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Die TerraNova-Kuttertour
Die Sicht eines „einfachen“ Anglers
Mehr oder minder durch Zufall fällt mir im Anglerboard eine Nachricht auf, wonach von TerraNova einige Plätze für eine Kuttertour verlost werden. Fahrpreis sowie Speisen und Getränke sollten von TerraNova übernommen werden. Am 19. August sollte es mit der MS Karoline von Heiligenhafen losgehen; organisiert wurde die ganze Veranstaltung von Horst Hennings! Grundsätzlich eine sehr nette Sache, der Haken an der Sache, bereits eine Woche zuvor hatte ich mit Vereinskollegen einen Tripp nach Burg geplant. Beworben habe ich mich aber dann trotzdem, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit, kostenlos den Ostseetigern nachzustellen. Zudem waren auch einige Experten, man könnte auch sagen Profiangler angekündigt! Ich hatte nicht ernsthaft damit gerechnet. ausgewählt zu werden. Um so größer war die Freude, als mich Andreas (PTA_Andreas) von TerraNova dann angerufen hat und mir erklärte, ich sei dabei!
In der Woche vor dem Törn meldet sich noch Mike (Reisender) bei mir. Auch er war ausgelost worden. Er kommt aus Saarbrücken und wir verabredeten, daß ich ihn ab Kassel mitnehme. Gesagt getan!
Um 13:28 Uhr am Donnerstag kommt Mike mit dem Zug in Kassel an und wir düsen gemeinsam gen Norden! Wie sich jeder denken kann hatten wir ausreichend Gesprächsstoff, Angeln, Angeln und nochmals Angeln! Mike stammt aus der Nähe von Bad Seegeberg, wo ich ihn bei seiner Mutter absetze. Sehr gastfreundlich wurde gegrillt und leckere Steaks mit Salat gegessen. Gegen 18 Uhr fahre ich weiter nach Heiligenhafen, wo ich mich mit Martin (Dok) und Melanie (Amazone01) verabredet hatte. Beide machten zur Zeit gerade Urlaub in Helitown und hatten mir angeboten für eine Nacht bei ihnen unterzukommen. Als alte Vereinskameraden kennen Martin und ich uns schon seit vielen Jahren!
In Heiligenhafen angekommen erkundige ich mich zunächst nach dem Liegeplatz der Karoline! Die letzten Jahre hatte ich nur noch von Burg aus gefischt und kannte mich daher nicht aus. Zusammen begeben wir uns dann zum Hafen, damit mir Martin und Melanie das Schiff zeigen. Die Eigner, Heiko und Claudia, waren samt Sohn und Hund noch an Bord. Sie kannten Martin und Melanie bereits von der Moderatorenkuttertour! Spontan werden wir auf ein Bier respektive Vodka (gelle Melanie) eingeladen! Die Atmosphäre ist seht nett und Heiko und Claudia erzählen einige „Schnurren“ aus dem Leben als Kuttereigner. Ich habe Tränen gelacht, als Heiko erzählte wie er einen Angler mit dem Hammer aus dem Klo befreien mußte, weil der – auf der Klobrüstungen stehend – abgerutscht war und mit dem Fuß in den Abfluß gerutscht war und nach anschwellen des Fußes nicht mehr rausgekommen ist. Auch die Geschichte über das Einsetzen der Wehen bei einer Hochschwangeren, auf Heikos erster Kuttertouren als Kapitän ruft großes Gelächter hervor. Heiko sagt mit ernster Mine: „Heute lache ich darüber, aber damals gings mir anders!“ Das glaube ich ihm gerne. Insgesamt ein sehr guter erster Eindruck, die Vorfreude auf den kommenden Tag nimmt zu. Im Anschluß trinken wir in der Wohnung noch ein lecker Guinness und hören uns an, was Herr Schröder bei Frau Illner zu sagen hat.
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Am nächsten Morgen rappelt mein Wecker um 5:45 Uhr! Es geht los! Also ab zur Karoline. Mein Auto auf dem Parkplatz abgestellt und entladen. Ein größerer Geländewagen stellt sich einige Plätze neben mich und ein Mann steigt aus, welchen ich schon mal gesehen habe, aber nicht so recht weiß woher. Er ist auch Angler und grüßt freundlich. Auf dem Kutter sehe ich ihn wieder, es ist Rainer Korn, wohl einer der bekanntesten Norwegen- und Meeresangler Deutschlands.
Auf der Karoline angekommen werde ich von Andreas begrüßt, viele Kollegen sind bereits da. Auch Mike hat sich schon eingefunden. Es ist eine gesunde Mischung von Laienanglern und Experten. Bekannt waren mir der soeben bereits erwähnte Rainer Korn, Andreas und Sascha von TerraNove, Horst Hennings, Tobias Hilfer von Daiwa, Frerk Petersen von Zebco sowie Marcel Martins (Marcel1409) welcher für das Exori-Team fischt! Die anderen Prominenten nehmen es mir bitte nicht übel, daß ich sie hier nicht erwähne, aber die Meeresanglerszene ist mir nicht sehr gut bekann! Ich bitte um Verständnis!
Kurz vor dem Auslaufen begrüßt Andreas alle Beteiligten. Um eine gerechte Platzverteilung zu gewährleisten werden die Plätze verlost. Jeder erhält eine Platzkarte mit zwei Nummern! Gegen Mittag wird rotiert! Dieses System ist wohl eines der fairsten! Leider ist das Losglück mir in diesem Falle nicht hold. 15 und 36 sind meine zugelosten Plätze. Am morgen stehe ich auf dem Vorschiff, eher auf der Seite, fünf Leute ist die Spitze von mir entfernt. Der Vorteil, keine Aufbauten hinter mir, sprich mit meiner 3,60m Rute kann ich gut überkopf werfen. Nach dem Mittag stehe ich weiter hinten auf der Seite, mit dem Sonnendeck unmittelbar hinter mir sind Überkopfwürfe nur schwer möglich. Aber man kann trotzdem bequem fischen, schließlich hat man ja irgend wann mal gelernt, wie man unter der Hand auswirft. Es versteht sich von selbst, daß ich gerne mal ganz vorn oder ganz hinten gestanden hätte. Sei es wie es ist, mit der Situation muß ich leben. Mike steht einen Platz neben mir. Morgens ist er näher an der Spitze, Nachmittags mehr in der Bootsmitte. Jeder Teilnehmer erhält eine Tüte mit Pilkern, Beifängern und Vorfächern von Exori, weiterhin zwei DVD´s mit den TerraNova-Sendungen des letzten Jahres.
Kurz vor sieben, wir laufen als erstes Schiff aus Heiligenhafen aus. Das Wetter ist genial, leichter Wind, die Sonne kommt durch. Im T-Shirt läßt es sich gut aushalten. Es wird allerlei gefachsimpelt. Ich höre bereits heraus, daß meine Solopilkerangelvariante wohl etwas aus der Mode gekommen ist. Jiggen ist das neue Zauberwort. Marcel, der dafür zusammen mit Exori extra eine Rute entwickelt hat, klärt mich auf wie der Hase beim Jiggen läuft. Ich entscheide mich gleichwohl für die Solopilkervariante. Die Woche zuvor hatte ich von Burg aus damit gute Erfolge erzielt. Wechseln zum Jiggen konnte ich ja schließlich immer noch, wenn sich wirklich herausstellen sollte, daß die Ostseetiger westlich von Fehmarn keine Pilker mögen.
Als ich mich umgeschaut habe, so mußte ich doch staunen. All die Teamangler von Shimano, Daiwa, Exori etc. waren schon top ausgestattet. Trotzdem hatte ich Vertrauen in meine Ausrüstung. Meine 3,60m lange Silstar Sensitiv-Rute besitze ich nun schon über 12 Jahre, weiß Gott wie viele Dorsche ich damit bereits gefangen habe. Meine neue Rolle, Tica Camry 4000, hatte ich mit der neuen Schnur, Climax SpinLine 0,14, bereits in der Vorwoche erfolgreich getestet. Seit meinem Malediventrip im Frühjahr bin ich überzeugter Tica-Anhänger. Auch Marcel befindet das Material für gut! Die Dorsche konnten als kommen.
Nach gut 1,5 Stunden ist es dann soweit, zum ersten mal ertönt das Hupsignal. Die Pilker - sorry, mehrheitlich natürlich die Jiggs - flogen gen Wasser und traten ihr Reise zum Grund an. Die Bisse halten sich leider stark in Grenzen, nicht nur bei mir, sondern bei allen. Bei der ersten Drift werden nur vier bis fünf Dorsche gefangen. Das kann ja nur besser werden. Bei der zweiten Drift kann ich dann die erste Vibration in meiner Rute feststellen, kurz den Anhieb gesetzt und der erste Dorsch sitzt. Kein Riese aber ein maßiger Fisch. Die Mehrheit der Kollegen hatte bis dato noch keinen Fisch. Was lernen wir? „So schlecht ist die Solopilkervariante dann also doch nicht!“
Gleichwohl bekomme ich die gravierenden Nachteile dieser Angelmethode vor Augen geführt! Obwohl wir nur mäßig fangen, können die Angelkollegen, welche mit zwei Jiggs fischen, immer wieder Doubletten ziehen. Bei Wertungsfischen ist das wohl tödlich.
In der zweiten Drift vergeige ich dann noch zwei Anfasser. In der Dritten Drift bekomme ich gleich beim Runterlassen einen sehr guten Biß, Anhieb! Fisch sitzt! Denkste, nach nur 2 Sekunden hat sich der Dorsch wieder befreit. Verdammte, na ja ihr wißt schon.
Bis zum Mittag kann ich noch zwei maßige Dorsche verhaften, insbesondere bei der letzten Drift vor dem Mittagessen und damit auch dem Platzwechsel, konnte man machen was man wollte, Dorsch über Dorsch. Leider aber auch sehr viele Untermaßige, wofür aber keiner was kann. Hätte man eigentlich erwartet, daß die Nemo-Dorsche eher auf Jiggs beißen, so wurde man überrascht, auch meine Solopilkervariante erfreute sich bei den Nemos größter Beliebtheit. Schlimmste Serie waren fünf Zwerge in folge.
Insgesamt stimmte das Verhältnis zwischen maßigen und untermaßigen Dorschen leider nicht. Mit neun zu acht sind die untermaßigen in der Mehrheit!
Nach dem leckern Mittagessen – es gab Schnitzel mit Pommes – stehe ich im hinteren Bereich des Schiffes. Rainer Korn steht am vorletzten Platz. Bis dato war ihm das Glück nicht hold, nur einen Dorsch konnte er auf die Schuppen legen. Doch plötzlich ist seine Rute schwer gebogen, zunächst könnte man meinen es sei ein Hänger, doch sind leichte Schläge in der Rutenspitze zu verzeichnen, also doch Fisch! Langsam aber stetig wird gepumpt. Nach einiger Zeit kommen zwei größere Dorsche an die Oberfläche, durch die Drift verliert Rainer den ersten. Als der Zweite an Bord kommt, muß er feststellen, daß dieser ein Geschwür hat, der Fisch geht wieder über die Reling, offenkundig nicht Rainers Tag!
Auf der Rückfahrt erhalten die Laienangler dann noch von Exori gesponsorte Preise! Mit meinen acht Dorschen lande ich im Ergebnis auf Platz 3 und gewinne eine Rute und eine Rolle, der Tag hat sich gelohnt!
Insgesamt war es eine sehr nette Veranstaltung! Mein Dank gilt allen, die am Gelingen der Tour beteiligt waren, insbesondere natürlich TerraNova für die nette Einladung!
Kai Jendrusch
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