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C & R (Pescar & Soltar) in Brasilien
von René Sehringer, Belo Horizonte, Brasilien
Die Meinungsverschiedenheit über das Wiederfreilassen der gefangenen Fische, wie sie vor allem in europäischen Internet-Foren festgestellt werden kann, existiert hier in Brasilien überhaupt nicht! „Pescar e Soltar“ (Fangen und Freilassen) ist hier eine Selbstverständlichkeit!
Dafür sorgt allerdings auch die Umweltbehörde IBAMA, die bei sportlich interessanten Fischarten, erstens recht hohe Mindestfangmasse festsetzt und zweitens deren Tagesfang auf ein vernünftiges Mass begrenzt.
Allgemein gültig ist ein tägliches Fang-Limit von 10 kg Fisch + 1 Exemplar, das in der Grösse und im Gewicht unbeschränkt ist! Drei Staaten (Goiáis, Rondônia und Tocantins) haben jedoch freiwillig den täglich verwertbaren Fang auf 5 kg + 1 beliebiges Exemplar gesenkt.
Die Strafen bei einer Nichbeachtung der Vorschriften sind für brasilianische Verhältnisse drastisch: 700 bis 100 000 Reais und - die Beschlagnahmung sämtlicher Angelutensilien! Zur Zeit beträgt der gesetzliche verankerte Minimallohn 300 Reais...
Doch, wie in anderen Ländern auch, muss der Fehlbare zuerst erwischt werden! Und das gestaltet sich bei den unendlich grossen Wasserflächen zumeist äusserst schwierig, bezw. sogar aussichtslos...!
Eine sehr strenge Kontrolle wird dagegen an den in Brasilien sehr verbreiteten, privaten Angelteichen gehandhabt! Hier gelten die Fanglimiten zwar nicht (da R&C), doch die Ausübung des Angelns, die erlaubten Köder und Montagen, sowie die schonende Behandlung des Fanges wird in eigens verfassten Reglementen festgelegt und auch überwacht. Vorfälle, wie ich sie selber an europäischen Forellenteichen erlebt habe, sind hier undenkbar.
Dafür sorgt nicht zuletzt auch eine „finanzielle Selektion“: Die Preise für Eintritt, Beherbergung und Verköstigung liegen meist deutlich über dem Budget eines einfachen Arbeiters und - die Anlagen sind nur mit dem Privatauto erreichbar!
Die Angler, die man hier zumeist antrifft, sind schon aus Distanz als solche erkennbar: Hemden, Shirts, Weste und Kopfbedeckung sind mit Stickern von exklusiven Anglerclubs oder bekannten Ausrüsterfirmen versehen! Man will hier also demonstrieren, welcher „Sportangler-Schicht“ man angehört!
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| Die Erfahrung ist überall ersichtlich! |
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| | Werbung
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Das Angeln in diesen sehr gepflegten und mit einer vorbildlichen Infrastruktur versehenen Anlagen bietet sehr vielseitigen Sport. Der Fischbesatz ist gut, sowohl in der Abstimmung auf die einzelnen Spezies, wie auch in der Besatz-Quantität. Grund-, Posen-, Spinn-Angeln und Fliegenfischen sind möglich und für jede dieser Angeltechniken ist der entsprechende Zielfisch vorhanden.
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| Für das leibliche Wohl stehen grosszügig konzipierte Gaststätten bereit |
Die Fische
Die meisten dieser Teichanlagen sind bestückt mit:
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| Pacus |
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| Tambaquis |
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| Traíras |
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| Tilapías |
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| Dourados |
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| Pintados |
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| Curimbatás |
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| Cacharras/Surubims |
Der Fang eines Cacharras/Surubims
Ein äusserst aufregende Angelegenheit ist der Fang eines der grossen Surubims in einer solchen Anlage! Dieser kampfstarke Fisch wird bis zu einem Meter lang und kann ein Gewicht von bis zu 25 kg erreichen! Vorwiegend wird der Cacharra, wie der Suburim auch genannt wird, mit einem runden 40gr Blei auf Grund gefangen. Ein riesiger 6/0 Angelhaken und ein Stahlvorfach komplettieren die Montage. Die Köder? In der freien Natur sind dies die Minhocuçus (Riesenwürmer von bis zu 1,5 m Länge) oder dann Caranguejas (eine Krabbenart). Hier an unserem P&S-Gewässer wird jedoch mit einer Art von „Frankfurter-Würsten“ geangelt. Hier die bewährte erprobte Anköderung: Wurststück mit dem ganzen Haken durchstechen und mit einem Stückchen Zahnstocher fixieren!
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| Als Köder dient ein Stück „Frankfurter-Wurst“ |
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| Biss! |
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| Drill... |
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| ... und Landung! |
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| und das ist der Surubim: 78 cm und 5,2 kg PETRI HEIL! |
Nach der Beute-Fotografie konnte der prächtige Fisch wieder zurück in sein angestammtes Element.
Aber auch mit Fliegenrute und Streamer lassen sich prächtige Fänge verzeichnen. Solche Anlagen eignen sich hervorragend, um sich in der Wurftechnik zu vervollkommnen, neue Köder zu testen oder das Beissverhalten der Fische zu beobachten! Trotzdem - ich musste mich intensiv umsehen, bevor ich einen Anhänger dieser Angeltechnik entdecken konnte. Es lohnte sich jedoch: Soeben konnte ich einen herrlichen Drill miterleben und dieses Bild schiessen:
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| ...mit einem Streamer überlistst! |
Übrigens: Trotzdem an einem solchen Gewässer das „Fangen und Freilassen-Gesitz“ gilt, kann man sich den Fang gegen entsprechendes Honorar auch küchenfertig vorbereiten und einpacken lassen. Da jedoch zwischen 16,00 und 24,00 Reais pro Kilogramm berechnet werden, ist der Einkauf auf dem Markt oder im Spezialitätengeschäft wesentlich günstiger...
Dieser Beitrag stammt aus der P&S-Anlage ENGENHIO bei Três Marias / MG in Brasilien.
René Sehringer, rs.fishing@uol.com.br , Brasilien
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