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Der Anglerboardreferenzkutter MS - Forelle

Rute und Rolle und Team Eisele waren angeln

Ein Bericht von Karsten Pfeiffer

Am 13. 08.2004 fand sich eine illustre Runde auf Bernhard Mielitz´ "MS Forelle" ein:

Arnulf Ehrchen und René Kuhns von der Rute & Rolle samt der 10 Gewinner des Kuttertour-Preisausschreibens, einige Angelgerätehändler sowie die Mannschaft des Teams Dieter Eisele, vertreten durch Dieter und Michael Eisele, Joachim Balzunat, Michael Kuhlmann, Carsten Hay, Hans-Werner Harms, André Ratke, Tanja und mich.

Heikendorf, der Liegeplatz der Forelle, empfing uns mit dunklen Wolken und strammem Regen, nachdem die ganzen vorherigen Tage das herrlichste Sommerwetter über Schleswig-Holstein herrschte - lag es am Freitag, dem 13.? Bernhard begrüßte uns an der Reling, und wir verstauten schnell unsere Gerätschaften - Punkt 8:00 Uhr legten wir ab. Bernhard sagte, dass wir heute keinen großen Anmarschweg vor uns hätten, es seien genügend Dorsche in der Kieler Bucht - am Vortag hätte ein Angler schon nach 30 Minuten 30 Dorsche in der Fischküste gehabt.

Die MS Forelle machte sofort einen perfekt gepflegten Eindruck: alles blitzblank und absolut aufgeräumt, die Kajüte urgemütlich und mit großen Bullaugen versehen, die sanitären Einrichtungen hinsetzfähig - kein Wunder, dass dieser Kutter von Thomas9904 (Grüße von dir und Dok wurden natürlich überbracht!) zu einem der Referenzkutter des Anglerboardes ernannt wurde! Wir flüchteten denn dann auch gleich gemeinsam in´s Innere des Kutters, wo Smutje Christian bereits belegte Brötchen und Kannen mit frischem Kaffee für uns vorbereitet hatte. Während des Frühstücks wurde schon munter kennen gelernt, gefachsimpelt und gelacht.

Als Bernhard nach rund 30 Minuten die Maschinen drosselte, sprangen wir alle auf, warfen die Regenkleidung über und griffen zu unseren Ruten. Michael verteilte für jeden Teilnehmer eine Köderbox mit den fängigsten Pilkern und Beifängern sowie Reeling-Rutenhaltern und Wirbeln. Bernhard gab über die Lautsprecheranlage bekannt, dass er einen Dorschschwarm auf dem Echolot in 16 Metern ausgemacht habe. Die Hupe ertönte, und wir ließen die 60 bis 90 Gramm schweren Pilker direkt am Boot herunter. Kaum unten angekommen, bogen sich die ersten Ruten. Tanja neben mir hatte schon den ersten Dorsch im Boot, was von Bernhard zu einem anstachelnden Lautsprecherspruch an die angelnde Männerschar veranlasste.

Als dann Tanja nach 10 Minuten schon im Drill des dritten Dorsches war, wir Nachbarn aber noch immer mit unseren Pilker vergeblich den Grund absuchten, kamen erste Mutmaßungen über Hexenkünste und weibliche Pheromone auf. Wir montierten schnell auf denselben Pilker um, den Tanja am Wirbel hatte, und siehe da: auf den blau-silber-neongrünen 90 Gramm Pilker fingen nun auch wir Schlag auf Schlag! Twister als Beifänger wurden am Anfang verschmäht, deshalb fischten wir nur mit Pilkern.

Zwei Mitangler waren zum ersten Mal auf einem Kutter und hatten viel zu schweres Gerät dabei: Pilkruten mit ca. 300 Gramm Wurfgewicht und schwere Stationäre mit dicker Monofiler von über 0,40mm. Nichts für die hiesigen Angelbedingungen, da sind Spinnruten oder leichteste Pilkruten bis 80 Gramm Wurfgewicht und über 3 Metern Länge, gepaart mit einer leichten Stationärrolle und 0,12er Dyneema bzw. 0,30er monofiler Schnur, gefragt! Aber Michael hatte mitgedacht und einige geeignete Ruten und Rollen mit dabei, die wir für unsere Neulinge montierten. Und nun fingen auch sie ihre ersten Fische.

Mehrmals verlegte uns Bernhard wieder hin zum Schwarm, denn die Drift aus der Kieler Bucht hinaus war trotz des wenigen Windes recht ordentlich. Beeindruckend war es, der Technik vom Deutschen Meister im Bootsangeln, Joachim, zuzuschauen. Mit seiner leichten Rute warf er seine Montagen immer am weitesten aus und holte diese so effektiv ein, dass er so ziemlich alle 5 Minuten einen Dorsch herandrillen konnte. So gut wie Joachim fing an diesem Tag übrigens keiner von uns, er hatte zum Ende der Tour mit 20 Dorschen die meisten Fische des Tages - die meisten Bisse auf seine selbstgebauten Twistermontagen mit Pilker ohne Haken als Endblei.

Zum Mittagessen hatte der überwiegende Teil der Angler zwischen zwei und sechs Dorschen in der Kiste, Tanja und ich konnten mit unseren jeweils 8 Fischen noch ein wenig mit Joachim mithalten. Smutje Matthias hatte für uns ein leckeres Essen in der winzigen Kombüse gezaubert - die großen Portionen Rollbraten mit Gemüse, Sauce und Salzkartoffeln verschafften uns wieder neue Kräfte in die vom Regen durchweichten Knochen. Bernhard steuerte den Kutter derweil weiter hinaus zu neuen Fangplätzen. Als wir mit dem Mittagessen fertig waren, erklang denn auch gleich wieder die Hupe zum Weiterangeln - perfektes Timing!

Der Regen hörte nun auf, dafür nahm der Wind auf drei bis vier Beaufort zu. Die Drift wurde schneller, und wir mussten auf 120 Gramm schwere Pilker ummontieren, damit wir überhaupt den Grund auf 17 Metern erreichen konnten. Ob nun Drift oder große Pilker, die Dorsche bissen nicht mehr so häufig wie noch am Morgen. Trotzdem führte uns Joachim immer wieder vor Augen, dass auch unter diesen schwierigen Bedingungen ordentlich Fisch an den Haken zu bekommen ist. Immerhin wurden nun die beiden größten Dorsche des Tages gelandet, der Größere von beiden mit 85 Zentimetern und ca. 8 Pfund. Nach der letzten Drift hatten Tanja und ich jeweils 10 Dorsche in der Fischkiste, 6 weitere sind während des Drills ausgestiegen.

Während der Heimfahrt konnten wir die Fische am Heck des Schiffes versorgen - fließendes Wasser und ausreichende Filetierbänke waren vorhanden. Joachim bekam von Bernhard für seine 20 Dorsche die bronzene Forelle-Medaille. Gegen 16:15 legten wir zwecks Verzollung und für einige Gruppenfotos an der Zollbrücke von Laboe an. Dabei konnten wir drei Osteuropäer beobachten, die mit einer derben Angelrute und Pose einem Schwarm Meeräschen nachstellten. Wir konnten rund 10 Exemplare neben der Pier an der Oberfläche beobachten, die größten immerhin um die 10 Pfund schwer! Und tatsächlich, eine Meeräsche interessierte sich für das am Haken angebotene Algenbündel und lieferte dem Mann an der Rute einen spektakulären Drill. Arnulf und Dieter fotografierten den glücklichen Fänger, und ich denke, wir werden die Fotos dieser außergewöhnlichen Kieler Beute demnächst zu sehen bekommen.

Gegen 17 Uhr legten wir wieder im Forelle-Heimathafen Heikendorf an. Durch die Bank weg waren wir alle ausgelassen und zufrieden vom Verlauf des Tages. Bernhard hatte sich alle Mühe gemacht, um uns trotz der schwierigen Bedingungen an den Fisch zu bringen, und der Service war in jeder Hinsicht vorbildlich.

Abends wurden alle auf dem Firmengelände der Eiseles mit einer Grillparty dafür belohnt, dass sie hart am Fisch waren - Michaels Freundin Maren und Dieters Frau hatten alles perfekt vorbereitet, und die die Mitarbeiter der Firma zeigten wahre Grillmeister-Fähigkeiten. Auch Skipper Bernhard und das wegen Arbeitsstresses verhinderte Teammitglied Otto Reimers schauten abends noch vorbei - wir lachten und klönten herzlich, und im Verlaufe des Abends erhielt der Fänger des schwersten Fisch des Tages unter Beifall der Anwesenden eine komplette Ruten-/ Rollenkombi von Michael.

Fazit: alles Blödsinn mit Freitag, dem 13.! Ein hervorragender Kutter mit jedwedem Service, ordentlich Fisch in den Kisten und eine symphatische Truppe machten diesen Freitag zu etwas ganz Besonderen. Wir hatten alle einen riesigen Spaß an diesem Tag und hoffen nur eines - dass es 2005 eine Wiederholung geben wird!

Auf diesem Wege auch nochmals herzlichen Dank an Bernhard und sein Team!



Karsten Pfeiffer
 
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