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Lachsdrill am Skeena - River
Ein Reisebericht vom Juni diesen Jahres von Manfred Bock.
Über Fisherman`s B&B, PO:Box 612 in Terrace war in British Columbia am Skeena auf seiner ersten Lachstour.
Mitgebracht hat er für uns einen Bericht und Fotos.
 | Dichter Morgennebel liegt über dem Fluss. Auf den umliegenden Bergen sieht man noch reichlich Schnee. Mit den ersten Sonnenstrahlen lichtet sich der Nebel innerhalb von Minuten und das breite Flussbett des Skeena - River wird sichtbar. Er ist in diesem Jahr das Ziel unseres Angeltripps.
Ruhig fliesst das Wasser mit einem smaragdgrünen Schimmer dahin. Ich stehe auf der Terrasse unserer Lodge und geniesse den Blick auf den Fluss und in das gegenüberliegende Tal.
Das Wasser ist über Nacht deutlich gefallen. Seit 2 Tagen warten wir auf solch gute Voraussetzungen. Noch kenne ich die Fischerei auf den pazifischen Königslachs nur von Berichten und von kurzen Videos anderer Angelkollegen. Heute kann ich endlich mein Angelglück versuchen. Meine Frau spottet immer "Das ist doch alles Anglerlatein". Was ist wenn es heute doch klappt mit einem 30 oder vielleicht 40 Pfund Kraftpaket?? Ein etwas flaues Magengefühl habe ich jedenfalls.
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Mein Angelfreund Thomas hat inzwischen auch ausgeschlafen. Er war bereits im Vorjahr hier und schürte mein Angelfieber bereits im Vorfeld beträchtlich.
"Bist Du einmal am Skeena gewesen, dann willst Du wieder hin."
Bisher hatte der Reiseprospekt und die Reiseunterlagen nicht getäuscht. Wir wohnen in einer kleinen Lodge etwas ausserhalb von Terrace. Ein Jeep und ein Jetboot für 2 Personen sind im Preis eingeschlossen, so dass wir völlig ungebunden sind. Ein gutes Frühstück und eine Lunchbox runden das Bild noch ab.
Es ist kurz nach 6 Uhr morgens. Wir prüfen unser Boot und die Ausrüstung. Lunchpaket, Grillgitter für die Steaks auf dem Lagerfeuer, Watstiefel, Stühle und Getränke. Jetzt starten wir zur nächstgelegenen Bootslaunch. Noch sind wir fast alleine, aber der grosse Parkplatz wird sich schnell mit Autos und Trailern füllen. Zügig ist unser Boot im Wasser und wir fahren den Strom abwärts. Mit 40 PS lässt sich das Boot sicher durch die Strudel und die Strömung manövrieren. Vorbei an Kiesbänken und Inseln, Treibholzhaufen und Felsen. Zur Sicherheit haben wir Schwimmwesten angelegt.
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Nach etwa 7 Kilometern biegen wir in einen Seitenarm. Am Ufer steht eine Elchkuh mit Kalb. Ruhig verharren wir auf einem Fleck bis wir vorbeigetrieben sind. Und keine Kamera zur Hand. Dann kommen wir auch schon wieder in den Hauptfluss. Auf einer Kiesbank mitten im Fluss halten wir an und räumen unser Boot aus. Rutenhalter werden zwischen die Steine geschlagen und schon fliegt die schwere Grundmontage weit in den Fluss zur Strömungskante.
Obwohl ich meine Rute nicht aus den Augen lassen soll, beobachte ich jetzt auch mein Umfeld. Weisskopf - Seeadler sitzen in den umliegenden Bäumen. Mit den hohen Bergen im Rücken geniesse ich die teilweise sehr bizarre Natur. Im ruhigen Wasser spielt ein Seehund und am anderen Ufer sucht ein Schwarzbär unter den Steinen nach Nahrung.
Doch dann heisst es Ruhe ade! Die starke Rute von Thomas krümmt sich mächtig und die eigentlich recht straf eingestellte Bremse der grossen Multi gibt mit lautem Kreischen die Leine frei. Nur mit Mühe bekommt Thomas die Rute aus dem Halter. Der Fisch zieht scheinbar mühelos gerade in die Strömung hinaus. Erste Pumpversuche schlagen fehl. Dann springt der silberne Torpedo aus dem Wasser. Was für ein Kraftpaket! Zweiter Fluchtversuch ohne Pause jetzt flussabwärts. Thomas läuft am Ufer mit, was die Kiesinsel zulässt. Endlich macht der Fisch eine kurze Pause . Der Angler versucht den Fisch mit gefühlvollem Pumpen wieder hoch zu bekommen. Ich schätze dass so 180 m Schnur draussen sind.
Thomas schwitzt. "Hoffentlich halten meine Knoten alle!" Ich halte seine etwas hilflose Haltung natürlich auf dem Foto fest. Zwischendurch ein kurzer Blick zu meiner Angelrute. Aber dort ist alles unverändert.
Immer wieder schnarrt die Rolle. Die Distanz zum Fisch wird nur langsam kürzer. Immer noch mindestens 50 Meter und die Angelrute biegt sich bis zum Griff. Aber jetzt werden die Fluchten kürzer und der Lachs lässt sich in ruhiges Wasser ziehen. Noch nie habe ich einen solchen Drill gesehen. Fasziniert davon vergesse ich sogar den Kescher zu holen und benötige eine Aufforderung dazu. Und noch ein eleganter Sprung mit Salto, immer noch kürzere Fluchtversuche. Jetzt ist volle Konzentration angesagt. Auf "Befehl" lege ich den Kescher ins knietiefe Wasser und Thomas zieht das begehrte Silber langsam darüber. Jetzt hebe ich beherzt an und der Fisch gleitet in das Keschernetz. Wir haben es geschafft! Vor uns liegt ein prächtiger, absolut silberner Fisch, erst wenige Stunden im Süsswasser. Ein kräftiges Petri Heil mit Händedruck bringt ein wenig Beruhigung in uns. Ist das ein Drill gewesen. In mir ist mindestens genauso viel Adrenalin wie bei Thomas. Mir kreiseln Zahlen von ca. 40 lbs und mindestens 120 Zentimetern im Kopf herum. Ich halte die Rute und Thomas versorgt den prächtigen Fisch und trägt ihn in seine Fangkarte ein. So langsam beruhigen sich dann doch unsere Gemüter wieder. Wir philosophieren noch etwas über Gewicht und Länge, aber meine vorsichtigen Schätzungen wurden später beim Wiegen noch übertroffen. 46 lbs und 126 Zentimeter - Purer Wahnsinn.
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Etwa zwei Stunden später bekomme auch ich meine Chance. Gemeinsam können wir den Fisch nach einem Superdrill landen. Es ist mein erster Königslachs und der wog ca. 30 lbs. Die Knie haben mir schon mächtig gezittert - Einzelheiten und die Eindrücke vom Drill kann ich kaum noch beschreiben.

Jetzt werden noch ein paar "Beweisfotots" geschossen, um diesen schönen Angeltag nicht im "Anglerlatein" abhaken zu müssen.
Das Lachsfieber hat mich gepackt und ich bin glücklich. Solche Drills in solcher Natur mit guten Voraussetzungen lassen mich schon jetzt an meinen nächsten Urlaub im Westen Kanadas denken. |  |
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