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Uschis Angelerlebnisse Teil 11

Auf zu neuen Ufern

Die Sonne meinte es seit einigen Tagen so gut mit uns, dass wir unbedingt wieder einmal einen Tag am Wasser verbringen wollten. Am Samstagmittag, Ende Februar 2003, packten wir unsere Angelsachen und fuhren nach langer Zeit einmal wieder an die Weser. Es war zwar gerade Schonzeit für Raubfische (Schonzeit vom 1.1. bis 30.6.!!), aber es gab ja noch mehr bzw. andere Fische in der Weser. Also versuchten wir unser Glück auf Barbe. Eigentlich hatten wir es auch nicht erwartet, einen Fisch an den Haken zu bekommen, denn schließlich gab es noch Nachtfröste und das Wasser war dementsprechend sehr kalt. Aber wer nicht wagte, der nicht konnte auch nicht gewinnen. Kurz gesagt Wir hatten es gewagt, aber nichts gefangen. Alles in allem war es trotzdem ein schöner warmer Tag gewesen und es wurde uns keineswegs langweilig.

Doch ich will nicht das schon alles vorwegnehmen: Kurz nachdem wir an unserer Angelstelle angekommen waren, gesellten sich andere Angler zu uns, die jedoch keine Ausrüstung dabei hatten. Sie wollten nur ein bisschen mit uns plaudern. Sie erzählten uns u.a. von einer guten „Barbenstelle“, die etwas weiter von unser lag. Diese wollten wir demnächst einmal aufsuchen, aber dieses Mal blieben wir dort, wo wir waren.

Es war schon leicht dämmerig, als von rechts ein riesiger Schwarm Wasserhühner auf uns zu kam. Normalerweise schwammen sie recht nah am Ufer entlang, aber da unsere 4 Schnüre im Wasser lagen, trauten sie es sich dieses Mal nicht. Die ersten 50 nahmen sich nach mehreren Anläufen doch ein Herz und schwammen bzw. flogen an uns vorbei. Die anderen drehten ängstlich wieder um. Dann fassten doch einige den Mut und schwammen in einem großen Bogen an uns vorbei. Das ganze Hin und Her dauerte fast eine ganze Stunde. Dann endlich hatten allen (wir schätzten, das es an die 200 Wasserhühner waren) an dem „Hindernis“, sprich unsere Ruten mit den Schnüren, umschwommen. Wir blieben bis ca. 19.30 Uhr, ohne das wir auch nur eine Meldung hatten. Dann wurde es uns einfach zu kalt. Die Rollen gingen schon recht schwer, denn es hatte zu frieren angefangen. Also packten wir ein und fuhren nach Hause.
 
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Am nächsten Morgen weckte uns erneut der schönste Sonnenschein. Mitte der Woche hatten wir endlich unsere „Kanalkarten“ vom Landesfischereiverband NRW bekommen. Wir überlegten uns, wo wir mit wenig Gepäck, d.h. jeder nur mit einer Spinnrute, hinfahren könnten. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, denn uns standen außer dem Dortmund-Ems-Kanal auch noch der Datteln-Hamm-Kanal, der Rhein-Herne-Kanal und der Weser-Datteln-Kanal zur Verfügung.

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Wir entschieden uns für ersteren und fuhren in Richtung Münster bzw. Hiltrup. Dort angekommen erwies sich das Angeln als sehr schwierig. Auf dem Wasser schwammen viele und vor allen Dingen große Eisstücke. Wir schauten ein bisschen deprimiert auf den Kanal, dann setzen wir uns wieder in unser Cabrio und fuhren weiter. In der Nähe von Amelbüren hielten wir erneut an und versuchten es dort am Kanal mit Blinker und Twister. Das Wasser war fast eisfrei und auch gut zugänglich. Aber auch hier wollten die Fische nicht beißen.

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Nach einer halben Stunden blinkern entschlossen wir uns es einmal in der Lippe zu versuchen. Dieser kleine westfälische Fluss reizte mich besonders und war auch der Grund gewesen, weshalb wir uns zusätzlich zu unseren Angelerlaubnisscheinen auch noch den vom Landesfischereiverband besorgten.

Wir fuhren weiter nach Werne, genauer gesagt, nach Stockum bei Hamm. Trotz der Karte des LFV war es nicht einfach, eine Straße zu finden, die runter zum Lippeufer führte. Ein paar Leute, die wir ansprachen, sagten uns, dass wir schon auf dem richtigen Weg seien. Wir müssten nur die Straße, die als Sackgasse bezeichnet war, weiterfahren, dann den Dortmund-Hamm-Kanal überqueren und schon sähen wir die Lippe. Und so war es auch. Auf einem vom LFV ausgeschilderten Parkplatz stellten wir unser Auto ab und gingen hinunter zur Lippe. Ja, das war ein Flüsschen, wie ich es mir immer gewünscht hatte. Schön kurvig und nicht annähernd so breit wie die Weser. In der Lippe, so hatten wir im Internet gelesen, wurden am meisten Aale, Rotaugen und Karpfen gefangen. An 2. Stelle standen Döbel, Gründling und Hecht. Letzterer unterlag jedoch auch hier gerade der Schonzeit. Aber wir hatten ja auch gar nicht vor einen Hecht zu fangen (das behielten wir uns für unseren Schwedenurlaub vor), sondern es auf Barsch oder Zander zu versuchen, die ebenfalls in der Lippe vorkommen sollten, wenn auch „nur“ an 3. Stelle.

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Zuerst versuchte ich es mit einem schönen bunten Twister. Als sich nichts tat, montierte ich eine Pose an die Rute, öffnet den Bügel und ließ sie abtreiben. Aber auch das brachte nichts ein. Kein Fisch hatte zu dieser Jahreszeit Appetit auf Würmer, Maden oder Kunstköder. Zwei „Schneidertage“ hintereinander hatten wir bisher noch nicht erlebt. Hoffentlich war das kein schlechtes Omen!

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Alles in allem war es trotzdem ein schöner Tag und so hatten wir schon einmal neue Ufer kennengelernt. Uns stand ja noch das ganze Jahr zur Verfügung. Jetzt freuten wir uns erst einmal auf das Anangeln am 15. März am Gevattersee II in Minden. Hoffentlich wussten das die Forellen auch!



Ursula Kluck
Uschis Angelseiten: http://www.angelberichte.de



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