Shad ist nicht gleich Gummifisch
Mit diesen vielleicht verwirrenden Worten wollen wir Ihnen, liebe Leser, vor Augen führen, daß es einfach Shads gibt, die gut fangen und andere, die schlecht bis gar nicht fangen. Dieser Umstand hängt mit dem Laufverhalten des Köders zusammen. Es gibt Gummiköder, die kann man noch so schnell durchs Wasser ziehen, sie bewegen sich einfach nicht - sie haben einfach dieselbe Reizwirkung wie ein Stein, der ins Wasser fällt und regungslos zu Boden sinkt. Manchmal wird durch das Aufplatschen auf die Gewässeroberfläche ein Hecht aufmerksam und nimmt diesen Köder zaghaft an oder man wirft in ein Rudel Zander und vor Futterneid grapschen sie diesen Gummiköder. Das war´s dann auch. In allen anderen Fällen - die heute Gang und Gäbe sind - wird man sich mit solchen Shads das Spinnfischen schnell wieder abgewöhnen.

Abb. 1: Ein schöner Zander wurde überlistet
Wie soll nun dieses Laufverhalten, das Zander, Hecht und Co. so reizvoll finden aussehen?
Eines ist klar: Je mehr Druckwellen vom Köder ausgehen, desto besser wird er angenommen. Diese Druckwellen entstehen bei Gummiködern auf zwei Arten: Durch die Schaufel des Schwanzteiles einerseits und in der Folge bei sehr gut laufenden Shads durch das links-rechts-Ausschlagen des ganzen Shadkörpers andererseits - oder konnten Sie, lieber Leser, schon einmal einen Köderfisch beobachten, der sich nur mit der Schwanzflosse bewegt?!. Diese Druckwellen nimmt der Fisch über das Seitenlinienorgan auf und ortet so die Beute. Sie entstehen bei guten, fängigen Gufis schon beim leichtesten Zug mit geringsten Bleikopfgewichten. Dies entscheidet gerade bei trübem Wasser über den Fangerfolg.
Wie kann man nun, wenn man beispielsweise im Geschäft steht und gerade keine Testmöglichkeit hat, feststellen, ob ein Shad gut läuft oder nicht?
Das verwendete Material sollte weich, aber nicht eine "schwabbelige Masse" sein. Der Schaufelschwanz sollte 85-90 Grad zum Shadkörper stehen, um so dem Wasser genügend Widerstand zu bieten und ein einwandfreies Laufverhalten zu erzielen. Der Shad sollte einen breiten Rücken haben, der dazu führt, daß er im Wasser mit leichten Jigköpfen gefischt nicht umfällt, sondern gerade schwimmend, rechts-links-ausschlagend dahinschwimmt. Taillierungen - also Aussparungen - im letzten Drittel des Shadkörpers tragen dazu bei, daß der Schaufelschwanz Bewegungsfreiheit bekommt und auch wenn das verwendete Material aufgrund der notwendigen Stabilität (ab gewissen Größen führt eine zu weiche Gummimischung zur Instabilität des Köders) nicht ganz so weich ist einwandfrei läuft.

Abb. 2: Ein dicker Brocken fiel auf Gummi herein.
Bezüglich der Farben können wir aus persönlichen, subjektiven Erfahrungen natürlich Empfehlungen abgeben, wollen es aber im Rahmen dieses Berichts nur bei sehr allgemeinen Aussagen belassen. Im Zusammenhang mit oben beschriebenem links-rechts-Ausschlagen des Shads ist es natürlich von Vorteil, wenn ein zweifärbiger Shad in Kontrastfarben (zB gelb/schwarz) verwendet wird. Wenn solch ein Spinnköder durchs Wasser gezogen wird, sieht man - wenn es die Gewässertrübung zuläßt - einmal das Schwarz des Rückens und einmal das Gelb des Restkörpers. Dies macht im Zusammenhang mit den Druckwellen die Räuber so beißlustig, daß sogar Kleinzander mit 40-55 Zentimeter einen 16er Shad so tief schlucken, daß nichteinmal mehr der Bleikopf des Jighakens aus dem Maul herausschaut!!! Glitter, der in den Shadkörper miteingegossen ist, bringt in reineren Gewässern zusätzliche Reizwirkung, weil er wie Schuppen im Licht glitzert. Daß einige Angler bei trübem Wasser eher feuergelbe Fluofarben verwenden und andere das Gegenteil machen - nämlich dunkle, colafarbene oder schwarze Köder verwenden ist ein Streitthema, wir selbst haben mit beiden Farbvarianten im trüben Wasser (zB Fluß nach einem Hochwasser) gefangen. Wir sind fest davon überzeugt, daß das Laufverhalten primär entscheidend ist und erst weit danach die Wahl der Farbe kommt.
Was viel eklatanter ins Auge fällt ist die Ködergröße. Wir haben nämlich die Erfahrung gemacht, daß man beispielsweise im Fluß schon stundenlang an einem Platz mit 08 oder 12 zentimetrigen Shads fischt und keinen "Sprung" mehr bekommt, dann versucht man es mit dem 16er Shad und - bumm - der Biß ist da. Ist es durch den Umstand zu erklären, daß der 16er mehr Druckwellen und Reizwirkung aussendet oder ist es einfach die Gier der Fische, sich mit einem großen Köder den Bauch noch einmal so richtig voll zu schlagen. Plausibel klingt beides - erfahren werden wir´s nie.
Nun noch ein Wort zu den verwendeten Jighaken. Wir von ShadXperts haben die Problematik schon lange erkannt, daß in den vergangenen Jahren immer wieder fälschlicherweise von Anbietern angenommen wurde, daß das Bleikopfgewicht proportional zur Hakengröße sein müsse. Dies stellte sich in der Praxis aber schon lange als einer der größten Fehler, der auf diesem Gebiet jemals gemacht wurde, heraus. Denn neben dem Laufverhalten des Shads ist das Bleikopfgewicht das Zweitwichtigste, das über fangen oder "schneider gehen" entscheidet. Denn wenn dieses zu schwer gewählt wird, ist das Einzige, was man vom Gufi sieht ein rasender Farbblitz und eine Furche im Boden. Ein rasender Farbblitz deswegen, weil der Köder in seichten bis mitteltiefen Gewässern sehr schnell geführt werden muß, um nicht am nächsten Stein hängen zu bleiben und eine Furche im Boden andererseits, weil es fast nicht möglich ist, den Boden länger als für Sekundenbruchteile zu verlassen und daher mehr im Boden als darüber herumschrammt. Es ist nur logisch, daß in solch einem Fall der Raubfisch wenig Gelegenheit findet, den Köder zu packen und zahlreiche Abrisse und Hänger vorprogrammiert sind. Ein weiteres Problem bei Jighaken stellt das Verhältnis von Öhr zu Hakenspitze dar. Befinden sich Öhr und Hakenspitze auf selber Höhe, bekommt man viele Aussteiger, weil der Haken nicht greifen kann. Bei manchen angebotenen Modellen geht es sogar soweit, daß die Hakenspitze noch zusätzlich in Richtung Hakenschenkel gekrümmt ist und dasselbe wie vorher beschrieben bewirkt.

Abb. 3: Abbildung 3: Zander, Zander, Zander...

Abbildung 4: Nicht nur Zander lassen sich mit Gummiködern fangen. Auch kapitale Hechte gehen darauf, wie man sieht...
Ein dritter nennenswerter Punkt bezieht sich auf die Halterungsnoppen, die ein gerades Sitzen am Jighaken bewirken sollen. Sind diese nämlich zu lang und zu spitz führen sie beim Aufziehen des Shads zu einem Zerreißen des Shadkopfes.
Zu guter Letzt noch ein Wort in eigener Sache:
Die von uns - ShadXperts - auf den Markt gebrachten Shads und Twister erfüllen all die oben genannten Kriterien bestens und gewährleisten bei langsamster Führung und bei Verwendung leichtester Jigköpfe optimales Laufverhalten. Auch bei den Jighaken bieten wir alle nötigen Größen in feingestaffelten Grammierungen an.
Mit unseren Ködern ist das Spinnfischen wieder ein Genuß und trägt - wie die Flanke jedes ShadXpert-Shads beschreiben will - wieder zum "RELAXen" beim Spinnfischen bei, denn die Angler brauchen sich nicht mehr den Kopf zu zerbrechen, mit welchen Tricks (Einbrennen, Einschneiden,....) sie den Shad am besten zum Laufen bringen!
Ein Bericht von ShadXperts
Roman Auer & Reinhard Maukner
Anglerboard-Magazin 2003
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