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Osterforelle
Wir schreiben das Jahr 2002 und es ist Ostersonntag. Nicht nur das, es kommt auch ein Sahne-Wetterbericht in den Nachrichten für den Ostermontag. Es ist einer dieser Wetterberichte, die mich im Frühjahr zu spontanen Angeltouren an die Ostsee überreden können. Nun hatte ich aber zwei Probleme:
Problem 1:
Meine Freundin vorsichtig zu überzeugen, dass mich der aus der Urzeit beherrschende Drang zu "jagen" ans Wasser zieht und ich nichts dagegen machen kann.
Problem 2:
Das nachmittägliche Kaffeetrinken bei ihren Eltern.
Ich steh früh auf und bin zum Kaffeetrinken wieder da. Probleme gelöst. Manchmal ist es halt besser einen Kompromiss einzugehen.
Der Wecker riss mich dann um 4.15 Uhr aus dem Schlaf. Geschlafen habe ich 3 Std., konnte nicht einschlafen....wegen dem (Angel)Fieber? Vielleicht!? Schnell die Kaffeemaschine angemacht Brötchen geschmiert und alles (incl. mich) fertig gemacht.
Die Autos auf der Autobahn konnte ich an zwei Händen abzählen, herrlich. Um halb 7 am Wasser, Wind aus Süd mit 3 Bft von links schräg ablandig, büschn kappeliges Wasser, BB in dieses dann hinterhergezogen. Immer das "blöde" Kaffeetrinken nachmittags im Sinn, also schnell zu den Leopardengründen.
Ich habe dann mit Sbirolino, 3m Vorfach und Fliege geschleppt. Leider bis 11 Uhr ohne Erfolg. Die paar Watfischer hatten wohl auch keinen Erfolg. Auf dem schweißtreibenden Rückweg (Sonne pur, Wasser glatt, aber Hauptsache ich paddel gegen die Strömung) kam dann auf gleicher Höhe mit einem dieser Watfischer ein Zuppeln....war da was? Nachschlag, der saß. Nach einem, für einen Fisch dieser Größe, relativ heftigen Drill konnte ich eine wunderschöne 50er Mefo, oder besser Osterforelle, landen. Sehr nett fand ich das "Zujubeln" des Watfischers von Land aus, so was erlebt man auch nicht immer! Wie sich später herausstellte kommt er vom Bodensee und fährt seit 20 Jahren für 4-5 Tage mit seinem Wohnmobil hier an die See.
*wenn du das hier lesen solltest -> sei nett gegrüßt*
So begab ich mich, wider Willen, zum Ufer zurück.........zurück nach Hamburg zum Kaffeetrinken..... klasse.... beste Beißzeit und dann ....naja, wat mut dat mut!
Fraglich bleibt nur, ob die Leute die auf der Gegenrichtung im Stau standen auch so einen schönen Tag an der See hatten :)
Gerät:
Belly: "Colorado" von Trout-Unlimited (Ideal auch für Fliegenfischer wg. Der hohen Sitzposition)
Rute: Balzer Majesty Seatrout, 3,45m, WG 15-45g
Rolle: Balzer Aluchron 30 mit 0.15er Fireline
Sbirolino: 16g, halbsinkend
Vorfach: 0.28er monofil
Fliege: Tangläufervariante
Martin Neumann
www.meeresangler-hamburg.de
Anglerboard-Magazin April 2003
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