweit sein. Doch drehen wir die Uhr noch ein wenig zurück. Freitag 23.08.04, die letzten Minuten des letzten Arbeitstages waren gerade verstrichen, als mich mein Führungsoffizier in seine Butze bestellte um mir mitzuteilen, daß meine Mitarbeit nach dem 14.08.04 nicht mehr notwendig sei. Schlechte Wirtschaftslage, drohene Insolvenz etc. würden zu diesem Entschluß zwingen. Na wenn das mal kein solider Start in die Ferien ist. Es sollte jedoch noch schlimmer kommen. Am Sonntag, einen Tag vor dem Countdown, erwachte ich, und meinte dahin scheiden zu müssen. Fieber, Kopf und Gliederschmerzen, und permanent gereiert bis das rote Stäbchen kam. Dazu kamen Hohn und Spott der restlichen weiblichen Bewohner meines Hauses. Nach geraumer Weile jedoch wurde es still im Palast. Als ich mich im Fieberwahn versichern wollte, das meine Angelausrüstung doch nicht bei EBAY versteigert wurde, stellte ich fest das der Rest der Truppe mit den selben Symptomen an den Matratzen horchte, oder mit diversen Brechgefäßen durchs Objekt wandelten, sofern sie nicht auf der Schüssel hockten. Jetzt war guter Rat teuer. Fähre umbuchen?? war nicht, da zwei weitere Familien schon in Dänemark waren und wir uns an der Fähre treffen wollten. Also wurden alle erst einmal einer gepflegten Roßkur unterzogen, am Montag morgen gings geschlossen zum Quacksalber, und Punkt 16.00 Uhr los in Richtung Hanstholm. Ich kann hier nicht wiedergeben wir es mir zu diesem Zeitpunkt ging. Man hatte im übrigen eine Magen und Darmgrippe diagnostiziert. Ich persönlich tippte auf die Hong Kong Grippe :-) Bewaffnet mit Stuhlhemmenden Medikamenten und einem kleinen gelben Eimer war sie also wieder unterwegs...die REISEGRUPPE ELEND.
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Der massive Einsatz von Medikamenten ließ bei der restlichen Fahrzeugbesatzung im Fahrtverlauf die Sinne schwinden, was ich als Anlass nahm in einem Stück nach Hanstholm zu donnern. Dort gegen 3.00 Uhr angekommen konnte ich mir grad noch meine Schlafummantelung greifen, ließ mich in die Düne fallen, wo auch mir die Sinne schwanden.Nächsten Morgen...o welch Wunder ...alle waren fit, und der Rest war auch da. Die weitere Anreise sollte ohne weitere Zwischenfälle erfolgen.Ankunft in Kvalavag bei 14 Grad und Regen. Kurze Runde ums Objekt..und siehe da, die Bewohner des Nachbarhauses waren grad beim Filetieren. Nichts spektakuläres..aber Fisch.
Dann kam das, wie es wahrscheinlich bei jedem ist. Der Holden die schweren Sachen reinwuchten, und sich dann völlig vertieft dem "Angelrotz" zu widmen, man will ja noch mal kurz raus. Einweisung in das Boot erfolgte durch den Besitzer. Knopf drücken..Boot an...Knopf ziehen Boot aus...Knopf drücken Echolot an...Knopf drücken Echolot aus. Bei Problemen anrufen...gibt aber keine, da Boot sehr zuverlässig. Sehr gut!!.. kurz, knapp und präzise. Sehr angenehmer Mensch. Er eröffnete uns auch gleich, das wir weit raus zu einer Insel fahren müssten um Fisch zu fangen. Um genau zu sein, es waren 12 km und eine Stunde Fahrt, laut meinem GPS. Aber wie man so iss...wir probieren es erst einmal bei einigen der 48 GPS Koordinaten die ich mir im Vorfeld organisiert hatte. Auch das Gespräch mit den Nachbarn, sie konnten zu Beginn wegen schlechtem Wetter nur in den Schären oder dicht am Ufer angeln (O Ton wir haben dort hunderte Makrelen gefangen)bestärkten uns darin. Ergebniss der ersten Ausfahrt: zwei Dorsche von 40 - 50 cm die umgehend zurückgesetzt wurden. Somit war das erste Kribbeln überwunden und es ging heimwärts. Ich möchte hier der Form halber erwähnen das wir 6 Erwachsene, ein Jüngling und 4 Kinder waren, von denen nur mein Kumpel und ich mehr oder weniger intensiv angelten. Der Rest wurde mit der Aussicht diverser Fischmahlzeiten sowie meinen Erzählungen und Bildern ins Land der Trolle gelockt.Noch an diesem Abend mussten wir schon den ersten Spott über uns ergehen lassen. Wer kennt das nicht. Als dann noch ein Mitfahrer des Nachts seine Krebsreusen am Anleger auslegte, wußte ich was uns am nächsten Morgen erwarten sollte. Es ist ja bekanntlich keine Kunst mit ein paar Fischresten ein paar senile Taschenkrebse in die Reuse zu locken. Mein Vorhaben, in aller Frühe die Taschenkrebse zu entfernen und statt dessen eine Büchse Makrelenfilet in Senfsoße (was für ein Frevel so etwas überhaupt mit zu bringen) in die Reuse zu legen scheiterte jedoch an einer gewissen Bettschwere. Die letzten Tage hatten ihren Tribut gefordert.
Heute jedoch war Großangriff. Der Plan war einfach. Einen Schwarm suchen, ich dachte da so an Köhler oder Makrele, fette Beute machen und dafür sorgen das nach dem Genuß selbiger beim Reusenfischer die Galle hupt, und der Rest der Truppe vorerst ruhiggestellt wird. Dann, so der Plan weiter, konnte man sich in aller Ruhe den größeren Fischen zuwenden. Aber wie sollte es auch anders sein...kein Schwarm zu finden. Statt dessen vereinzelt akzeptable Pollacks, schöne Makrelen und ein Leng. Mehrere Dorsche unter 45 cm wurden zurückgesetzt. Ja auch aus großer Tiefe heraufgeholt ist das möglich. Man muß ja nicht rammeln und kurbeln wie ein Berserker. Siehe da Schwimmblase ok, Fisch abgehakt Auf Wiedersehen. Was ich in diesen 14 Tagen wieder zu Gesicht bekommen habe, da schwillt mir der Kamm. Es wurde teilweise alles filetiert was Gräten hat. Die Kisten mussten ja voll werden. Der Gipfel jedoch war, als wir beim Platzwechsel den vorherigen Platz solch einer Schlächtertruppe überfuhren. An der Oberfläche trieben kleine Lumbs, Köhler und vereinzelt Dorsche. Sind wahrscheinlich zu schnell nach oben gekommen, wurden dann doch für zu klein empfunden und wieder über Bord gefeuert. Die Maschinerie hatte wieder zugeschlagen. Aber ich schweife ab.
Am nächsten Tag sollte es dann zu der weit entfernten Insel gehen. Punkt 4.00 Uhr Knopf gedrückt..Echolot an...Knopf gedrückt ...Boot an. Was für Blöde. Wir entschieden uns nach Ankunft zuerst die Süd und die Ostseite abzuklappern. Nach drei Stunden...... nichts ! Dafür sind wir bis jetzt schön Boot gefahren. Weiter nördlich dann hatten wir eine ordentliche Drift, und die ersten Polacks, Köhler und Dorsche wurden abgehackt. Ab und zu schaute auch mal ein Leng vorbei. So macht angeln Spaß. Irgendwann kamen wir dann durch diverse Driften an einer Landzunge an der Westseite der Insel an, wo die Bedingungen idealer nicht hätten sein können. Drift um die den Vorsprung rum, von 15 auf 55 m abfallend. Bei 25 m Seegras an dessen Randbereich eine steile Kante auf vorher genannte Tiefe ging. Zuerst haben wir dort einfach ins blaue hinein geangelt, was schon sehr erfolgreich war, haben in den nächsten Tagen unsere Strategie verfeinert. Am ersten Tag fingen wir dort mehrere Leng's Dorsche Pollacks und Köhler, wobei man hier wirklich der Größe wegen von Fischen sprechen konnte.Mittags waren wir schon wieder zurück. Wir hatten festgestellt das die Fische am allerbesten bei Tide Höchststand bissen. Man konnte regelrecht beobachten wie sich die Strömungsverhältnisse binnen von Minuten veränderten. Ebenso das Beißverhalten. Das garantierte uns eine gewisse Fanggarantie, zu mal wir immer noch auf ein zwei Hot Spot's zurückgreifen konnten, die immer fingen.Viele von euch hätten uns für total bescheuert erklärt, wenn ihr gesehen hättet wo wir da angelten. Die Insel ist ziemlich zerklüftet, und es gab dort schmale Durchfahrten von 3m bis 6 m die stellenweise nicht mal 10 Meter tief waren. Dort wurde eine gewaltige Menge Wasser in die inneren Schären gepresst. Also mit dem Kahn an die Einfahrt bei ca. 3 m und dan ab in die Drift. Dann fiel der Boden auf 10 - 15 m und genau dort RUMS.Tangdorsche von 70 - 80 cm kein Scheiss. Die waren fast rot und haben getobt wie die Sau. Komischerweise hat von zwei Mann in solch einem Loch immer nur einer einen Dorsch gefangen. Die ganze Aktion hat so 2-3 Minuten gedauert. Vom feinsten. Außerdem fanden wir heraus das Herr Lumb einem mit Fetzen bestückten Pilker mit Knicklicht einfach nicht wiederstehen konnte. Dieser glückliche Umstand, und die Fangmengen veranlassten uns, nur aller zwei Tage einen halben Tag rauszufahren. Im Geiste sehe ich schon einige mit dem Kopf schütteln. Aber mehr wie Fisch essen können 11 Personen nicht, und Filet mit nach Hause nehmen iss nich. Frisch iss er mir lieber. Hier nun ist es Zeit zu erwähnen das der Reusenfischer und anfänliche Spötter zwei Tage vor Urlaubsende geschwächelt hat, und zum Abendmahl Kartoffeln und Quark verlangte, was ihm vehement verwehrt wurde. Er bekamm lecker Lengfilet...und außerdem war noch Kockfisch übrig :-)))))
Die nächsten Tage verliefen wie beschrieben. So raus, das wir eine Stunde vor Höchststand da waren, 3 bis 4 Stunden geangelt, zurück, filetiert und ab an den Strand. Ja an den Strand. Wir hatten wieder einmal das große Glück, das wir von 14 Tagen 10 Tage Sonne und Hitze hatten. Da einem aber das Strandburgbauen und rumliegen mit der Zeit derartig auf den Zünder geht, zudem man beim Tauchen Plattfische und Pollackschwärme gesichtet hatte, schmuggelten wir also eine leichte Rute ein Heringsblei und ein Buttvorfach. Muscheln waren ja ausreichend vorhanden. Bei einer Mord's Brandung gings dann los. Nach ca. 5 Minuten heftiges rucken an der Rutenspitze, Anhieb...Scholle 45 cm. Aha so geht also Brandungsangeln ohne Brandungsangel. Jetzt fingen wir zu zweit im 5 Minuten Takt. Schollen und Steinbutt so um die 30-40 cm. Wir waren die Attraktion am Strand. Die Nörgs waren hin und weg. Nach 45 min hatten wir genug und ich vergrub die Fische im kühlen Ufersand. Wir waren völlig unvorbereitet. An dieser Stelle eine Frage: Waren denn diese Fänge wirklich so was besonderes?
Haben allerdings den ganzen Urlaub über an der Stelle nur noch vereinzelt gefangen. Es gab allerdings auch nicht noch einmal so eine Brandung. Vielleicht lag's ja daran.Wer jetzt denkt das wir unser anfänliches Pech abgeschüttelt hätten, der irrt gewaltig.Reisegruppe Elend hatte geplant einen zweitägigen Inlandausflug zum Lachsstudio nach Sand und dann weiter zum Stein aller Steine ...dem Preikestolen zu unternehmen. Am Morgen der Abfahrt jedoch erschütterte ein gellender Schrei das Objekt. Meine Frau hatte sich beim Käseschneiden den Zeigefinger anfiletiert. Meine Fresse was für ein Schnitt. So hatte ich das zweifelhafte Vergnügen einmal eine Norwegische Notaufnahme von innen zu betrachten. 8 Stiche und nur ne Fleischwunde ...Schwein gehabt. Abfahrt einen Tag verschoben. Was machen mit dem angefangenen Tag?? Richtig Toni. Auf diesen Schreck alle Kinder an Bord..es ist Kinderangeln. So hatten wir also die 5 Wänste an Bord, das jüngste grade 3 Jahre. Wir dümpelten ein wenig in den Schären herum in der Hoffnung vielleicht ein paar Makrelen zu erbeuten, da unsere Ködervorräte zur Neige gingen. Es herrschte eine gespannte Ruhe auf dem Boot. Die Mulis pilkten wie die Helden und es machte sich langsam Langeweile breit.
In diesem Moment fing meine Größte an zu Pumpen. Kurze Zeit später polterte ein schöner Polack ins Boot. Petri Heil. Da ein Leichtmatrose eine nicht zu übersehende Gesichtsfärbung aufwies, verlegten wir die Flotte in die inneren Schären bei einer Wassertiefe von 10 - 20 Metern. Dann fing meine Große zwei fette Heringe und erster Unmut beim Rest machte sich breit. Der Gipfel war jedoch erreicht als sie aus 14 m Wassertiefe einen strammen Dorsch, wohlgemerkt ohne Hilfe, über die Reling hievte. (Bild 3) Da dies nicht mehr zu toppen sei, so die allgemeine Meinung, war das Kinderangeln somit beendet und es ging wortlos zurück. Nur eine hat gegrinst wie eine Fettbemme. :-)
Durch solche Fänge, wurden die Filetvorräte immer mal wieder aufgefüllt, so das quasi immer Fisch vorrätig war. So haben wir auf die weiten Ausfahrten verzichtet, und uns auf die Naturköderangelei verlegt. Nachts haben wir es gelegentlich auch auf Aal versucht, was aber keinen Erfolg brachte.
(obwohl direkt vorm Haus im Wasser welche gesichtet) Taschenkrebse und kleine Barschen konnten den Ködern nicht wiederstehen, was für ein Sackgang. Auch die Narurköderangelei brachte nur mäßigen Erfolg. War einfach zu wenig Drift. So stellten wir die Angelei 4 Tage vor Schluß ein und waren trotzdem glücklich. Und als wäre mir nicht schon genug passiert....liegt mein Handy jetzt in 6 m Tiefe.
Am letzten Abend trank ich mein letztes Bier mit dem Vermieter und wir redeten so über dies und das. Währendessen bemerkte der Veermieter das die Biervorräte aufgebraucht waren. Er entschuldigte sich kurz und kam mit 10 Flaschen Bier und einer Flasche Nordhäuser zurück. Ich war sprachlos und lehnte zuerst ab, mit der Begründung das er "Bedürftiger" sei. Er lächelte, und sagte das er den ganzen Keller voller Alk hat. "Gastgeschenke" von Deutschen. Da stehen bestimmt ein paar Jahre Haft im Keller:-))Es wurde noch ein sehr langer Abend, wie schon gesagt ein sehr angenehmer Mensch.
So kurz und knapp....herrlicher Urlaub..feinstes Angeln auch ohne die Rekord und Fotofische...super Wetter...Nächstes Jahr ????..nach mehreren Jahren Norwegen will die Frau mal woanders hin...was liegt da näher als mal nach Finnland zu fahren, denn da isses nich so warm und da gibts viel Wald, 'Wasser und Viiiiieeeeleicht kann ich da auch angeln... :-)))))))))))))))))))))))))))))
Ronny Zimmermann
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