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Wie bekommt „Frau“ den Mann zum Angeln?

Diese Frage habe ich mir gestellt!

1993 machte ich meinen Fischereischein durch meinen Ex-Mann. Als ich ihn rausgeschmissen hatte, ging somit auch mein einziger Angelpartner mit durch die Türe. Zu der Zeit gab es leider keine Frau, die ich kannte, die ebenfalls Gefallen am Hobby Angeln gefunden hatte. Wehmütig packte ich mein ganzes Tackle, was mir übrig geblieben war in den Keller und schleppte es durch 3 Umzüge.

Über die Jahre hinweg fragte mein Vater mich immer wieder, ob ich nicht meinen Fischereischein verlängern lassen wollte, der ja nun seit 1997 abgelaufen war. Inzwischen war meine Tochter 1997 und dann 1999 mein Sohn geboren. Und mein jetziger (und letzter) Mann hatte nun so gar keine Ambitionen was das Thema Angeln anbelangte.

2004 kam die Wende, bezüglich des Hobbys. Mangels Ideenreichtum „Was schenke ich meinem Vater dieses Jahr zu Weihnachten?“ kam mir der Gedanke, das Hobby Angeln wieder aufzugreifen. Er bekam den Kurs zum Fischereischein von mir geschenkt. Zeitgleich fragte ich aber auch meinen Mann, ob er nicht doch Interesse hätte, den Kurs zu belegen. Seine Antwort traf mich dann doch ein bisschen:“ Ich? Angeln? Niiiiiiemals. Stundenlang Stock, Schnur und Wurm ins Wasser halten. Stundenlang in der Kälte sitzen, in der Hoffnung, mit mindestens einem Fisch nach Hause zu gehen? Ich? Früh aufstehen? Vergiss es!“
 
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Gut, ich akzeptiere, aber vergessen habe ich es nicht! Im Januar begann der Kurs für meinen Vater. Nochmals startete ich einen Versuch, meinen Mann nun vielleicht doch zum Angeln zu bewegen. Auch die Eifersuchts-Tour („Schatz, ich befinde mich in einem typischen Männer-Sport. Ist doch wohl klar, dass ich mich mit andren Männern zum Angeln treffe!“) half nichts.

April 2005

Mein Vater legte erfolgreich die Fischerei-Prüfung ab. Kurz darauf trafen sich einige aus dem AB, die ich inzwischen kennengelernt hatte, an einem Vereinssee. All meinen Charme, all meine Überredungskünste galten meinem Gatten, ihn mitzuschleifen. Auch, wenn er einfach nur auf die Kinder aufpasste.

Meiner Tochter Julia hatte ich inzwischen ihre eigene Angelrute gekauft. Das Auswerfen klappte noch nicht so besonders und somit hatte sie ewig Perücken. Alle 2 Minuten kam sie gelaufen, ich solle ihr helfen. Nach dem 7. Mal schickte ich sie zu ihrem Vater. Komisch, das Kind kam nicht mehr wieder. Ich guckte in die Richtung der beiden. Männe sass dort und war am enttüddeln. Gut, der war also beschäftigt.

Weitere 15 Minuten später kam Julia wieder zu mir. „Mama, kannst du Papa bitte eine Angel von dir abgeben, dass ich meine wiederbekomme?“ „Na klar Kind, kommt Papa nicht mit der verhedderten Schnur klar? Dahinten liegt ein Messer, soll er sie abschneiden!“ „Nein Mama, der Papa angelt mit meiner Rute. Ich will auch angeln!“ Ein Blick zu meinem Ehegatten und ich musste aufpassen, dass mir nicht selbst meine Angel ins Wasser fiel. Da sass der gnädige „Ich-will-nix-mit-Angeln-zu-tun-haben“ Herr und angelte.

Seit diesem Moment, ist er nicht mehr aufzuhalten. Wie er am Anfang immer wieder maulte: „Bist du am Wochenende schon wieder Angeln?“ mault er heute, wenn ich mal sage „Lass uns doch einfach nur mal spazieren gehen“ – „Wie? Ein Wochenende mal nicht angeln? Kannste vergessen!“

Am 09.09.2005 beginnt nun „sein“ Angelkurs. Die Tage war er schon erwartungsvoll am zählen. Bücher hat er gewälzt, treibt im Anglerboard sein Unwesen und tüffelt an Verbesserungen rum.

Was gibt es also schöneres für eine Frau, die ihrem Mann zum Angeln gebracht hat, wenn er denn endlich mal eingesehen hat, dass wir nun gemeinsam einem der schönsten Hobbys fröhnen?

MelaS72




Die Sicht der Dinge von ihm ist nachzulesen unter „Anglerlatein und andres Gelaber“ – „Vorstellungen“ – „Der nixfang-Lehrling“

Der nixfang Lehrling



Hallo liebe Gemeinde

Ich muß an dieser Stelle erst einmal ein Gerücht klarstellen. Angler sind keine Eigenbrödler und unfreundlich wenn man sie anspricht!!! Was soll ich sagen? Wer diese Gruppe Mensch einmal in aktion gesehen hat will irgendwie ein Teil dazu beitragen und auch selber ein Teil dieser Gemeinschaft werden.

Der Hintergrund:

Ich habe in meinem Leben nicht wirklich viel vom Angeln gehalten. Habe diese Menschen immer nur im strömenden Regen an den Gewässern gesehen, verbunkert unter ihren überdimensionalen, riesigen Schirmen und mir im stillen die besten Wünsche für diese Betroffenen ausgedacht, damit Sie von ihren verregneten "nixfang Tagen" geheilt werden. Auch auf mehrfaches bitten und betteln meiner Frau (der ein oder andere kennt sie bereits "MelaS72") doch einmal diese Welt kennen zu lernen, habe ich nicht gehört. Warum sollte ich am frühen Morgen, unter eine viel zu großen Regenschirm die Zeit absitzen, wo ich doch soooooo schön im warmen Bettchen liegen könnte und meine Frau an mich drücken könnte.

Naja was soll ich sagen?

In letzter Zeit war Frauchen morgens nicht mehr da. Auch nach vermehrten Suchen in Wohnung und Garage war Sie nicht auf zu finden.

Nachmittags ging die Türe auf und Sie stand vor mir mit langen Stöcken an denen Fäden hingen und an denen wieder kleine Haken blinkten. Ich wunderte mich über den fröhlichen Gesichtsausdruck. Gerade deshalb weil Sie mir breit erzählte das sie nichts gefangen hat. Das muß man erst mal verstehen. Da zieht jemand an eine Gegend, die recht feucht ist, mit Mücken besiedelt zu einer Uhrzeit an der normalerweise selbst der Hahn noch schläft, wirft einen Haken an einem Faden ins Wasser wo ein Fisch später dran hängen soll und freut sich noch das der jenige keinen Fisch überzeugen konnte dieses Piercing an zu nehmen.

Ich dachte mir, was das wohl für "geisteskranke" Menschen sein müssen, die so etwas auf sich nehmen!?

Dann geschah es...

Am 30.04. sollte ein kleines Treffen sein, wo man neben Frauchen diese Gemeinschaft kennen lernen konnte und diese Kultur des "nixfangens" beäugen sollte.

Nachdem der erste Schock (das frühe aufstehen) erfolgreich überwunden wurde und man(n) sich mit Familie im vollbepackten Auto wiedergefunden hatte und danach an eine wunderschönen Ort wiedergefunden hat, waren neben meiner Müdigkeit auch erste Zweifel über die angebliche "Geisteskrankheit" dieser Menschen verschwunden. Es stellte sich sogar heraus, dass diese Menschen ein sehr fröhliches Völkchen zu sein schienen. Es wurde gelacht und sich sogar für außenstehende normal unterhalten.

So machte ich mich dann heran, zu sehen und dann zu urteilen.

Nachdem meine Angst vor diesen mit Haken bespickten Peitschen überwunden wurde, merkten meine Hände das es ihnen kaum noch gelang diese, wie man mir sagte, Ruten aus der Hand zu geben. Immer wieder war ich der Versuchung unterlegen, diesen Haken an dem Faden an meine Tochter abzugeben. Ich ging sogar einen Schritt weiter. Ich warf diesen Haken selber ins Wasser.

Am späten Nachmittag war ich so von dieser Krankheit (wie ich es vorhin beschrieb) infiziert, dass ich leichtsinniger Weise auf die Frage wann ich den Angelschein denn nun machen würde, sogar geantwortet habe das ich mir den nächsten Termin, in meiner Region, sogar reservieren werde.

Ich muß mir selber eingestehen das es keine Lüge ist da mir dieser Tag nebst Menschen, Ort und Fischfreien Haken richtig gut gefallen hat.

An dieser Stelle mal einen riesen Dank an Alex (der mir immer wieder gnädig gestimmt war wenn sich mein Faden in seinem Faden verhäddert hatte), Udo (der mir gerne erklärt hat was er da eigentlich macht und warum überhaupt und dabei das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht genommen hat wenn ich den Haken ins Wasser platschen ließ), Dietmar (der mich immer motiviert hat es noch einmal zu versuchen), Stefan (der mir zeigte das man auch einen Fisch vom Haken springen lassen kann) und natürlich auch Mela (die mich immer wieder an der Rute spielen ließ *gg*).

Dieser Tag hat bei mir die Lust gesteigert, selber ein Teil dieser "geisteskranken" Gemeinschaft zu werden, die sich einen Spaß macht, in der Gruppe dem "nixfangen" zu fröhnen.

So werde ich wohl mit meinen 32 Jahren noch das "ANGELN mit SCHEIN" lernen um dann öffentlich das "nixfangen" zu verbreiten. Aber das können dann interessierte Menschen hier selber verfolgen.

Mein Fazit aus diesem wunderschönen Tag... erst sehen dann handeln.

In diesem Sinne freue ich mich auf das was noch kommen mag.



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