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Meine Trauminsel
Und hier sprechen wir nicht von der Karibik
Nein, in der Mitte Norwegens, direkt neben Hitra (vor Hitra, wenn man den Golfstrom aus Westen als Ausgangspunkt nimmt) liegt die Insel Smöla.
Und das ist meine Trauminsel, nicht nur aus beruflichen Gründen oder wegen der wirklich genialen Angelmöglichkeiten.
Landschaft, Tiere, Frauen
Natürlich gibt es in Norwegen immer viel Schönes zu sehen und zu beobachten. Von den Frauen jetzt mal abgesehen.
Alleine die im Gegensatz zu Deutschland eher vertrauten wild lebenden Tiere in Wald und Flur machen für mich Besuche in Norwegen zu einem Erlebnis. Das ist auch auf Smöla nicht anders. Ein Fischadler, der von einem Schwarm Möven angegriffen wurde, Minks oder Igel, die sich bedenkenlos in der Nähe des Menschen aufhalten, Rotwild, das sich erst nach dem dritten "Schuss" mit Blitzlicht bequemt zu "flüchten". Wenn man die zwei kurzen Sätze und das anschliessende indignierte "Weitertraben" als Flucht bezeichnen kann. Von deutschen Hochsitzen kenne ich da anderes Fluchtverhalten.
Oder die Seeotter der Anlage. Normalerweise auf der gegenüberliegenden Schäre wohnend, kommen sie immer wieder gerne zum Angelzentrum, um die Gräten der filierten Fische vom Grund zu tauchen und diese dann genüsslich am Ufer zu verspeisen. Und lassen sich dabei überhaupt nicht vom Blitzlicht oder den Gästen stören. Erst als das Otterpärchen ihr Junges dabei hatte, wurden sie vorsichtiger. Dabei nahm dann der eine Otter das Junge am Genick und dann schwammen sie
 | | | zusammen los. Dabei "pfiff" das Junge - fast wie ein Vogel - einen eintönigen aber sehr lauten Ruf. Wenn es den "Alten" zu viel wurde, tunkten sie den Nachwuchs kurz mal unter Wasser, was aber meist nur für knapp 10 Sekunden Ruhe reichte. Dann ging die Pfeiferei wieder los.
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Und auch auf Smöla, das viele als etwas raue und karge Insel bezeichnen, gibt es viele wunderschöne und romantische Plätze. Gerade im Sommer unter der Mitternachtssonne kann da ein Mensch, der Sinn dafür hat, wunderschöne Panoramen im herrlichsten Licht bewundern. Überall dort, wo es Senken gibt, die vor dem Wind schützen, wird die Vegetation üppiger und bunter. Aber auch auf den vielen Hochmoorähnlichen Flächen mit den kleinen Seen gedeihen viele sehenswerte Flehten, Moose und Blumen. Und in vielen Seen sieht man richtige Seerosenfelder, wenn auch die Blüten dieser Seerosen deutlich kleiner als bei uns sind, ist es doch ein imposanter Anblick.
Bevor ich das erste Mal vor Jahren nach Norwegen kam, war ich schon viel in Dänemark, Schweden und Finnland unterwegs. Und ich muss zugeben, obwohl verheiratet, gerade die Frauen und Mädchen im nördlichen Schweden haben mir - zumindest vom Äusseren her - sehr gut gefallen.
Bei meiner ersten Norwegenreise dachte ich dann - wenn man den Vergleich der Landschaften zieht - bei dem Norwegen in meinen Augen die anderen skandinavischen Länder schlägt, müssten auch die Frauen und Mädchen noch hübscher als in Schweden anzusehen sein. Aber Pustekuchen. Und das ist auf Smöla auch nicht anders als anderswo in Norwegen. Irgendwie kommen mir die Frauen vom Anblick her wie eine mehr oder weniger gelungene Mischung aus Seekuh und trächtigem Mutterschwein vor. Da trotzdem die "Wikinger" nicht vom Aussterben bedroht sind, müssen diese Walküren also Eigenschaften fern des Äusserlichen haben. Denn wenns nur ums Aussehen ginge, hätte Norwegen sicherlich noch wesentlich weniger als die momentan ca. 4,5 Millionen Einwohner.
Angeln
Aber man fährt ja nicht nur nach Norwegen, um sich an Tieren, Landschaft oder Frauen zu ergötzen - das Angeln in den phantastischen Gewässern mit den vielen verschiedenen Möglichkeiten, Techniken und Taktiken die unterschiedlichsten Fischarten zu beangeln, sind ja für jeden Angler letztlich die Haupttriebfeder, eine solche meist nicht billige und zudem recht weite Reise zu unternehmen. Was mich dabei an Smöla fasziniert, ist dass man (fast) alle Fischarten fangen und dabei (fast) alle Angelmethoden verwenden kann. Wer nur zum Angeln mit Boot oder Kutter nach Smöla kommt, verpasst doch vieles an Angelabenteuern. Ich persönlich bevorzuge das Angeln mit der Spinnrute und kleinen Pilkern oder schweren Jigs vom Ufer, oder auch das Meerforellenangeln vom Kanu oder auch vom Ufer aus. Allerdings muss ich zugeben, dass ich da viele Fischarten nicht fangen kann, die man vom Kutter vor den Schären mit grossem Erfolg beangeln kann. Ich habe zwar auch schon mit der Spinnrute vom Ufer einen kleinen Leng gefangen - aber das wahr eine Ausnahme und zudem ein kleiner Leng. Wer auf die grösseren Lengfische jenseits der Metergrenze angeln will, kommt um den Kutter nicht herum. Das gleiche gilt für den Fang von Lumb, Steinbeisser, Grossköhler, Heilbutt, Rochen, Seeteufel, grossen Schellfischen und den weiteren im Nordatlantik vorkommenden Fischarten.
Da ich ja nicht (nur) zum Angeln, sondern vor allem zum mitarbeiten im Angelzentrum Steinsöya auf Smöla bin, schränken sich die Angelmöglichkeiten zwangsläufig ein.
Aussenansicht der Anlage (vorne / hinten)
Der dazugehörige Kai |
Blick auf den gemütlichen Balkon |
Ein kleiner Einblick in die Zimmer...
Also ist eher Angeln mit der Spinnrute vom Ufer aus angesagt als mit dem Kutter. Und auf der anderen Seite macht mir das Angeln mit leichterem Gerät auch mehr Spass. Vor allem dann, wenn man die Erfolge berücksichtigt, die bei entsprechender Ausrüstung und Ortskenntnis erzielt werden können. Bisherige Highlights waren ein Dorsch von 12 Kilo, ein Köhler von 1,15 m, sowie mein diesjähriger Pollack von 98 cm. Da weiss man schon, was man zu tun hat, wenn solche Brocken auf die Spinnrute gehen.
Nachdem die Mannschaft im Angelzentrum jetzt komplett ist, hatte ich natürlich mehr Zeit zum Angeln bzw. zum Guiding für unsere Gäste. Wenn ich oben bin, übernehme ich die Gäste, die Interesse am Spinnfischen haben, Rolf kümmert sich um die Kutterangler. Moni hat jetzt das Kommando in der Küche, so dass ich zumindest nicht mehr das Frühstück machen muss (was einem geborenen Langschläfer wie mir natürlich sehr entgegenkommt), die Suppe und das Abendessen machen wir gemeinsam.
Dieses Jahr war Wolfram Landerer von der Angelagentur Landerer (Gerätehändler) bei uns, da er sich die Anlage und die Möglichkeiten anschauen wollte und gleichzeitig etwas Urlaub mit seiner Familie machen. Angeln stand bei ihm praktisch nur nebenher auf dem "Stundenplan".
Weiter geht’s im nächsten Magazin mit der Angelei vom Ufer aus, im Übernächsten dann vom Kutter...
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Thomas Finkbeiner
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