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Wallerfang

Am 04.05.05 war ich mit meinem Sohn Fritz und meinem Angelkollegen Günter Ulshöfer, dem Erfinder des Twin-Turner Blinkers, am Neckar an der Schleuse bei Rockenau zum Wels blinkern. Günter war so nett und hat mir ein paar seiner neuesten Twin-Turner Modelle zum testen gegeben. Die Fängigkeit der Blinker war mir durch etliche Fänge aus der Vergangenheit ja schon bekannt, aber dass sich an diesem Tage solch ein Brocken auf den Blinker stürzt, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Nach einem rasanten und aufregenden Drill konnten wir den Fisch schließlich mit vereinten Kräften landen. Der Waller hatte bei einer Länge von 163 cm ein Gewicht von 38 kg.

0905_waller.jpg

Übrigens fische ich sehr gerne mit dem Twin-Turner, da alle Modelle des Blinkers wegen der ernormen Druckwellen seiner Drehbewegungen nicht nur sehr fängig sind, sondern sich auch sehr gut werfen und führen lassen. Von Vorteil ist außerdem, dass man wegen ihres Rechts- bzw. Linkslaufs immer optimal für die gerade gegebene Angelsituation gerüstet ist. So ist es möglich den Blinker wunderbar gezielt an Kanten, Schilfkanten oder Uferbereichen mit überhängendem Astwerk oder anderen Hindernissen entlang zuführen.

Selbst auf die gerade am Angelplatz herrschenden Strömungsverhältnisse kann man bestens reagieren, da man ihn auch gegen die Strömung sehr gut arbeiten lassen kann. Er treibt beim Einholen nicht ab und man kann ihn trotz Strömung gerade einholen. Ein potenzieller Beutefisch wir ja in der Regel auch nicht vom Strömungsdruck abgetrieben.

Das kann enorme Vorteile bringen, wenn man wie ich gerne an Schleusen oder Flüssen mit starker Strömung sein Glück versucht. Ein weiteres Plus ist, dass sich alle bei uns beheimateten Raubfische damit überlisten lassen, schon alleine weil man wegen der verschiedenen Modelle und Gewichte eine ideale Auswahl hat.

Ebenso ist mit aufgefallen, dass der Größe des eingesetzten Twin-Turners im Gegensatz zu anderen Blinkern nicht so eine große Bedeutung zukommt. So habe ich und auch andere Angelkollegen, schon mehrfach auf die recht großen und schweren 90 g. Turbo Modelle selbst Döbel oder Barsche mittlerer Größe gefangen. Umgekehrt ist es durchaus nicht ungewöhnlich wenn auf die 20 g. Modelle ein dicker Hecht einsteigt. Ich vermute, dass da die Intensität der im Wasser abgegebenen Druckwellen stark von der Einholgeschwindigkeit des Blinkers abhängig ist, die Größe des Köders vom Raubfisch eher vage wahrgenommen wird.
 
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Ich habe schon des öfteren von anderen Anglern die Aussage gehört, da muss man doch, ähnlich wie bei Spinnern, Probleme mit Schnurdrall und Perückenbildung bekommen. Das kann ich ganz klar verneinen, vorausgesetzt man berücksichtigt ein paar ganz simple Dinge.

Erstens setze ich zwischen Twin-Turner und Vorfach grundsätzlich noch einen Karabinerwirbel, der entschärft schon mal einen Großteil des potenziellen Dralles und man kann schnell und ohne einen Knoten machen zu müssen den Blinker wechseln. Die zweite Drallsicherung ist der Tönnchenwirbel zwischen der Hauptschnur und dem ca. 1 bis 1,50 m langen Stahl-, Hartmono- oder Kevlarvorfach. Man sollte grundsätzlich nie ohne Raubfischvorfach blinkern. Das kann zu ärgerlichem Fischverlust führen!

Drittens fische ich mit relativ steifen und eng geflochtenen Schnüren wie z.B. die Fireline von Berkley.

Viertens achte ich darauf, ab und an von rechts- auf linksdrehende Twin-Turner zu wechseln und umgekehrt. Dann ist das Risiko einer Verdrallung nahezu bei Null.

Der „Blinkerschmied“ Günter Ulshöfer selbst empfiehlt ein Anti Twist Plastikplättchen dass er direkt nach dem Tönnchenwirbel zwischen Vorfach und Hauptschnur setzt. Das halte ich aber, wenn man die von mir erwähnten Vorkehrungen berücksichtigt, nicht unbedingt für nötig.

Probiert es einfach aus!



Grüße und viel Petri Heil



Stefan Neureither




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