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Vorstellung Åsnen See, Südschweden

Ich möchte hier den Åsnen vorstellen, einen See im Süden Schwedens, der in der Region Småland liegt. Es ist nicht irgend ein See in Småland, sondern DER See für Angler, besonders für Hechtangler. Der See erstreckt sich über 70 km im Süden bis Urshult und im Norden bis fast nach Växjö. Vom Ost- zum Westufer sind es 40 km. Die Wasserfläche beträgt 150 Quadratkilometer und ist von unzähligen kleinen und größeren Inseln durchsetzt. In den flacheren Gebieten, besonders um die Inseln finden die Fische gute Bedingungen für Wachstum und Vermehrung vor. Ein weiterer Vorteil ist der kalkhaltige Boden, der für einen neutralen pH-Wert im Wasser sorgt und somit zu dem Artenreichtum im Åsnen beiträgt. Es gibt natürlich auch tiefe Löcher und Gräben bis zu 16m

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Der Åsnen ist nicht nur ein Paradies für die Schuppenträger, sondern auch andere Tiere fühlen sich sehr wohl. So brüten dort seltene Wasservögel, über 50 Paare Fischadler und sogar ein Seeadler! Paar die bekanntlich die Fische zum Fressen gern haben. Aber nur keine Angst, es ist genug für alle da!

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Die Anfahrt zum Åsnen erfolgt am besten mit der Fähre nach Trelleborg oder über die Öresundbrücke. Von dort aus sind es nur noch 2,5 -3 Autostunden bis zum Åsnen. Dort angekommen sollte man sich, sofern nicht schon von Deutschland aus geschehen, ein Boot mieten. Der Åsnen ist wegen seiner Größe und den dicht bewachsenen Ufern ideal mit dem Boot zu beangeln. Gute Boote, am besten mit Motor, sind an vielen Stellen am See zu mieten. Aus eigener Erfahrung kann ich die Aluboote von Linder empfehlen. Sie verbinden ein hohes Maß an Sicherheit mit leichter Manövrierfähigkeit! Wenn noch ein Echolot an Bord ist, was zu empfehlen ist, geht es dann direkt zum Fisch.

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Kommen wir nun zu den Fischarten im Åsnen. Der Schwerpunkt liegt sicher bei den Raubfischen, alle anderen Fische sind ebenso zahlreich vertreten und alle in XXXL!! Beginnen wir mit dem wohl wichtigsten Fisch für den See, dem Hecht. Ihn gibt es fast überall. Sie werden vor allem beim Schlepp- und Spinnangeln gefangen. Als Köder haben sich Blinker und Wobbler bewährt. Wer lieber mit Köderfisch angeln möchte, der sollte eine der unzähligen Buchten aufsuchen. Hechte sind hier fast überall zu fangen, man sollte aber unbedingt ein Boot mieten, dadurch ist man flexibler und kommt deutlich besser an die richtig guten Stellen heran. Hechte werden hier regelmäßig in Größen jenseits der 100 cm gefangen. Und kampfstark sind sie alle. Durch die vielen Inseln gibt es auch viele Scharkanten, an denen die Räuber bekanntlich auf ihre Beute lauern. Mit dem Boot sind diese Stellen leicht und schnell zu erreichen. Noch ein Tipp: Wegen des braunen Wassers im Åsnen sollten nur dunkle oder transparente Schnüre zum Einsatz kommen.

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Nicht nur Hechte gibt es im Åsnen, auch Zander und Barsche sind in großer Anzahl und in guter Größe vertreten. Die Chancen für einen Zander sind im Westen am größten. Sie gehen am besten in den Sommermonaten ans Geschirr. Erfolgreiche Angelmethoden auf Zander sind ebenfalls das Schlepp- und Spinnangeln. Bitte beachtet, dass die Zander im Mai Schonzeit haben.

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Barsche dagegen können jederzeit und überall mit Spinnern und Gummifischen überlistet werden, natürlich auch mit dem guten alten „Tauwurm“. Besonders erfolgreiche Stellen sind hier die flacheren Gewässerbereiche und die reichlich vorhandenen Barschberge. Ein Echolot ist hier sehr hilfreich. Für die Schweden ist übrigens der Barsch die Nummer eins bei den Fischen. So manch ein „alter Schwede“ betrachtet kopfschüttelnd die Gastangler, wie sie den Hechten hinterher jagen und die leckeren Barsche ignorieren.

Als letzter Raubfisch ist der Aal zu nennen, der natürlich auch im Åsnen vorkommt und schon in traumhaften Größen gefangen wurde. Gerade in der letzten Woche war einer von fast unglaublichen 3,3 Kilo dabei! Da es in Schweden nur hier und da Würmer zu kaufen gibt, empfiehlt es sich einige aus Deutschland zu „importieren“, oder man verläßt sich auf sein Fangglück vor Ort. Es ist wohl schwieriger einen Wurm zum Angeln zu fangen, als einen Fisch mit der Angel!

Es gibt auch Seeforellen und Felchen- besser unter dem Namen Renke oder auch Maräne bekannt -im Åsnen. Vielleicht fangt ihr ja bei eurem nächsten Besuch eine weitere neue oder seltene Art? - Und was ist mit Lachs? Der Lachs ist noch nicht im Åsnen, NOCH nicht! Nach Umbauarbeiten am Wehr in der Mörrum sollen die Lachse wieder bis in den Åsnen kommen. Warum wollt ihr nicht die ersten sein, die hier einen Lachs an den Haken bekommen?

Bei den Friedfischen gibt es im Åsnen auch einen guten Bestand. Da sind zuerst die Bleie (Brassen), bei denen in der oft zitierten Klodeckelgröße noch nicht das Ende erreicht ist. Auch kapitale Plötzen und Rotfedern durchziehen in großen Schwärmen den See. Wer so einen Schwarm gefunden hat, hat auch die Hechte gefunden. Die sind ja nicht von ungefähr so groß und zahlreich vorhanden. Diese Entwicklung kann nur durch ein entsprechendes Futterangebot erreicht werden. Wenn euer Echolot mal nur schwarz anzeigt, dann ist es nicht kaputt, es gibt wirklich Stellen mit so viel Fisch im Åsnen!

Wer mag, kann auch sein Glück auf Schleien probieren. Auch wenn es in Schweden etwas kühler als bei uns ist, so kommen Schleie mit über 50 cm Größe nicht selten vor. Sie erwischt man am besten in den vielen Buchten und an den zahlreichen Schilfgürteln. Es gibt auch noch z. Bsp. Alande usw., insgesamt leben über 20 Fischarten im Åsnen!

Ach ja, da versteckt sich in den Tiefen des Sees noch ein Highlight, ein eher seltener Fisch und Exot in deutschen Fangbüchern: Die Quappe oder auch Aalrutte gibt es. Dieser doch seltene Fisch kann im Åsnen mit der Angel gefangen werden. Und das nicht nur, wie in der alten Lehrmeinung vertreten, im Januar bei stürmischem Wetter. Stellt euch doch mal die Gesichter vor, wenn ihr im Anschluß an die Bilder und Berichte über die Meterhechte noch Fangbilder von Quappen zeigen könnt!

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Das Angeln ist ganzjährig möglich, im Frühjahr und Herbst vor allem auf Hechte, im Sommer gehen die Zander gut an die Angel und im Winter gibt es natürlich das Eisangeln. Es ist dort absolut nicht als Randsportart zu sehen. Es ist ein Erlebnis für sich. Es bietet zum einen Spannung pur, durch das kleine Eisloch diesen riesigen See zu befischen. Auf der anderen Seite ist es auch Entspannung. Allein schon die Ruhe, die an einem klaren Wintermorgen auf dem See herrscht, ist einen Urlaub wert. Dort gibt es keinen Fluglärm, Autobahnen oder anderen Zivilisationslärm. Man kann hier einmal jeden Stress hinter sich lassen und eins sein mit der Natur. Allerdings sollte man das nur in einem winterfesten Ferienhaus machen, welche es am Åsnen auch gibt.

Wir selbst waren bei Ulli und Mona untergebracht und das sehr gut. Wegen seiner langjährigen Erfahrung kann Ulli `ne Menge guter Tipps geben und hält mit diesen auch nicht hinterm Berg. Auf ihrer Seite könnt ihr euch weiter über den See und die Häuser informieren! Schaut einfach unter www.schweden-ferienhaeuser.com

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Im Åsnen ist für jeden Angler etwas dabei. Hier könnt ihr bestimmt die eine oder andere Premiere feiern. Der erste Meterhecht, die erste Quappe oder einfach ein neuer persönliche Rekord. Oder vielleicht alles drei zusammen, wer weiß. Probiert es doch einfach mal aus! Fische kommen hier in großer Artenvielfalt vor und in Größen, die ihr sonst nur aus Anglermagazinen kennt. Hier könnt ihr euch den Traum erfüllen und sie selbst landen! Michael Pflüger z.B. fing am 17.05. 05 einen Hecht von 124 cm Länge und 30 Pfund Gewicht!

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Für genauere Tipps lohnt es sich auf jeden Fall den Vermieter der Boote oder des Ferienhauses zu befragen. Viele sind selbst Angler und haben sicher den einen oder anderen Tipp auf Lager. Bei einigen kann man auch fehlendes Kleingerät kaufen oder „Åsnentaugliche“ Köder erwerben, fragt einfach nach! Noch ein Tipp, nehmt Boote mit Schraubenschutz, da die Schraube schnell an einem der vielen Steine im See abbricht.
 
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Um dieses einmalige Biotop zu erhalten gibt es auch hier Schonzeiten, Schutzgebiete und Fangbegrenzungen. Diese sollten auch von jedem Angler akzeptiert und beachtet werden, weil sonst auch so ein Biotop aus dem Gleichgewicht geraten kann. Bei Entnahme von 4 erlaubten Hechten pro Angler und Tag dürfte wohl mehr „Fisch auf den Tisch“ kommen, als dem einen oder anderen lieb ist! Auch über Catch&Release sollte nachgedacht werden. Welcher Angler braucht schon 50 oder mehr Hechte in der Woche? Ich denke nicht das eine Familie so oft und so gern Hecht ißt, dass - wie es leider schon vorkam - Riesenmengen abgeschlachtet werden müssen.

Hier ist die Natur noch in Ordnung. Welcher Angler träumte nicht einmal davon an einen naturbelassenen, weitläufigen See zu angeln, während er sich das wenige Ufer mit 20 anderen Anglern an seinen Vereinsteich teilen mußte? Die Fangaussichten dürften hier einige an die Forellenp***s in der Nachbarschaft erinnern, aber dies ist Natur pur!

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Ihr werdet Euch jetzt fragen wie das sein kann, ein See mit so vielen Vorteilen, der muß noch auch einen Nachteil haben. Da sage ich ganz klar ja, den hat er: Er liegt nicht vor meiner Haustür...

Zum Abschluß noch ein paar allgemeine Information. Der See wird Osnen ausgesprochen, da das Å nicht dem deutschen Ä entspricht, sondern wie ein deutsches O gesprochen wird. Also nicht von den oft geschriebenen Asnen verwirren lassen. Übersetzt bedeutet das übrigens Eselsee. Ich muß zugeben, bei all den Tierarten die mir dort begegnet sind, ein Esel war nicht dabei. Maximal ein paar Menschen, die sich so benahmen.

Ich danke für das Lesen dieses Berichtes, aber ich verstehe nicht warum ihr immer noch am Computer sitzt und nicht im Auto, auf dem Weg zum Åsnen natürlich....

„Kleinfischangler“




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