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Zanderangeln auf dem Bansmeer


Es ist 4.30 Uhr am Morgen und der Wecker reisst mich aus dem Schlaf. Ich wälze mich im warmen Bett und frage mich warum das blöde Ding klingelt! Muss ich etwa arbeiten? Nein, wir haben doch Sonntag und das kann nur eines bedeuten:

Zanderangeln!!!

Schlagartig bin ich hellwach und schwinge mich aus dem Bett. Die ganze Woche habe ich mich auf das Angeln gefreut. Schnell ist der Tee in der Thermoskanne und schon geht es los. Die Angelsachen habe ich schon am Vortag ins Auto gepackt, so dass ich sofort losfahren kann. Auf dem Weg zum Boot versuche ich das Wetter einzuschätzen. Leichter Wind aus Süd/West und bedeckt; die Temperatur beträgt 18° C. Eigentlich perfekt für einen Juliangeltag. Vielleicht fange ich ja heute einen großen Zander.

Am Boot angekommen sind die Angelgeräte schnell verstaut und schon rudere ich auf das Bansmeer.

Bansmeer

Abbildung 1 Das Bansmeer


Das Bansmeer ist ein typischer ostfriesischer Binnensee. Er ist sehr trübe, ca.40 ha groß und bis 19m tief.Über weite Flächen ist er jedoch mit einer Tiefe von etwa 1m relativ flach. Es existiert ein "Baggerloch" mit zum Teil steil abfallenden Kanten. Rundherum ist der See mit Schilf umrahmt. Der Fischbestand lässt keine Wünsche offen: von Hecht, Aal, Zander, Barsch bis hin zu Weißfischen und kapitalen Karpfen ist alles vorhanden was das Anglerherz begehrt. Das Bansmeer wird jedoch wenig befischt. Zum einen ist der See schwer zu erreichen, er darf nur vom Boot aus befischt werden und Gastangler sowie Freizeitskipper dürfen das Gewässer nicht befahren. Dies hat zur Folge, dass ich oft der einzige bin, der dort fischt. Das Verhältnis zu den wenigen Stammanglern ist eher familiär - man kennt sich.


Ich befische die ostfriesischen Binnenmeere nur mit dem Gummifisch und dem Drachkovitch-System. Dazu werfe ich den Köder ins flache Wasser und zupfe ihn die Scharkante hinunter. Dies geschieht meistens mit der Rolle durch Kurbelumdrehungen - mal kurze Umdrehungen, mal lange, ruckartig oder auch sanft. Die Köderführung ist sehr variabel. Manchmal schleife ich den Gummifisch auch nur zart mit kurzen Ruhepausen über den Grund. Die Art der Köderführung ist auch saisonabhängig: prinzipiell gilt, im Sommer eine schnelle Führung, im Winter eher langsam.


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Hitra Turistservice AS

Der Urlaub ist für viele unserer Stammgäste die schönste Zeit des Jahres. Auf Hitra und Frøya kann man noch einfach abschalten, die Batterien neu aufladen. Beim Angeltrip in frischer Seeluft bekommen selbst Anfänger "ihren" Fisch. Seeadler, Robben und mitunter sogar Wale tauchen neben dem Boot auf. Im Sommer brüten seltene Vogelarten auf den zahllosen Inseln und Schären. Im Kreis der Familie oder guter Fischerfreunde gibt es jeden Abend neue Geschichten zu erzählen. Wir haben fast unser ganzes Leben auf diesen Inseln verbracht und kennen daher die Ferienhäuser und Gewässer rund um Hitra sehr genau. Auch unsere Ferienhaus-Partner kennen natürlich die besten Angelstellen wie Ihre Westentasche und können Ihnen so manchen guten Tip geben.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch

Kontakt in Norwegen (wir sprechen deutsch und englisch):

N 7246 Sandstad Tel. +47 72 443 752 Fax: +47 72 443 729 Homepage:www.hitraturistservice.no Email: hitratur@online.no

Kontakt in Deutschland (November - März):

E-H-Geist-Str. 10 D-50266 Frechen Tel. 02234/ 240 166 Fax: 02234/ 240 092


Ich benutze eine steife Rute mit 80g Wurfgewicht und einer Länge von 2,70 m. Dazu eine gute Stationärrolle mit guter ruckfreier Bremse und geflochtener Schnur der 8 kg-Klasse. Am Ende wird ein feines Sevenstrand-Stahlvorfach mit einem No-Knot befestigt.


So, jetzt kann es losgehen. An einer Stelle, wo der Seegrund von 1,80 m auf 14 m abfällt stoppe ich das Boot bei ca.10 m Wassertiefe und lege die Anker aus. Ich beginne damit ,die Scharkante fächerförmig anzuwerfen und den Gummifisch, in diesem Fall einen 11cm "Kopyto" der Firma Shadxperts, langsam einzuzupfen. Die besten Farben sind hier gelb/schwarz, chatreuse/schwarz und weiß/schwarz. Ein wenig rot schadet auch nie und fängt oft Hechte.


Nach etwa 20 Minuten bekomme ich einen zaghaften Biss, kann diesen aber nicht verwerten. Danach tut sich erst einmal nichts weiter - die Zander scheinen noch zu schlafen. Also beschließe ich sie zu wecken! Ich befestige einen 15 cm Slottershad mit 17 g Erie-Jig am Wirbel und mache damit ordentlich Krach auf dem Gewässergrund, doch trotz intensiven Einsatz und bekomme ich keine Bisse mehr. Ich wechsle den Angelplatz und fische weiter. Fast die ganze Gummifisch-Palette kommt zum Einsatz, aber ich kann nur noch zwei vorsichtige Stupser verzeichnen.



Zander im Heck

Abbildung 2 Ein schöner Bansmeer-Zander im Heck


Dazu muss ich sagen, das es mir überhaupt nichts ausmacht, wenn es nicht beisst. Angeln ist für mich mehr als Fische fangen und diese dann zu essen. Angeln ist Natur, Wind, Regen, Sonne und Schnee - alleine oder mit einem Freund auf dem Wasser zu sein, das zählt für mich! Falls es dann noch "beisst", dann ist das Anglerleben perfekt.


Inzwischen ist es 8:00 Uhr. Ich trinke noch einen Tee aus der Thermoskanne und fische weiter, denn nur der Köder im Wasser fängt auch. Während ich so meinen Gedanken nachhänge, durchfährt plötzlich ein Schlag meine Rute. Nach kurzem Drill kann ich einen 50er Zander landen. Ich setze ihn vorsichtig zurück und fische weiter. Jetzt läuft es! Die Zander haben wohl eine Fressphase. Innerhalb kürzester Zeit bekomme ich mehrere gute Bisse und kann noch zwei weitere Zander bis 60 cm fangen. Aber auch diese beiden Fische dürfen zurück ins Wasser. Der ganz Grosse wollte heute nicht mehr beißen, aber das Jahr ist noch lang und die Wahrscheinlichkeit, einen Zander über 8 Pfund zu fangen, ist recht hoch auf dem Bansmeer, so dass ich dieses Vorhaben auf den nächsten Angeltag verschiebe.



Bansmeer

Abbildung 3 Unser Günter mit schönem Zander


Es ist inzwischen 9:00 Uhr. Ich packe mein Angelgerät zusammen und rudere zum Steg zurück. Ein schöner Angeltag geht zu Ende und ich fahre nach Hause. Auf dem Weg kaufe ich noch Brötchen und freue mich auf den Tee mit der Familie.


Günter Czerlikowski

Anglerboard-Magazin 2003


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