|
Elektrofischen in der Alme
Ich will euch mal einen kurzen Bericht schreiben zu dem Thema: Abfischen unseres Gewässers!
Wir sind ein Verein mit ca 15 aktiven Mitgliedern mit ca 3 Km Fluss- ( Bach-) Strecke!
Dieser Fluss ist zwischen 3 und 5 Meter breit und nennt sich Alme!
In der Vergangenheit haben wir des öfteren Probleme gehabt, dass das Gewässer in Jahren mit wenig Niederschlag im Winter ( dadurch sinkt der Grundwasserspiegel!) trockenfällt. Die letzten 3 Jahren aber hatten wir Glück, das Wasser floss das gesamte Jahr über. Somit wurden dieses Jahr die ersten Äschen gefangen, auch eigene Bachforellen-Brut war wieder zu finden. Die Alme ist zwischen 20 cm und 3 Meter tief mit einigen Stromschnellen versehen; ein recht schnell fließendes Gewässer, daher ideal für Forellen und Äschen!
Letzten Mittwoch ging es dann los. Der Wasserstand in den letzten Wochen wurde immer weniger. Zum Schluss war es nur noch ein Rinnsal!
Besorgniserregend ist die Entwicklung der Schwalllöcher in der letzten Jahren. Auf unserem Stück sind 3 Löcher zu finden, wobei das größte 2 x 2 m misst.

In diesen Löchern verschwand nun auch der letzte Tropfen Wasser, so dass uns nichts anderes übrig geblieben ist, als elektrisch abzufischen. Ein Vereinskollege hat vor Jahren den E-Schein in Aalbaum gemacht und ist somit berechtigt dieses Gerät zu bedienen!
OK! Kurzerhand wurde ein Behälter und Sauerstoff organisiert, Watstiefel, Kescher, Eimer und ein Reihe von Helfern!
 |  |
Um 17:00 ging es dann los. Das einzig Spannende an der Sache ist, zu sehen, welche Fische sich in den letzten Jahren angesiedelt haben! An diesem Tag sollten wir ca 2 km der Strecke schaffen. Auf dieser Länge haben wir in etwa 150 fangfähige Forellen und Äschen gefangen sowie weitere 150 Untermaßige! Als Zugabe etliche Döbel, Rotfedern, Schmerlen, Elritzen, Koppen, Bachneunaugen, einen Barsch und als Highlight eine Schleie und einen Grasskrapfen!
Die Fische haben allesamt den Transport, sowie das Umsetzen gut überstanden!
Da im oberen Stück das Wasser noch ein wenig lief, haben wir uns entschlossen, gegen 21:00 Uhr Feierabend zu machen um 2 Tage später den Rest abzufischen, falls kein Wasser mehr fließt!
Da sich weder Wetter noch Wasserstand zum positiven änderte, haben wir beschlossen am Freitag gegen 16:00 Uhr weiterzumachen!
Wieder die letzten 500 m vom Mittwoch haben wir nochmals abgefischt, da das Wasser nun deutlich niedriger wurde.

Auch an diesem Tag haben wir ca. 150 fangfähige sowie 150 untermaßige Forellen und Äschen umgesetzt!
Erstaunlich war die Hohe Anzahl an Bachforellenbrut, ein Zeichen dafür, dass sich die Fische wohl gefühlt haben müssen!
Forellen über 45 cm und auch einige schöne dicke Äschen bis 40 cm wurden heute schonend Stromauf wieder eingesetzt!
Auf einer riesigen Wiesenfläche, welche durch die Alme zweigeteilt ist erwartete uns dann noch eine Überraschung! An ca. 30 Grau- ( Fisch-) Reiher haben wir uns ja alle schon gewöhnt, aber unter den Reihern befanden sich diesmal 8 (!) Schwarzstörche - eine absolute Seltenheit bei uns und ich glaube auch sonst wo in Deutschland. Sehr schön anzusehen diese Vögel! Leider hatte ich meine Kamera nun nicht mehr zur Hand! Übrigens ganz in der Nähe der BAB A44 Talbrücke Almetal! Soviel zu dieser Erfahrung mit unserem Gewässer!
Leider haben wir bereits Routine mit dem Abfischen bekommen. Es wird ca. 2 - 3 Jahre dauern bis sich das Gewässer einigermaßen erholt! Aber dies auch nur wenn das Wasser fließt und wir intensive Besatzmaßnahmen betreiben!
Rüdiger Schmidt
|