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Sommer-Angeln auf Smöla

Meeresangeln in Mittelnorwegen



Anfang Juli ging unsere lang ersehnte 3-Wochen-Reise endlich los. Wir 4 Boardies (Laksine (Monika), Raubfischjäger (Martin), Skateboardie (Christian) und ich) starteten erneut zu einem Abenteuer ins Land der Trolle und freuten uns auf ein Wiedersehen mit unserer Lieblingsinsel. Nach einer problemlosen Anreise von Köln nach Kiel die Hiobsbotschaft am Norwegenkai bei Colorline: Unser Geländewagen mit dem Dachkoffer war mit 2,30m versehentlich höher, als in unseren Fahrscheinen angegeben, die Tickets jetzt ungültig. Wir standen vor der „Color Fantasy“, dem mit 224m Länge, 35m Breite, 59,2m Höhe, 15 Decks, 2750 Passagieren und einem 10525kg schweren Anker größten Luxusliner-Kreuzfahrtfährschiff der Welt und konnten nicht rein! Und das ausgerechnet am 13. Geburtstag von Chris, der diesen Tag auf dem Schiff gebührend feiern wollte und sich schon so sehr darauf freute. Wir kamen auf die Warteliste und mussten alle Fahrzeuge an uns vorbeiziehen lassen. Nach schier unendlich erscheinenden Stunden bekamen wir dann doch noch grünes Licht und durften an Bord rollen. Erleichtert atmeten wir auf.

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Es folgte eine unvergessliche Luxus-Kreuzfahrt, die uns allen sehr gefiel und unheimlich viel Spaß machte! Auf dem Riesenschiff kann man in einer Einkaufsstraße/Flaniermeile ausgiebig shoppen, in verschiedenen Restaurants oder im riesigen, gemütlichen skandinavischen Buffetsaal lecker essen, Cafes, Bars mit Livemusik, Showtheater mit Musical, Kino, Aqualand, Muckibude oder Casino besuchen oder einfach nur auf dem riesigen Sonnendeck die Vorbeifahrt an Langeland und den Sonnenuntergang genießen und die Seele baumeln lassen. Kehrt man satt und müde in die tolle, superleise klimatisierte Kabine zurück, kann man vor dem Duschen im voll ausgestatteten Bad und dem Einschlafen noch eines der verschiedenen TV-Programme oder die Live-Cam am Bug des Schiffes sehen oder sich am Inhalt der Minibar erfreuen.

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Nach der Ankunft in Oslo am Sonntagmorgen fieberten wir immer mehr unserem Ziel entgegen. Das Passieren des norwegischen Zolls verlief ohne Probleme. Die weitere Anfahrt ging ohne Schwierigkeiten vonstatten, abgesehen von einer heimtückischen Bodenwelle, die unseren Wagen nebst Insassen, Gepäck und Dachkoffer mit allen Vieren gleichzeitig die Bodenhaftung verlieren ließ und einen unangenehmen Abflug mit brachialer Landung bescherte (die Stoßdämpfer bedürfen nun einer näheren Kontrolle)!

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Als wir müde aber glücklich am Sonntagabend auf Smöla im Angelzentrum Steinsöya eintrudelten, empfing uns Rolf und begrüßte uns aufs herzlichste. Nach dem Abendessen spielten die Jungs noch bis 23.00 Uhr bis zum Umfallen Fußball in der Mitternachtssonne, und nach einem abschließenden kurzen Spaziergang fielen alle müde ins Bett.

Der erste Tag in Norge begann. Zur Einstimmung ließen wir es ruhig angehen und angelten vom Ufer im kleinen Straumen in Jøstølen. Es war toll anzusehen, wie vereinzelte Makrelentrupps (vorweg gesagt: in unseren 3 Wochen ließen sich die richtig großen Makrelenschwärme noch nicht blicken) kleine, fingerlange silbrige Jungfische zu Hauf vor sich herjagten, so dass sie manchmal in heller Panik aus dem Wasser spritzten, ja teilweise sogar bis an Land flüchteten und auf den bei Ebbe trocken gefallenen Tangfeldern vor unseren Füßen in der Sonne zappelten!

Im Laufe des Tages fingen wir dann einige schöne Makrelen mit der Spinnrute. Köderhit waren kleine, schlanke, silberne oder weiße Blinker oder Minipilker. Mini-Pollacks gingen auch an die Haken.

Das schönste Erlebnis an diesem Tag war jedoch die unverhoffte Begegnung und stundenlange Auseinandersetzung mit einem hungrigen Mink (amerik. Marder/Nerz), auf dessen steinerne Behausung unten am Wasser ich törichterweise versehentlich meine Angeltasche abstellte, und noch dazu unbedarft als größte Verlockung die gefangenen Makrelen genau vor dem Eingang seiner Höhle ablegte! Das gab ein Zerren und Ziehen um die kostbaren Makrelen mit wildem Gefauche dieses Untieres, das nun gar nicht viel Angst zeigte, dafür umso mehr größten Hunger! Er gebärdete sich rasend wie ein tasmanischer Teufel, vermutlich knurrte ihm schon seit Tagen der Magen. Nach 3 Stunden hatten wir ihn lieb gewonnen und überließen ihm endlich eine unserer Makrelen.

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Bei unserer Rückkehr ins Angelzentrum herrschte große Aufregung: Günther von den Dresdenern (genauer: Bautzenern) hatte bei seiner 1. Ausfahrt einen tollen Dorsch von 1,28m und 32 Pfd gefangen! Wir machten gleich ein paar Foto- und Videoaufnahmen. Abends wurde das Wetter zunehmend sonniger und windiger. Bernd (Moderator Kunze) schickte uns dankenswerterweise regelmäßige Wetter-SMSe auf’s Handy, die uns an diesem Abend nichts Gutes für die nächsten Tage verheißen ließen!

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Am Morgen: Starkwind, regnerisch und stürmisch. An eine Bootsausfahrt war nicht zu denken. Also fuhren wir erstmal in das kleine, aber feine Einkaufszentrum nach Hopen. Später angelten wir an verschiedenen Stellen vom Ufer. Zuerst in Straumen am Straumen, wo direkt vor Martin 1 schöner, großer Fisch aus dem Wasser sprang, aber außer 1 kleinen Dorsch nichts ging. In Jøstølen ebenfalls kein Biss. So wanderte ich mit Martin bis in den Abend durch die weite, unberührte Fjell- Landschaft Smölas und zeigte ihm unsere alten Großdorsch- und Köhler-Erfolgsstellen von früheren Besuchen. Abends bei Windstärke 8 feierten wir spontan eine schöne und lustige Terrassenparty mit unseren Dresdener Freunden und Rolf bei 10’C und windgeröteten Nasen.
 
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Am nächsten Morgen der gleiche Starkwind, jetzt kam noch Nieselregen hinzu. Eine Ausfahrt war wiederum nicht möglich. Allein mit Laksine kletterten wir an der großen Brücke die Steinschüttung hinunter und fingen am Brückenpfeiler zahlreiche kleine Köhler und Dorsche mit der Spinnrute und 15-24g- Blinkern, die alle wieder ins Wasser durften.

Tags darauf bliesen Wind und Nieselregen noch heftiger. Dafür brachte das Uferangeln für Martin eine der noch nur vereinzelt herum schwimmenden Vorposten-Makrelen an die Spinnrute, doch war das ein richtig guter Brocken!

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Mit unseren 3 Dresdenern Gerd, Felix und Günther fuhren wir zum Hamneterminal, von wo uns alsbald jedoch heftigste Mückenbisse dieser schrecklichen kleinen Plagegeister (eigentlich winzige, beißende Minifliegen) den Spaß am Angeln verleideten und unweigerlich vertrieben. Dagegen war es an der großen Brücke mückenfrei, bis auf einige kleine Köhler leider auch fischfrei.

Abends im Angelzentrum hatte Rolf wegen des bescheidenen Wetterstarts dieser ersten Tage Mitleid und vermittelte uns für den nächsten Tag einen richtig großen Charterkutter ab Veiholmen, einen echten Walfänger mit richtiger Harpunenkanone vorne drauf, der bei jedem Wetter rausfahren konnte. Es kam wie es kommen musste: Der Wind wurde wieder ruhiger, und am nächsten Morgen war es windstill, sonnig und wunderschön! Trotzdem wollten wir nun die Buchung des Walfängers beibehalten und damit weit hinaus in See stechen. So fuhren wir am Freitag in der Frühe nach Veiholmen.

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Auf dieser Ausfahrt hatten wir keine übermäßigen Fänge, aber es war trotzdem schön und wir hatten viel Spaß. Auf das Deck kamen nach und nach eine Reihe Küchenköhler, teilweise gigantische Lumbs und Riesenwittlinge, bis Martin einen Superbiss bekam. Schon vorher gab es einige gewaltige Fehlbisse, von denen wir nie erfahren werden, was für riesige, finstere Tiefseegestalten da für kurze Zeit am Haken hingen. Doch dieser Fisch, der in 100m Tiefe auf den Beifänger gebissen hatte, hing jetzt bombenfest an Martins Stand Up- Rute.

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Als der große Fisch immer weiter nach oben ans Tageslicht kam, sein Weiß aus der Tiefe empor schimmerte und der gewaltige Körper schließlich die Wasseroberfläche durchbrach, hatten wir Gewissheit: Es war ein riesiger Großdorsch von 1,10m Länge mit einem Gewicht von 28 Pfd! Der freundliche norwegische Kapitän half selbst bei der Landung und freute sich mit uns.

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Später fing auch Christian noch einige Küchenköhler und Lumbs, ebenso wie die Dresdener an ihrem letzten Angeltag. Felix erwischte auch noch ein paar gute Schellfische. Glücklich und zufrieden traten wir die Rückfahrt an. Der ehrgeizige Kapitän der „Havbrua“ legte noch mehrere Zwischenstopps ein, die aber nicht mehr die erhofften Kapitalen erbrachten. Das war uns jedoch letztendlich egal, wir waren alle müde und hungrig. So ging ein weiterer Tag auf See zu ende.

Endlich konnten wir am folgenden Morgen wieder selbst mit einem kleinen Dieselkutter des Angelzentrums Steinsöya hinaus auf den Atlantik fahren. Die Fänge waren alles in allem zufrieden stellend, da die großen Makrelenschwärme noch fehlten und mit ihnen die mitziehenden großen Räuber. Christian konnte 1 größeren Köhler landen, 1 großer Seelachs ging Moni leider kurz vor der Landung wieder ab. Weiterhin fing Chris noch 2 schöne Dorsche und einige Lumbs, Martin 1 Makrele und viele Kleinköhler, von denen wir nur 2 für Fetzenköder behielten. Christian war diesmal der erfolgreichste Angler!

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Einen Tag später war es sonnig und Ententeichwetter. Monika brachte 1 großen Schellfisch und 2 schöne Dorsche auf die Planken, ich 1 Dorsch und Martin 1 Rotbarsch. Chris blieb diesmal an Land und wollte lieber mit Rolf und seinem Mitarbeiter Jens Pilze sammeln. Abends gab es dann ein leckeres Grillessen.

Nun wurde es Zeit für einen Landausflug mit dem Auto. Wir machten uns mit Rolf und Iwonna einen schönen und langen Tag im 120km entfernten herrlichen Trondheim. Die Sonne spielte mit, und wir waren begeistert von dieser fantastischen Stadt mit ihrem faszinierenden Nidaros- Dom, dem sagenhaften nördlichsten Dom der Erde!

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In den Straßen Trondheims, auf dem Markt und am Hafen pulsierte das Leben, alles umgab ein fast südländisches Flair. Zahlreiche Straßenmusikanten verschönten mit ihren Klängen den vielen sommerlich-leicht gekleideten Menschen diesen Sonnentag. Gleich mehrfach ließen wir uns das köstliche norwegische Softeis schmecken. Diese einladende Stadt werden wir in ewiger und guter Erinnerung behalten.

Am Folgetag fuhren wir erneut auf See, die uns aber mit bis zu 1,5m hohen Wellen und einer gewaltigen Dünung den nötigen Respekt einflößte und eine Ausfahrt nur bis zum Dreibein-Seezeichen zuließ. Der Seegang erschwerte das Angeln, so dass nur einige gute Küchendorsche und kleinere Köhler gelandet werden konnten.

24 Stunden später war es deutlich kälter, Nieselregen und Nebel erschwerte die Navigation und unsere Filmaufnahmen, aber wir hatten Klassefänge! Christian fing sogar einen Knurrhahn. Zusammen mit einer Gruppe Braunschweiger waren wir dann mit dem größten Kutter des Angelzentrums hinausgefahren. Gemeinsam fingen wir nicht weniger als 10 verschiedene Fischarten, darunter als Hauptfänge viele große Schellfische. Dank des Seekartenplotters und der guten Ortskenntnisse in den Schären führte uns der Guide trotz des Nebels am Nachmittag wieder sicher zum Angelzentrum.

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Nun war ein Pausentag notwendig, um die körperlichen Anstrengungen der vergangenen Tage wieder etwas besser verkraften zu können. Die Jungs genossen es, auch einmal einen Tag im Angelzentrum mit Spielen, Fußball, Kaiangeln und Fernsehen zu vertrödeln. Derweil machten Moni und ich weitere Filmaufnahmen, u.a. auch von unserem Angelequipment. Draußen war es grau, es nieselte und war nasskalt. Die Braunschweiger Gruppe fing draußen das erste Mal auch deutlich weniger, daher waren wir ganz froh, einmal einen Pausentag eingelegt zu haben. Rolf war mit seiner Mannschaft ganztägig zu Besorgungen unterwegs, derweil hüteten wir die Anlage, während die übrigen Gäste noch draußen zum Angeln waren.

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Es begann ein Freitag, auf den Moni und ich lange gewartet hatten. Wir hatten uns mit ein paar Freunden vom Anglerboard zu einem Treffen vor dem großen und bekannten Meeresaquarium im 150km entfernten Alesund verabredet, jedoch ohne unseren Jungs und deren Sohn etwas davon zu verraten! So kam es nach einer 4-stündigen Fahrt zu einer für die Kids überraschenden und freudigen Begegnung auf dem Parkplatz mit Franky, Jörg und Karola und deren Sohn Hannes. Sie machten zur gleichen Zeit wie wir ebenfalls Angelurlaub in der weiteren Umgebung. Gemeinsam besuchten wir das interessante Meeresaquarium mit vielen kleinen, mittleren und einem sehr großen Becken sowie einem unterhaltsamen Streichelbecken für die Kids, in dem sie mit Schnur, Wäscheklammer und Reker sogar selbst kleine Baby-Tiefseeräuber „angeln“ konnten.

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Wir konnten viele unserer Traumfische wie Seelachs, Kabeljau, Heilbutt, Seewolf, Lachs, Meerforelle usw. lebend in ihrem Salzwasserlebensraum bestaunen und eine interessante Vorführung mit Fütterung durch einen Taucher sehen. Ich bekam Gelegenheit, wunderschöne Unterwasserfoto- und filmaufnahmen zu machen.

Anschließend sahen wir uns die Stadt Alesund in aller Ruhe an, wo einige von uns auch die Gelegenheit wahrnahmen, ein bischen zu shoppen, stöbern und leckeres Softeis zu schlecken. Nach einem prima Tag verabschiedeten wir uns wieder voneinander und fuhren den langen Weg, u.a. auch mit mehreren Inselhopperfähren, zurück nach Smöla, wo wir spätabends erschöpft und zufrieden ankamen. Die Rückfahrt dauerte wegen ungünstiger Fährzeiten diesmal mit 6 Stunden deutlich länger.

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Der neue Tag war kalt, bewölkt und windig. Ich fuhr mit Moni nach Veiholmen zum Uferangeln. Nach längerem Fußmarsch fanden wir unseren Traumplatz direkt an einem kleinen Leuchtturm, der gleich zu seinen Füßen tiefes Wasser hatte. Es war ungemütlich, aber mehrere schöne Makrelen und ein paar kleinere Dorsche auf Blinker sorgten für Kurzweil.

Bevor wir wieder zum Camp zurückfuhren, machten wir noch einen Stop am Hamneterminal, der mir einen schönen Pollack bescherte.

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Am darauf folgenden Sonntag ging es wieder mit dem Boot raus auf See, doch war es immer noch kalt. Ständiger Nieselregen zermürbte uns, auch das Filmen wurde wieder erschwert. Trotzdem fingen wir noch 4 Dorsche, mehrere Küchenköhler und einen kleinen Rotbarsch. Die anderen Gäste fingen noch Lumbs, Lengs und Schellfische. Bernd, ein neuer Gast, der mit seiner Frau Erika am Vorabend angereist war, landete einen Superfisch, einen Großköhler von 1,24m und 31 Pfd, zu dem wir ihm alle herzlich gratulierten!

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Zu beginn unserer letzten Woche stachen wir erneut mit dem Kajütdieselkreuzer in See. Martin hatte großes Pech, gingen ihm doch tief unten über dem dunklen Meeresgrund 2 geheimnisvolle, superkapitale Fische nach brachialem, aber kurzem Drill wieder vom Haken. Zu gerne hätten wir gesehen, was das für Riesenfische gewesen waren! Auch Monika und ich hatten gute Fische verloren. Trotzdem konnten wir noch ein paar gute Dorsche, 1 Schellfisch, 3 Lumbs und 3 Lengs überlisten, wovon 2 Lengs wirklich schöne große Exemplare waren. Bernds Frau Erika fing derweil auf einem der anderen Boote einen Seewolf von 50cm. Am Nachmittag aufkommende raue See mahnte uns zur Umkehr.

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Tags darauf fuhren wir selber nicht angeln, ich ging jedoch auf den großen Kutter des Angelzentrums bei anderen Anglern aus Kassel (Frank und Sohn Jan) und aus Berlin (Ralf, Monika und Sebastian) als Kameramann mit an Bord, um den ganzen Tag Filmaufnahmen zu machen. Es wurde ein langer Tag, von 9 bis 19 Uhr waren wir draußen. Die ersten Stunden wollten die Fische nur vereinzelt beißen, zum Glück hatten wir dann aber schließlich noch in den letzten 2 Stunden sehr gute Fänge quer Beet an einem Riff, das in der Nähe des Schärengürtels lag. Dort hatte ich doch noch Gelegenheit zu ausführlichen, schönen Filmaufnahmen. Der Seeadler, der auf der Heimfahrt zum Hafen plötzlich rauschend knapp in 5m Höhe über unsere Köpfe strich, kam so überraschend aus dem Nichts über den Kutter geflogen, dass es mir nicht mehr gelang, ihn mit der Kamera einzufangen.

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Auf unserer Land-und-Leute-Tour fehlte uns noch ein kleines Städtchen. Also „flogen“ wir am nächsten Morgen mit der Katamaran-Schnellfähre in 35 Minuten nach Kristiansund. Das war schon ein tolles Erlebnis, mit so einem Geschoß über die See zu huschen! Überhaupt ist das öffentliche Nahverkehrsmittel „Fähre“ an der Küste Norwegens so alltäglich und selbstverständlich wie bei uns zuhause Bus und Bahn.

In Kristiansund angekommen, machten wir uns einen schönen Tag und erkundeten die Stadt, obgleich das Wetter ziemlich grau war. Im Stadthafen sahen wir riesige Atlantikschiffe, da der zentral gelegene Ort Ausgangsbasis ist für die Versorgungsschiffe der Ölbohrplattformen Norwegens.

Nachmittags kam sogar ein Schiff der Hurtigruten, die „Nordnorge“, mit lautem, imposantem Tuten in die Stadt eingelaufen. Schließlich wurde beim Shoppen noch etwas norwegische Glaskunst und einige weitere schöne Sachen erstanden. In einem türkischen Pizzalokal hatten wir dann sehr lecker Mittag gegessen, als Nachtisch gab es selbstverständlich wieder norwegisches Softeis. Ein wiederum eindruckvoller „Rückflug“ mit dem Schnell-Katamaran beendete den Tag.

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Am Morgen des nächsten Tages fuhren 2 Boote des Angelzentrums auf See, nach windigem und welligem Angeln hatten sie aber bis zum Nachmittag befriedigend gefangen und einige gute Fische. Wir jedoch fuhren nicht mehr hinaus. Stattdessen setzten wir mit Rolf über nach Ertvågøy (Aure) und fuhren nach Bergfall am Auresund, unweit des Vinjefjord. Dort sahen wir uns Rolfs neu erworbenes riesiges Gelände an, das von teilweise jetzt noch schneebedeckten Berggipfeln über der Baumgrenze bis hinunter zum Fjord ans Wasser reicht.

Die Gegend ist wunderschön, ruhig, sehr windgeschützt und ideal für entspanntes Fjordangeln. In den Wäldern gibt es großes Haarwild, Adler und leckere Pilze und Beeren. Dorthin wird uns auch voraussichtlich unsere nächste Norwegenreise führen, da Rolf hier eine größere Ferienanlage mit mehreren einzelnen Hütten zur wahlweisen Selbstversorgung, einem stilechten Restaurant, eine Steganlage mit neuen Booten, einem großen seetüchtigen Schiff und verschiedene Freizeitmöglichkeiten für Nichtangler, Jäger, Wanderer, Mountainbiker etc. errichten möchte. Wir freuen uns jetzt schon drauf, auch die Kids sind bereits Feuer und Flamme und haben sich schon ihren Lieblingsbach ausgesucht!

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Auf dem Rückweg besuchten wir noch ein paar weitere schöne Orte von Aure, die uns zum Rasten, Filmen und Fotografieren einluden.

Abends am Fähranleger in Aukan auf Tustna angelte ich dann das letzte Mal, direkt vom Anleger aus. Außer Kleinfisch biss zwar nichts mehr an, wir waren aber inzwischen so müde, dass wir froh waren, dass der Tag zuende ging. Während des Angelns kamen wir noch mit einem Norweger aus Oslo auf Englisch/Deutsch/Norwegisch ins Gespräch, der sich auf einer Wohnwagenrundreise durch Mittelnorwegen befand. Als wir auf den Norden des Landes ins Gespräch kamen, antwortete er jedoch lächelnd: „Nordkap? Das ist ja viel zu weit!“

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Unsere Abreise rückte näher. Am Freitag machten wir letzte Einkäufe in Hopen, neben Messern und noch ein paar Souvenirs versorgten wir uns mit ein paar Lebensmitteln für die Rückreise. Wehmütig und andächtig schleckten wir unser letztes Softeis und vertilgten mit Genuss noch ein paar Pølser. Zurück im Angelzentrum hieß es dann, Angelzeug und Gepäck packen und in Auto und Dachkoffer verstauen. Zum Abschluss des Tages zeigten uns die anderen von See zurückgekehrten Angler ihre vielen großen Lumbs, Dorsche, Schellfische, Rotbarsche und schönen Köhler. Früh hieß es, schlafen zu gehen.

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Am Samstag in aller Herrgottsfrühe ging es wieder los gen Heimat, für die Rückfahrt nahmen wir diesmal die Route Oslo-Hirtshals mit der „Color Festival“.

Ohne weitere Vorkommnisse erreichten wir müde, glücklich und voller unvergesslicher Eindrücke und Erlebnisse unser Zuhause.

Auf unserer diesjährigen 2005er Norwegentour nach Smöla sind in den 3 Wochen 7 Stunden Videomaterial zusammengekommen, die es nun heißt, in den nächsten Wochen zu bearbeiten und zu schneiden. Es wird noch ein schönes Stückchen Arbeit, doch wir freuen uns alle schon selbst auf den dann fertigen Film „Sommer-Angeln auf Smöla“. Aber erst mal wird es eine Zeit dauern, bis wir überhaupt wieder in den heimatlichen Alltag zurückgefunden haben.



Norbert Wiercimok (Laksos)
www.laksos.de

Fragen zum Thema an: laksos@anglerboard.de

 
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