Google
 
Web www.anglerpraxis.de
Guten Tag, und Viel Spaß im Archiv des Anglerboard-Magazins!


  Navigation
picStart
picAktuelles Magazin
picMagazinforum
picOnlineshops
picKleinanzeigen
picImpressum
picHaftungsausschluss
picAnglerboard.de



  Archiv
picGesamtes Archiv
picAllgemein
picRaubfischangeln
picFriedfischangeln
picMeeresangeln
picJungangler
picGewässertipps und Reiseberichte
picGerätetips und Berichte picBasteln und Gerätepflege
picRezepte und Kochtips
picPolitik und Naturschutz
picInteressengemeinschaft Angeln
picUnterhaltung
picPressemitteilungen und Firmenvorstellungen
picSonstiges




Rapfenjagd

Immer wieder ist ein gewaltiges Klatschen an der Wasseroberfläche zu hören und verschreckte Ukeleis versuchen zu flüchten. Auf einmal blitzt auch eine große silberne Flanke auf. Rapfen sind es also, die hier auf der Jagd sind. Dabei müssen sie allerdings aufpassen, dass sie nicht selbst zum Gejagten werden, denn mit der richtigen Taktik, hat man gerade an den letzten warmen Spätsommertagen beste Chancen gleich mehrere Exemplare zu fangen.

Hervorragende Chancen auf den Fang eines Rapfens hat man an allen größeren Fließgewässern Deutschlands. An stehenden Gewässern kommt diese Fischart nur relativ selten vor. An den Flüssen sind die empfehlenswertesten Fangstellen Wehre, Buhnenfelder und Hafenausfahrten.

Die beste Methode zum Fang der silbernen Räuber ist das Spinnfischen. Es dabei nach meinen Erfahrungen nur zwei Aspekte, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Dies sind zum einen die Köderwahl und zum anderen die Köderführung. Dass Rapfen im beangelten Gewässer vorkommen müssen, versteht sich von selbst.

rapfenjagd_1.jpg


Die Rapfen lassen sich fast ausschließlich mit kleineren Spinnködern überlisten, da ihre Nahrung fast nur aus Ukeleis besteht. Passt der verwendete Köder nicht ins Beuteschema, weil er beispielsweise zu groß ist, bleibt dieser unbeachtet. Um auch kleinste Köder weit werfen und schnell führen zu können, kommt eine echte Weitwurfbombe für die Rapfenjagd zum Einsatz. Gemeint ist der Spirolino. Diese posenähnlichen Teile wurden eigentlich für das Angeln an Forellenseen geschaffen. Es gibt sie in unterschiedlichen Gewichten und in sinkenden, langsam sinkenden oder schwimmenden Ausführungen. Letztes spielt beim Rapfenangeln jedoch keine Rolle. Das Wichtigste beim Angeln auf diese Räuber ist die extrem schnelle Köderführung. Sie könnte einfacher kaum sein, denn es muss einfach nur gekurbelt werden was das Zeug hält. Dabei läuft auch ein sinkender Spirolino stets an der Wasseroberfläche entlang. Somit muss man bei der Auswahl des richtigen Spirolinos nur das Gewicht beachten. Je weitere Würfe nötig sind, desto schwerere Gewichte sind erforderlich. Außerdem ist es empfehlenswert ausschließlich durchsichtige Spirolinos zu verwenden. Kurz unter der Wasseroberfläche, wo die Montage entlang läuft, ist das Wasser sehr klar und so könnte der Rapfen bei auffällig gefärbten Spirolinos schnell Verdacht schöpfen.

rapfenjagd_2.jpg


In den letzten Jahren werden im Fachhandel immer mehr spezielle Spirolinoruten angeboten. Eine kräftige Matchrute oder eine leichte Spinnrute in etwa 3 Meter Länge ist jedoch genauso gut geeignet. Dazu kommt eine Stationärrolle mit Weitwurfspule und ruckfreier Bremse. Die Rolle kann wahlweise mit einer etwa 0,20 mm starken Monofilschnur oder einer sehr dünnen Geflochtenen bespult werden.

Die Montage ist relativ simpel. Der Spirolino wird auf die Hauptschnur gezogen, es folgt eine Gummiperle und dann ein Dreifachwirbel in den später das Vorfach eingehängt wird. Dieses sollte in jedem Fall aus monofiler Schnur bestehen und etwa 0,16 mm stark sein. Das Vorfach sollte man zunächst etwa einen Meter lang binden. Bekommt man allerdings keine Bisse, obwohl die Rapfen sehr oft rauben, kann es sinnvoll sein das Vorfach zu verkürzen. Ich selbst konnte schon mit nur 15 cm langen Vorfächern Rapfen überlisten.

 
Werbung
 


Bei der Wahl des Köders sollten sie vor allem Twister, Gummifische und Mini-Wobbler ausprobieren. Spinner bringen weniger Erfolg als oft angenommen wird und lassen sich meist auch nicht schnell genug führen. Außerdem war auch festzustellen, dass die Gummiköder in der Fängigkeit auch einem schnell geführten Blinker deutlich überlegen sind. Ich konnte tagsüber die meisten Bisse auf Twister in den Farben weiß und vor allem grün-glitter registrieren. Die Twister werden stets auf einen kleinen roten Bleikopfhaken gezogen. Ebenso gut fangen Wobbler in dunkelgrün oder silbergrau. Der Spinnköder wird beim Angeln mit dem Spirolino einfach an das Vorfach angebunden. Am sehr späten Abend schlägt dann die Stunde der Gummifische. Ich habe herausgefunden, dass die Rapfen zu dieser Zeit in einen regelrechten Fressrausch verfallen. Dieser beginnt ganz plötzlich und oft erst wenn es schon nahezu dunkel ist. Während man sich in den Stunden zuvor jeden Biss hart erkämpfen muss, kann es nun passieren, dass jeder Wurf ein Treffer ist. Meist dauert diese Beißphase etwa eine halbe Stunde an. Aus zahlreichen ausprobierten Ködern stellte sich ein Gummifisch der Firma Storm mit Barschmuster in den Abendstunden als fast unschlagbar heraus. Dieser Köder wird auf einen Bleikopfhaken gezogen und ist dann schwer genug um auch ohne vorgeschalteten Spirolino gefischt zu werden.

rapfenjagd_3.jpg


Die Bremse ihrer Rolle sollten sie während der Köderführung übrigens immer fest drehen. Durch das schnelle Einholen lässt man einen beißenden Rapfen in die Schnur "laufen" und ein Anhieb erübrigt sich. Wenn der Druck auf den Haken dabei jedoch zu gering ist, kann es passieren, dass dieser nicht fasst. Falls ein großer Rapfen zugeschnappt hat, sollten sie nach dem Biss schleunigst den Rollenbügel öffnen und dann die Bremse einstellen. Ansonst besteht auch die Möglichkeit mit einer kleinen Freilaufrolle zu fischen.

Veit Wilde



© 2003-2011 Anglerpraxis.de - Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten
Powered by MLIT