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Jetzt wird geblecht!
Es ist ein Jammer! Der See ist voller Hechte und sie sind auch gerade auf der Jagd nach Kleinfischen. Doch kein einziger davon will beißen, nicht mal ein Nachläufer. Dabei habe ich nun schon zum fünften Mal einen neuen Wobbler in den Karabiner eingehängt, aber keiner der Köder hat den Geschmack der Hechte getroffen. Irgendwann gebe ich entnervt auf. Ein Spinner kommt an die Schnur um wenigstens noch ein paar Barsche zu angeln. Schon beim dritten Wurf rappelt es am anderen Ende. Aber das ist kein Barsch. Ein Hecht hat sich das rotierende Eisen geschnappt. Kein Riese, aber immerhin! Und ihm sollten noch zwei weitere an diesem Tag folgen. Dieses Erlebnis hat für mich keinen Seltenheitswert, da ich schon immer gerne mit Spinnern und Blinkern geangelt habe, aber andere Ködertypen dabei auch nicht vernachlässige. Für mich steht fest: Blech ist selten schlecht! Die Metallköder sind in den vergangenen Jahren von vielen Spinnfischern zu sehr vernachlässigt worden. Stattdessen wurde mehr auf Wobbler und vor allem Gummifische gesetzt. Doch keineswegs sind dies immer die erfolgreichsten Köder. Wenn man nie mit Spinner oder Blinker angelt, dann kann man damit folglich auch nix fangen. Deshalb kann ich ihnen nur empfehlen auch mal wieder zu „blechen“.
Welches Gerät benötigt man dafür? Eine normale Spinnrute mit Wurfgewicht bis 50 g ist optimal geeignet, dazu kommt eine mittelgroße Rolle. Als Schnur ist eine 0,10 bis 0,15 mm Geflochtene optimal, aber auch eine monofile Schnur ist gut geeignet, da beim Fischen mit Spinner und Blinker stets ein direkter Kontakt während der Köderführung vorhanden ist und man Bisse somit auch über die Monofile gut mitbekommt. Wer ausschließlich auf Barsche, Döbel und Forellen fischen möchte, dem würde ich auch zu einer Monofilen raten, da diese Fische an einer geflochtenen Leine häufig ausschlitzen und zudem auch recht schnurscheu sind.
Der Spinner ist meiner Meinung nach der beste Allround-Spinnköder überhaupt. Ich habe damit schon alle Raubfischarten des Süßwassers vom kleinen Barsch bis zum guten Wels überlisten können, aber auch diverse Friedfische widerstehen häufig nicht. Vor allem im Sommer, wenn viele Brutfische im Wasser sind, bleiben Döbel, Barben und Alande selten friedlich, aber selbst Brassen und Plötzen schnappen ganz vereinzelt mal zu. Doch auch die klassischen Raubfische spezialisieren sich jetzt auf kleine Happen. Somit passt der Spinner natürlich hervorragend ins Beuteschema aller möglichen Fischarten. Natürlich ist ein Spinner der Größe 1 oder 2 hauptsächlich für kleinere Räuber wie Barsche, Forellen und Döbel interessant, auch wenn man einen Hechtbiss nie ausschließen kann. Wo jedoch wenig Hechte vorkommen, sollte bei diesen kleinen Spinnern auf ein Stahlvorfach verzichtet werden, da Wurf und Lauf des Köders dadurch behindert werden. Mit einem Spinner der Größe 4 oder 5 kann und muss mit größeren Fängen gerechnet werden.
Der Spinner fängt praktisch zu allen Tageszeiten. Tagsüber ist er gerade im Fluss an strömungsreichen Stellen für fast alle Zielfische sehr fängig, nachts sind damit vor allem Zander zu holen. Wird der Spinner durch sehr starke Strömung an die Oberfläche gedrückt, lohnt es ein Modell mit Bleikopf und/oder schlankem Blatt auszuprobieren. Im See ist hingegen ein breites Spinnerblatt erfolgversprechender. Wo häufig mit „normalen“ Spinnern gefischt wird, kann ein Doppelspinner zum Erfolg führen.
Die Köderführung des Spinners ist recht einfach. Normales Einkurbeln ist auch für Anfänger kein Problem und fängt trotzdem gut. Gelegentliches Beschleunigen und Verlangsamen der Köderführung ist aber auch nicht verkehrt.
Zu den Blinkern: Sie sind hauptsächlich für Hechte, Zander und Welse interessant. Logischerweise bevorzugen Hechte und Welse die größeren Modelle. Kleinere Blinker sind ein „Killer“ für gute bis kapitale Barsche. Mehrere Fische zwischen 35 und knapp 50 cm konnte ich damit schon erwischen. Ebenfalls lassen sich Zander, Großdöbel und sogar Silberkarpfen mit den kleinen Eisen fangen.
Der absolute Topp-Blinker ist und bleibt für mich ganz klar der gute alte Effzett. Er lässt sich super werfen, kann problemlos auch in größeren Wassertiefen geführt werden und hat einen unverwechselbar fängigen Lauf. Für flachere Gewässer ist der Heintz-Blinker gut geeignet. Ein Stahlvorfach ist bei beiden Ködern angebracht, da es echte Klassiker zum Hechtangeln sind und bleiben werden. Ich habe es etliche Male erlebt, dass der Blinker allen anderen Ködern überlegen war, wenn es auf Esox geht. Ganz besonders gut können sie mit Doppelblinkern fangen, die unter Wasser noch zusätzliche Geräusche erzeugen.
Auch ein Blinker kann recht einfach geführt werden. Hechte stehen auf einen eher schnell und gleichmäßig eingekurbelten Blinker, Zander und Waller hingegen eher auf langsame und grundnahe Köderführung. Gelegentliche Einholstopps sind dann angebracht, da der Blinker dabei verführerisch taumelt und immer wieder zum Grund sinkt.
Bei der Farbwahl von Blinkern und Spinnern ist silber in vielen Fällen die erfolgreichste Farbe, weil sie den Beutefischen der Räuber besonders ähnelt. In überangelten Gewässer können jedoch andere Farben mehr Bisse bringen. Für Hechte habe ich generell festgestellt, dass ein kupferfarbener Blinker besser fängt. Barsche hingegen lassen sich eher mit gestreiften Dekoren überlisten. Forellen mögen gepunktete Spinner.
Veit Wilde
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